75 Jahre Pearl Harbor – Curtiss P-40B Warhawk 1:48 von Airfix # A05130

Es ist wie mit dem sprichwörtlichen Bus:
Erst kommt stundenlang gar keiner und dann biegen gleich mehrere um die Ecke!
So auch bei der P-40B im Quarterscale:
Erst hatten wir nur das alte Monogram-Modell von 1964, dann kam vor Jahren ein Bausatz von Trumpeter auf den Markt und der ebenfalls noch erhältliche Hobbycraft/Academy-Kit hat auch schon bessere Tage gesehen.

Und dann -auf einen Schlag- kommen gleich zwei neue Bausätze in die Regale unserer Händler!

Den aktuellen AIRFIX-Kit mit der Nummer A05130 will ich einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen …

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Der erste Gussrahmen enthält die einteilige untere Tragfläche, den Zusatztank, die Propellerkomponenten, die Tragflächenwurzeln sowie die Steuerflächen und das Seitenruder:

airfix-05130-curtiss-p-40b-32Und das in einer wirklich tollen Gussqualität: Ich habe nicht eine einzige Sinkstelle gefunden (nicht mal bei den Propellerblättern!), keinerlei Gussgrat oder sonstige Unsauberkeiten!

Die Tragflächenwurzeln sind ebenso modular aufgebaut …

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… wie die Einsätze für die Rumpfbewaffnung:

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Mir erschließt sich zwar nicht ganz der Sinn dieser separaten Teile, ich kann jedoch bezüglich der Passung Entwarnung geben:
Sogar ich, der mit zwei linken Händen und einer gehörigen Portion Schusseligkeit gesegnet ist, habe es geschafft, sowohl Tragflächenwurzeln als auch die beiden Rumpeinsätze problemlos zu verkleben – ein beredtes Zeugnis für die geniale Leistung der Entwicklungsabteilung!

Die mehrteilige Propellereinheit – man kann sogar die Spinnerspitze separat weglassen und hat dann eine schöne Möglichkeit, dort eine Wartungsszene darzustellen:

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Der Zusatztank: Modellbau-Hausmannskost:

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An den unteren Tragflächenhälften mitangegossen: Die Querruder!
Warum man diese nicht -wie die übrigen Ruder- separat beigelegt hat, ist mir ein Rätsel!

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Die Steuer- und Ruderflächen sind alle separat ausgeführt und lassen sich dadurch am fertigen Modell „in action“ darstellen:

 

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Der zweite Gussrahmen mit sämtlichen Kleinteilen der Tomahwak:

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Der einteilige Cockpitboden ist vorbildgerecht gebogen:

Es sind zwei unterschiedliche Sitze mit dazugehörigen Befestigungsgestellen vorhanden:

Der linke (abgerundete) ist ein früher, der rechte (eckige) ein später Sitz – welcher jeweils eingebaut werden muss, wird in der Bauanleitung erläutert.

Das mit filigranen Strukturen versehen Instrumentenbrett …

 

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… wird mit dem beigefügten Nassschiebebild dekoriert:

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Was übrigens überraschend gut ausschaut!

Weitere DEtails im Cockpitbereich:

Unterschiedliche Bewaffnung – so hat man u.a. die Wahl zwischen langen und kurzen MG-Läufen:

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Auch die Fahrwerkkomponenten machen einen sehr guten Eindruck:

Der Fahrwerkschacht ist mit einer Leinenverkleidung versehen – die bei ordentlicher Bemalung richtig gut aussehen kann:

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Am dritten Spritzling finden sich die beiden Rumpfhälften, die oberen Tragflächen sowie Kühlerteile:

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Die beiden Rumpfhälften sind aussen mit nicht allzu aufdringlichen Gravuren ausgeführt und innen weisen sie eine sehr prominenten Innenstruktur auf:

Leider findet sich auch eine große Anzahl von Auswerfermarken:

airfix-05130-curtiss-p-40b-24Bei komplett geschlossenem Rumpf kein Problem, aber wenn man nicht wenigstens Teile des Rumpfes sehen kann, wozu dann die Innenstrukturen? Und wenn man sich schon die Arbeit mit den Innenstrukturen macht, warum dann nicht die Auswerfermarken anders platzieren?

Bei den Positionsleuchten ist mir aufgefallen, dass eine ein wenig unsauber gegossen ist:

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Schade – aber diese Positionslichter lassen sich hervorragend ersetzen – zum Beispiel mit den farbig gegossenen Navigationslichtern von CMK.

Teile für den Ölkühler und den Zusatztank:

Die beigefügte Pilotenfigur sieht ganz ordentlich aus, macht aber einen sehr „britischen“ Eindruck:

airfix-05130-curtiss-p-40b-pilotAber ich kann mich da auch täuschen und bin für Kritik dankbar.

Der Gussrahmen mit den transparenten Teilen …

airfix-05130-curtiss-p-40b-glasteile… beherbergt neben zwei unterschiedlichen Schiebehauben (offen/geschlossen) auch zwei variantenspezifische Windschutzscheiben (auf deren Einbau die Bauanleitung eingeht!) sowie ein transparentes Teil, dass man durchaus als „Kamera“ interpretieren könnte sowie eine Tür für den offen darstellbare Raum hinter dem Cockpit.

Mit den beiliegenden Nassschiebbildern …

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… kann man zwei unterschiedliche Maschinen darstellen:
1. Eine P-40B vom 7. Dezember 1941
2. Eine P-40B der AVG in China 1942

Angesichts des aktuellen 75. Jahrestages des Angriffs auf Pearl Harbor dürfte klar sein, für welche Markierung ich mich entscheiden werde (zumal ich die P-40B von BRONCO ohnehn als chinesische Maschine bauen wollte!).

Bei den Nassschiebebilder muss man, so meine Erfahrung mit den decals für das Instrumentenbrett, ein wenig mit Weichmacher nachhelfen!

Die Bauanleitung lässt den Modellbauer dankenswerterweise im Hinblick auf die Vorbildgeschichte nicht im Regen stehen – in 5 Sprachen werden Einsatzgeschichte und Hauptdaten abgehandelt:

airfix-05130-curtiss-p-40b-bauanleitung-1In 51 Schritten werden wir auf graphisch äußerst clevere Art und Weise durch den absolut problemlosen Zusammenbau geführt:

Die jeweils rot eingefärbten Bauteile sind die im vorherigen Schritt verklebten Komponenten – diese Idee der Graphikabteilung bei Airfix ist alleine schon einen Innovationspreis wert!

Fazit: Wow! Was für ein Bausatz! Alleine schon das pure Anschauen, ohne mit dem Bau überhaupt begonnen zu haben, macht wirklich Appetit auf mehr!

So muss heutzutage ein Bausatz daherkommen: Schon in der Schachtel soll der geneigte Modellbauer eine Ahnung davon bekommen, welcher Bastelspaß ihn erwartet.
Wenn dann noch die Abmessungen stimmen, ist die halbe Miete schon drin!
Und … stimmen sie?

Länge (Original): 9660 mm (= 2012 mm in 1:48)
Länge (Airfix): 2015mm

Spannweite (Original): 11380 mm (= 2370 mm in 1:48)
Spannweite (Airfix): 2370 mm

Erhältlich im online-shop von Modellbau König.

Dr. Michael Brodhaecker, Lingen