Die REVELL-Neuheiten Herbst 2017 und 1. Quartal 2018

Am 23. November hat der ostwestfälische Hersteller REVELL die Fachpresse wieder zur mittlerweile traditionellen Neuheitenpräsentation eingeladen.
Neben den Neuheiten im Revell Control-Bereich, der gerade dabei ist, sich völlig neu am Markt aufzustellen und dem uns hier hauptsächlich interessierenden „reinen“ Plastikmodellbau mit seinen Produkten wurden von Geschäftsführer Stefan Krings auch die neuen Wege bei den Produkten im Plastikmodellbau und die neue Philosophie des Hauses Revell eingehend erläutert.
Wir wollen für unsere Leser einmal hineinschauen in diese neue Philosophie …

Als Ausgangslage aller Überlegungen sei ein stagnierender Modellbau- sowie ein hart umkämpfter RC-Markt zu sehen. Von dieser Ausgangslage diktiert, sei es für einen Hersteller wie Revell unumgänglich, die Kernsortimente Modellbau und Revell Control zukunftssicher zu machen, um auch in den kommenden Jahren nicht nur Umsätze, sondern möglichst auch substantielle Gewinne zu generieren.

Gewinne, die die Marke „REVELL“ stärken und dazu in die Lage versetzen, auch in 10 Jahren noch erfolgreich im Bereich Revell Control und Plastikmodellbau zu agieren!

Aber wie erreicht man dieses Ziel?

Primär durch die Gewinnung von Nachwuchs:
Der typische Modellbauer ist männlich und weit jenseits des Teenageralters. Diese Modellbauer sind in „ihrem“ Hobby angekommen und bedürfen keiner Hinführung zum Plastikmodellbau – Bausätze der Level 4 und 5 sind ihr täglich Brot und natürlich nicht nur Bausätze aus Bünde!

Was spürbar fehlt, ist der Nachwuchs, der auch in 10 oder 20 Jahren Modellbau betreibt und Modellbauprodukte kauft!

Und hier will REVELL ansetzen:

2015/16 startete Revell mit den JUNIOR KIT eine sehr erfolgreiche Produktlinie, die völlig zu Recht auf der Spielwarenmesse 2016 mit dem in der Spielwaren-branche begehrten TOY AWARD ausgezeichnet wurde!
Die Kinder im Vorschulalter wurden als neue Zielgruppe in einer sich massiv verändernden Spielwarenwelt erkannt und werden seit fast zwei Jahren mit dem ständig wachsenden JUNIOR KIT-Programm des Levels 1 auch bestens bedient: Zusätzliche Licht- und Soundeffekte erhöhen den Spielwert dieser Produktreihe und tragen somit auch zu Umsätzen bei:
„Alles steht im Bereich Junior Kit auf Wachstum“, so die Aussage von Stefan Krings.

Auch Entertainment-Lizenzen wie Disney Pixar „CARS“ und StarWars tragen zum Wachstum in dieser Altersklasse bei.
Man versucht, den Markennamen REVELL bei Vorschul- und Grundschulkindern zu verankern: Kinder, die (wie übrigens auch wir Älteren in unserer Kindheit und Jugend!) mit Markennamen wie REVELL oder Airfix aufwachsen, werden, so die Erwartung, sich auch später, als Erwachsene, eine gewisse Affinität zu diesen Marken bewahren.

Diese Strategie soll sich, so Stefan Krings, mit den Bausätzen der „Easy Click“-Reihe im Level 2 fortsetzen:
Auch hier ist die Zielgruppe nicht der versierte Modellbauer, sondern eindeutig das jüngere Publikum im beginnenden Teenager-Alter zwischen Grund- und weiterführender Schule sowie ältere Anfänger:
„Bastelspaß mit tollem Ergebnis für alle ab 10 Jahren.
Durch das innovative Easy-Click-system ist schnellerErfolg garantiert: Mehr-farbige, präzise gefertigte Bauteile werden durch einfaches Zusammenstecken stabil verbunden und mit Stickern dekoriert. Eine Bemalung ist nicht notwendig! Optional kann das Modell zusätzlich bemalt werden …“.
Klarer als die Informationen auf der Schachtelrückseite des Porsche Diesel Junior 108 kann man das System und Ziel nicht erläutern.
Gerade der erwähnte Porsche Diesel – Bausatz zielt eindeutig auf die Gruppe der älteren Gelegenheitsbastler mit einem Faible für bestimmte Themen, wie eben Oldtimer-Traktoren. Auch diese eher unerfahrenen Bastler werden mit dem Easy-Click-System schnell zufriedenstellende Erfolge haben und beim Thema bleiben.
Und wer mit Easy-Click-Bausätzen seine ersten Erfahrungen und Erfolge im Modellbau gemacht hat, der wird, so das Ziel, mit dem Namen REVELL etwas Positives verbinden und unter Umständen dem Hobby treu bleiben.
Und wer erst später, als Erwachsener, wieder zum Hobby zurückkommt, wird REVELL in positiver Erinnerung behalten haben.

Auch im Bereich Revell Control versucht man, mit niedrigpreisigen Produkten, die zudem einfach zu bedienen sind und einen hohen Spielwert haben (hier wurde gar von „Pausenhof-Tauglichkeit“ gesprochen), eine junge Klientel für die Marke REVELL zu interessieren und zu begeistern.

Warum aber lasse ich mich (unter uns Plastikmodellbauern!) so intensiv über diese Level 1 und Level 2 „Spielzeuge“ aus?
Nun, die Antwort ist einfach:
OHNE NACHWUCHS geht das Hobby unter!
OHNE NACHWUCHS wird irgendwann auch Revell keine Kundschaft mehr haben!
OHNE NACHWUCHS und die Umsätze, die JETZT mit dessen Käufen gemacht werden, kann auch die Investitionen im Plastikmodellbau nicht aufrecht erhalten werden!
Und hier kommen nun wir „richtigen“ Modellbauer in´s Spiel:
Das, was ich im Folgenden an Neuheiten, Wiederauflagen und Kooperationen vorstellen werde, wäre nicht möglich ohne eine gesunde Basis des Herstellers Revell. Und OHNE NACHWUCHS ist diese gesunde Basis bald dahin!

Freuen wir uns also darüber, dass sich die Macher bei Revell Gedanken über geeignete Nachwuchsgewinnung (auch als Kunden!) machen und somit auch für den Plastikmodellbau der Zukunft die Weichen stellen.

Nach diesen, zugegeben recht langen einleitenden Worten, wollen wir jetzt endlich das zeigen, was im Herbst 2017 und im 1. Quartal 2018 aus Bünde zu erwarten sein wird…

Auch wenn sie für uns Modellbauer nicht wirklich im Fokus des Interesses stehen, so möchte ich sie doch wenigstens mit einem Bild vorstellen – die passend zur Junior-Kit Linie produzierten voll beweglichen Figuren:

Sie werden sowohl einzeln als auch in demnächst erhältlichen Sets zu haben sein und erweitern die Spielmöglichkeiten der Junior Kits ungemein!

Anfang des Jahres wurde ein eventuell komplett neuer Bausatz des Schützen-panzers Marder in 1:35 aus Fernost in den Modellbauforen diskutiert. Nur leider ist bislang nichts davon auch nur ansatzweise realisiert worden. Gut, dass wir in Bünde einen Hersteller haben, der seinen Marder immer wieder einmal auflegt – der 1A3 wird ab November zu haben sein:


Ebenfalls in 1:35 seit September wieder verfügbar: Der M34 LKW mit Willys Jeep:


Im Maßstab 1:72 können wir seit September den M2/M3 Bradley wieder bauen:


Der britische Kampfpanzer Challenger im Maßstab 1:76 ist eine Wiederauflage des Matchbox-Kits aus den 1990er Jahren:


Bei den Flugzeugen beginnt der Reigen von Wiederauflagen im Oktober mit einer Super Tomcat im Maßstab 1:100:


Gefolgt im November von der T-6G Texan im Maßstab 1:72:


Im Maßstab 1:48 dürfen wir uns auf eine Wiederauflage der alten Monogram-Formen der A-26B Invader im November …


… und der Mosquito B.Mk.IV ebenfalls im November freuen:

Die F-4G Phantom der USAF im Maßstab 1:32 wird ab Dezember 2017 in den Regalen der Modellbauhändler liegen:

Den absoluten Höhepunkt der Neuheiten für 2017 habe ich mir zum Schluss aufgehoben:

(ich bitte die schlechte Qualität des Photos zu entschuldigen!)

Die P-51D in 1:32 ist seit wenigen Tagen im Handel erhältlich und verspricht wirklich „Spaß am Modellbau pur“!

Und den Porsche 911 Turbo können wir ab Oktober auf unseren Basteltischen begrüßen:
Der Maßstab 1:25 verrät, dass es sich um eine Wiederauflage eines Revell-USA-Kits handelt!

Ein „waschechter“ deutscher Bausatz ist der Trabant 601, der ebenfalls im Oktober als Sonderedition „60 Jahre Trabant“ erhältlich sein wird:Leider hat es ja mit der Trabant-Edition des Musicals „Hinterm Horizont“ aus lizenzrechtlichen Gründen nicht geklappt, sodass wir uns nun wenigstens auf diese Ausgabe freuen dürfen! Und der 60. Jahrestag des Trabant ist ja nun wahrlich ein Grund zum Feiern …

Der richtige „Knaller“ wird dann der 1:24er Porsche Panamera sein:

Bei den Schiffen können wir seit Kurzem einen neuen Bausatz der „Black Pearl“ von Captain Jack Sparrow auf den Basteltischen begrüßen:Der schon bekannte Bausatz des U-Bootes Typ 214 im Maßstab 1:144 wird ab November die Schiffsmodellbauer erfreuen:


In 1:1200 werden folgende Bausätze aus der Mitte der 1970er Jahre wieder erhältlich sein:
Die Tirpitz im September …


… und die Hornet im November 2017:

Im Dezember dürfen sich StarWars-Fans auf einen neuen (der wievielte eigentlich?) Film in den Kinos freuen und es war zu erwarten, dass Revell eben-falls mit einigen StarWars-Bausätzen nachzieht!

Seit September sind bereits zu haben:
Im Maßstab 1:78 Poe´s Boosted X-Wing Fighter:

Dieser X-Wing Fighter verfügt über diverse Sound-Effekte. „Einfach zusammenstecken – Kleber, Farben oder Werkzeug werden nicht benötigt. Länge ca. 22 cm. 21 Teile. Geeignet ab 6 Jahren. Batterien (2x LR44 enthalten).“

In 1:164 der Millenium Falcon …


… und in 1:2700 der Republic Star Destroyer:


Ebenfalls seit September 2017 (wieder) im Handel: Der Imperial Star Destroyer (ex Zvezda):


Desweiteren werden erhältlich sein:

Der First Order Heavy Assault Walker in 1:164 mit Licht- und Soundeffekten;
Der A-Wing Fighter in 1:44 – ebenfalls mit Licht- und Soundeffekten;
Kylo Rens Tie Fighter in 1:70 mit Licht und Sound.

Im November ist dann der aus den FineMolds-Formen stammende Millenium Falcon im Maßstab 1:144 in der Star Wars Master Series erhältlich:

Soviel zu den Neuheiten und Wiederauflagen des Jahres 2017 – was hat das erste Quartal 2018 so zu bieten?

Ich möchte wieder mit der Junior Kit-Reihe anfangen – sie sind zwar für uns Modellbauer von äußerst geringem Interesse, aber ich denke angesichts ihrer Bedeutung für das Unternehmen Revell sollte man diese Linie nicht vernachlässigen:

Aus Anlass der 100. Jahrestages der belgischen Luftstreitkräfte erscheint bereits im Januar die F-16 in 1:72 als Wiederauflage:


Die im Januar erscheinende Spitfire Mk.Vb in 1:72 beruht auf der neuen Spitfire Mk.II aus dem Jahre 2017 und hat NICHTS mehr mit der alten Mk.V aus den 1990er Jahren zu tun:


Alte Bekannte treffen wir im Februar im Gift Set „Flying legends“ in 1:72 wieder:

Der 1:72er Eurofighter Typhoon, der im März in den Handel kommt, wird in einem sehr attraktiven Tarnkleid („100 Jahre RAF“) erscheinen:


Weiter geht es -ebenfalls im März- mit der Wiederauflage der bekannten 1:72er Hawker Hunter – ein weiterer Qualitätsbausatz aus dem Hause Revell:

Im April wird dann die FW 190 F-8 in 1:72 folgen, die erwartungsgemäß auf der bereits erhältlichen FW 190 beruht:

Weiter geht es im April mit der nächsten Wiederauflage – einer F-117 in 1:72:


Die schon länger erhältliche C-54 wird uns im April als C-54D „70 Jahre Berliner Luftbrücke“ offeriert:

Die beiden im März erscheinenden Doppeldecker Camel F.1 und SE.5a im Maßstab 1:48 stammen ursprünglich aus dem Hause EDUARD und stehen somit für Qualität und einfach Baubarkeit:

Im Großmaßstab 1:32 dürfen wir uns bereits im Januar auf die Polikarpov I-16 Typ 24 aus den Formen von ICM aus Kiev freuen:


Ebenfalls im Januar eine Herausforderung für die Technikbastler unter uns: Die Junkers Ju 88 in 1:32 in der „Revell Technik“-Linie mit Lichteffekten und Motoren:


Lange, lange haben die Fans drauf gewartet – im März 2018 wird das Warten hoffentlich ein Ende haben – die 1:32er F/A-18E Super Hornet wird erhältlich sein:


Die bereits im Oktober 2017 herausgekommene Variante des Airbus H145M KSK wird ab März als H145 in der Polizeiversion mit den dafür notwendigen variantenspezifischen Bauteilen verfügbar sein:

Den Reigen der Wiederauflagen bei den Fahrzeugen in 1:24 / 1:25 eröffnet im Januar der bekannte (und gesuchte!) Bausatz des Unimog 1300L Winterdienst:


Im gleichen Monat wird der bereits bekannte VW Käfer 1951/52 als „Revell Technik“-Edition erhältlich sein:

Im Februar werden wir den 2010er Ford Shelby GT 500 im Maßstab 1:25 aus Revell-USA Formen in einfacher Ausführung als Level 3 Bausatz begutachten können:

Bei den Fahrzeugen im Maßstab 1:24 hat uns der neue Bausatz des Ford GT überrascht:

Der im März erscheinende Kit kommt als „Easy Click“ in den Handel: „Durch das innovative easy-click-system ist bei diesem Modell schneller Erfolg garantiert: Verschieden farbige, präzise gefertigte Bauteile werden durch einfaches Zusammenstecken stabil verbunden und mit Stickern dekoriert.“ (Revell Produktinfo)

Der April wird uns dann einen 97er Ford F-150 XLT im Maßstab 1:25 bescheren, dessen Ursprung wir bei Revell-USA zu suchen haben:

Einen alten Bekannten können wir im Januar begrüßen – Revells PzKpfw VI Ausf. H Tiger in 1:72:

Ein wirklich toller Bausatz, der endlich wieder erhältlich ist!

Der im Februar erscheinende Bausatz des Sd.Kfz. 7 Pritsche/Plane ist ein Mix aus ursprünglichen Revell-Formen mit Änderungen durch den leider nicht mehr existenten Hersteller MaKo:

Der Kit im Maßstab 1:72 ist der erste einer ganzen Reihe von ehemaligen Revell/MaKo-Bausätzen in 1:72.
Der nächste wird dann im März der 15 cm Panzerwerfer 42 auf sWS sein:


Der im Oktober 2017 erstmals erschienene 1:72er M109-Bausatz wird im April als „M 109 US Army“ erhältlich sein:

Im Bereich Militär 1:35 wird im Januar der Opel Kadett aus ICM-Formen wieder aufgelegt:

Die zweite „richtig echte“ Neuheit des Jahres 2018 wird das bekannte amerikanische Patrouillenboot PT-109 sein, das im Februar im Maßstab 1:72 aus völlig neuen Formen ertstehen wird:

Auch wenn ich selbst kein Schiffsmodellbauer bin, sehe ich für diesen bausatz enormes Potential:
Zum Einen werden „PT“ und „Kennedy“-Fans auf ihre Kosten kommen und zum Anderen bietet solch ein Bausatz eine Vielzahl von Möglichkeiten im Dioramen-bereich wie etwa Hafenszenen oder ähnliches!

Wer seine Flower Class Corvette in 1:72 immer schon mal mit Licht- und Sound-Effekten „aufmotzen“ wollte, kann dies nun am Februar problemlos mit vorgefertigten Teilen im Rahmen der „Revell Technik“-Ausgabe dieses bekannten Bausatzes tun:


Die 1:350er Bismarck in der PLATINUM EDITION war schon ein wahrer Knaller – die Tirpitz wird dem in Nichts nachstehen: In der PLATINUM EDITION werden wir gedrehte Rohre, Potoätzteile und ein erstklassiges Holzdeck in der riesigen Schachtel vorfinden. Dass der Zubehörhersteller PONTOSMODEL heißt, bürgt für erstklassige Qualität…


Die 144er Flower Class Corvette, die wir bereits seit einigen Jahren bauen können, wird ab April als HMS Buttercup mit einem leicht geänderten Bug (siehe Photo) erhältlich sein:

Das StarWars-Universum kommt nach dem neuen Film Ende 2017 im Frühjahr 2018 erneut auf die Kinoleinwände: „Han Solo“ wird das Thema sein und es war natürlich klar, dass man in Bünde seine vorhandenen Disney-Lizenzen nutzen würde, um neue, auf diesem Film basierende, Bausätze zu kreieren. Es wird insgesamt drei Kits geben, die wir leider noch nicht verraten können.

Im Februar können wir uns über einen Imperial Star Destroyer in 1:400 aus der „Build & Play“-Serie freuen:

Der ab April verfügbare Star Wars Millenium Falcon (Classic) aus Revell-Formen wird bestimmt wieder Liebhaber unter den Anängern von an Solo und Co. finden:


Wie viele andere Hersteller auch, möchte Revell dem Modellbauer möglichst die gesamte Werkzeupaletteanbieten.
Deshalb soll das Zubehör-Angebot weiter ausgebaut werden. Im Februar können wir einen „Rivet Maker“ testen:Die Herkunft dieses Werkzeuges aus dem Hause TRUMPETER ist nicht zu übersehen und wir sind gespannt, wie sich der Nietroller bewähren wird!

 

 

Dr. Michael Brodhaecker, Lingen