Das LCVP „Higgins“ von Airfix im Maßstab 1:72 ( A02340 )

Der Jahrestag des „D-Day“ ist zwar schon etwas her, aber dennoch möchte ich unseren Lesern einen Bausatz vorstellen, den Airfix 2014 zum 70. Jahrestag herausgebracht hatte.
Ich bin eher zufällig auf einer Ausstellung über die ansprechend gestaltete Schachtel „gestolpert“ und konnte mal wieder nicht widerstehen …

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Das Landing Craft, Vehicle, Personnel (LCVP) oder auch Higgins-Boot war das Resultat einer ganzen Reihe von Bootsentwürfen des US-Amerikaners Andrew Jackson Higgins:
In Louisiana beheimatet, baute Higgins zunächst kleine Holzboote mit geringem Tiefgang zur Verwendung in sumpfigem Gelände. Von diesen „Eureka“-Booten konnte er immerhin 20.000 Stück absetzen und 1938 wurden Navy und Marine Corps auf die Boote aufmerksam, um für die zukünftigen amphibischen Operationen gerüstet zu sein – die „Eureka“-Boote schienen die geeignete Lösung:
Mit zwei MG im Bugbereich bewaffnet, mussten die Soldaten das Boot jedoch über die Seitenwände verlassen!
Eine Möglichkeit, das Boot über den Bug zu verlassen, bot schließlich die Untersuchung japanischer Landungsboote und Higgins baute ein „Eureka“-Boot so um, dass es über eine kleine Bugrampe verfügte – dies führte jedoch dazu, dass unter feindlichem Feuer immer nur wenige Soldaten nebeneinander das Landungsboot verlassen konnten.
Also baute Higgins sein Boot erneut um und nun wurden die beiden MG-Stände an das Bootsheck verlegt und die Rampe erstreckte sich jetzt über die gesamte Bugbreite, was sogar die Mitnahme eines Jeeps erlaubte!
Mit einer Länge von 11,0 Metern und einer Breite von immerhin 3,3 Metern zählte das 17 km/h schnelle „Higgins“ eher zu den kleineren Landungsbooten der Invasionsflotte – dennoch konnten damit 36 vollausgerüstete Soldaten oder 3,7 Tonnen Fracht an die Landungsabschnitte der Normandie gebracht werden.
Die Higgins-Boote leisteten das ihre zur Befreiung Europas und eigentlich hätten diese kleinen Boote einen Ehrenplatz im Museum verdient!

Doch kommen wir zurück zum Modell …

Öffnet man die recht stabile Box, kommen drei Spritzgussrahmen, in einer Tüte verpackt, zum Vorschein:

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Das, was sich in der Box befindet, kann sich absolut sehen lassen:

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Die Bauanleitung im neuen und sehr angenehmen Airfix-Design (rote Markierungen der schon geklebten Teile etwa) führt in wenigen Schritten übersichtlich durch den Bau:

Der beigefügte kleine Bogen mit den Nassschiebebildern …

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… erlaubt die Markierung zweier Landungsboote des D-Day:

Mein Fazit fällt durchweg positiv aus:
Zum einen haben wir es mit einem wirklich sehr gut gegossenen Bausatz zu tun und zum Anderen lässt er sich -trotz aller schön wiedergegebenen Details- recht einfach bauen:
Und da unter unseren Lesern mittlerweile viele „Wargamer“ zu finden sind, sei das „Higgins“ ihnen ganz besonders empfohlen:
Behind Omaha zum Beispiel ist ein Konfliktsimulationsspiel, wo dieses kleine Landungsboot perfekt aufgehoben wäre!

Erhältlich im online-shop von Modellbau König.

Dr. Michael Brodhaecker, Lingen