Fokker D.VIII in 1:48 von Eduard 8085

Als Nr. 8085 bietet Eduard einen Profi-Pack zum Bau der Fokker D.VIII. Einem Eindecker-Jagdflugzeug aus der Endperiode des 1. Weltkrieges. Es handelt sich um eine ergänzte Wiederauflage des Bausatzes aus dem Jahre 2006 und darf nicht mit dem viel älteren Eduard-Bausatz aus 1994 (Bausatz-Nr. 8003) verwechselt werden. Er ist in der Ausstattung auch nicht identisch mit dem E.V-Bausatz Nr. 8096 aus 2007 mit gleichem Deckelbild. Eduard sorgt hier für etwas Verwirrung. Messen lassen muss der Bausatz sich aber mit dem ähnlich alten Dragon-Bausatz, aus dem man eine anständige Nachbildung erstellen kann und der auch noch heute zur Verfügung steht.

Das Original entstand aus der Absicht, eine Alternative zur Fokker D VII im Falle des Ausfalls der (Reihen-)Motorenfertigung für diese zu entwickeln. Ursprünglich als E.V bezeichnet, ergaben sich Festigkeitsprobleme an der Tragfläche, die zu einer Verstärkung der Tragfläche und Änderung der Bezeichnung führten. Die E.V / D.VIII sollte daher den älteren, aber leistungsgesteigerten Oberursel Umlaufmotor erhalten. Damit lagen die Leistungen mindestens auf der Höhe der D VII, wozu allerdings auch ein erheblich geringeres Gewicht des Flugzeugs beitrug. Zum echten Einsatz sind wahrscheinlich nur noch sehr wenige Exemplare gekommen. Von weniger als 300 gebauten Maschinen gingen nach Kriegsende acht an die Polnische Luftwaffe, wovon eine im Polnisch-Sowjetischen-Krieg von der Roten Armee erbeutet wurde. Auch von den Siegerstaaten wurden wenige Exemplare für Erprobungszwecke verwendet.

Als PROFI-PACK gibt es natürlich die „volle Dröhnung“ im bzw. aus dem Karton. Das ist drin:
Die grauen Spritzgussäste sind feinst detailliert, ohne relevanten Grußgrat aber mit etwas „Flash“ in den größeren Teilen.
Der Spritzast A …
… enthält zwei alternative Tragflächen. Nr. 1 hat eine Gravur mehr als die Nr. 2, diese ist weiterhin im Mittelteil etwas aufgedickt und soll wohl die spätere Verstärkung darstellen. Eduard beschreibt die Verwendung nicht genau. Ich würde für alle Decalalternativen zur Verwendung der Nr. 2 tendieren. Abgesehen von der Gravur sind die Unterschiede am fertigen Modell aber bestimmt nicht auszumachen.

Spritzast B …
… enthält im Wesentlichen die Teile für den Rumpf, Motor und das Leitwerk. Die Teile sind sehr fein detailliert:

Schließlich präsentiert der Ast C kleine und feine Teile für Streben, Cockpitrahmen usw.:

Hier ist die Nachbildung der Spandau-MG etwas stiefmütterlich. Der Einsatz der hier beigegebenen Ätzteile ist notwendig, wenn das sonstige Bausatzniveau gehalten werden soll.
Die Ätzteilplatine …
… beinhaltet allerhand Nützliches für die zusätzliche Detailierung im Cockpit, am Außenrumpf (teilweise nachdem die Decals bzw. der Anstrich drauf sind!) und an der Bewaffnung. Die Anschnallgurte und die Instrumente sind schön koloriert.

Das Blatt mit den Klebemasken für die Abdeckung des inneren Bereichs der vorderen Motorhaube und für die Räder ist wie immer sehr hilfereich, auch wenn keine Cockpithaube vorhanden ist. Auf ein Foto verzichte ich hier.

Der Decalsatz verteilt sich auf zwei Blätter davon eines mit einem kompletten Lozenge-Satz (auch für den inneren Cockpit-Bereich):
Er ist sehr sauber mit perfektem Register und kräftigen Farben gedruckt. Hier passt offensichtlich alles. Insgesamt werden fünf Markierungsalternativen mit den üblichen Farbhinweisen für das Gunze-Sortiment angeboten, darunter eine polnische. Aus den Angaben lassen sich auch Farben aus anderen Sortimenten ableiten. Für vier Versionen sind die Lozengedecals erforderlich, die einen sehr guten Eindruck machen.

Die fünfte Version ist auf der ersten Seite der Bauanleitung abgebildet, die in Eduardtypischer Manier vorbildlich mit genauen Farbangaben und exakten Positionsbeschreibungen durch den Bau führt:

Hier ist es angeraten, genau auf die Anleitung zu achten, um die Lozenge-Decals, die Ätzteile und das Plastik in der richtigen Reihenfolge zu verarbeiten.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Eduard-Bausatz die Beste zur Zeit erhältliche Grundlage für die Nachbildung einer D.VIII in 1:48 ist. Das Endprodukt wirkt dabei etwas „stämmiger“ als der Dragon-Bausatz.

Es ist auch ein idealer Einstiegsbausatz in die Thematik 1. Weltkrieg, da vergleichsweise wenig und einfach mit Streben und Verspannung zu arbeiten ist.

Wieder einmal ein „Sehr empfehlenswert“ für Eduard.

Erhältlich ist die kleine Fokker direkt im Eduard online-shop.

Und wer sich nur mit den reinen Plastikteilen, ohne Bauanleitung (die man bei Eduard herunterladen kann!) und Abziehbildern zufrieden gibt, kann die D.VIII als OVERTREE-Ausgabe zu einem weitaus günstigeren Preis haben:

Auch die OVERTREE-Edition der Fokker D.VIII ist direkt im Eduard online-shop erhältlich.

Hermann Geers, Wietmarschen