Ford Mustang GT 500 2010 im Maßstab 1:25 von Revell 07046

In Deutschland gibt es viele Menschen, meist weiblichen Geschlechts, die sich sehr für Pferde und Ponys interessieren und diese auch liebgewonnen haben. Ich muss zu meiner „Schande“ gestehen, dass ich nicht zu diesem Personenkreis gehöre. Ich bin mehr der Hundefreund …
Somit ist es verwunderlich, dass ich langsam anfange, mich für Wildpferde zu interessieren. „Wildpferde? Isser jetzt komplett verrückt geworden?“ Keine Angst: Ich interessiere mich zwar für Mustangs, aber bitte nicht falsch verstehen: Ich werde mein Glück nicht uf dem Rücken der Pferde suchen – ich meine jetzt die Ponys aus dem Hause FORD.
Seit den 1960er Jahren, genauer gesagt seit 1964, bauen die Amis ihre Ikone auf vier Rädern. Auf der Weltausstellung 1964 wurde die erste Generation des Mustang vorgestellt. Dieses Modell kam bei den Kunden so gut an, dass die geplanten Stückzahlen an gebauten Mustangs viel zu klein waren. Heute behauptet man, dass für so manchen Kunden das Losglück entscheiden musste, ob er zu den glücklichen Besitzen eines neuen Mustang gehörte. Meines Wissens ist dieses bei anderen Autos nie mehr der Fall gewesen. Dieses Ford Modell aus dem Jahre 2010 hat ein 4,6l V8 Triebwerk verpflanzt.
Insgesamt 319 Ponys sollen laut Hersteller unter der Motorhaube wiehern – ein ganz ordentliches Zugpferd … pardon: Kraftpaket!
Diese sorgen für mächtigen Antrieb. Das Retro Design finde ich als gelungen. Für mich ist diese Grundform des Mustangs das schönste Pferd im Fordstall. Dieses ist auch der Grund weshalb ich mich diesen Pferdchen widme.
Seit ein paar Wochen gebe ich den beiden neuen Ponys aus dem Hause Revell in meinem großen Lager einen Unterschlupf. Bei genauerer Betrachtung dieser Bausätze habe ich mein Vorhaben nicht bereut, beiden Mustangs ein neues zu Hause zu geben.
Fangen wir mit dem  gelben Mustang, dem GT 500 aus dem Modelljahr 2010 an. Dem anderen Wildpferd, dem roten Shelby aus dem gleichem Modelljahr, werde ich mich demnächst noch zuwenden.
Jetzt erstmal unser „gelber Bomber“, auf dessen Schachtelrückseite Photos eines fertigen Modells, Hinweise auf benötigtes Werkzeug und Farben zu finden sind:

Die Aufteilung der Kits finde ich persönlich als gelungen. Hier die einteilige Karosserie, die bei beiden Kits bis auf die Farbe, gleich aufgebaut ist:

Die Unterschiede bestehen jeweils nur in den verschiedenen Anbauteile wie Motorhauben, Front- und Heckschürzen, Kühlergrills, Frontbeleuchtungen usw ..

Wer jetzt denkt, dass die Motoren bei beiden Modellen gleich sind, ist auf dem Holzweg. Wie bei den Originalen sind diese auch bei den Modellen unterschiedlich.
Selbst die Bestuhlungen sind unterschiedlich ausgeführt.
Auch wurden in Bünde unterschiedliche Chromspritzlinge samt Felgen beigepackt. Leider sind diese wieder mit einer sehr dicken Chromschicht überzogen. Ein klarer Minuspunkt.
Wo wir gerade schon bei den Hufen des Ponys, ups , Schuhwerk des Fords sind, die 4 Reifen sind in 2 unterschiedlichen Breiten beigepackt. Diese wirken noch nicht einmal so schlecht, weisen aber keinerlei Beschriftungen auf. Schade.
Das Fahrwerk, der Unterboden, die Bremsscheiben, die Auspuffanlagen …

… die Außenspiegel sowie der Spritzling mit den Lenkrad samt Mittelkonsole und Armaturenbrett sind bei beiden Kits identisch.
Der Decalbogen fällt für diese Art von Sportwagen reichhaltig aus.
Die markanten Streifen, die mittig auf der kompletten Karosse angebracht werden, sind in Schwarz, Weiß und Grau vorhanden. Leider wird in der Bauanleitung nicht näher, außer auf gelb, auf die verschiedenen möglichen Karosseriefarben eingegangen. Schade.

Der größte Minuspunkt beider Bausätze sind die Scheibenwischer. Sie sind jeweils an die Karosse mit angegossen. Für mich in der heutigen Zeit ein no go. Revell – wir schreiben das Jahr 2018!!!!!!!!
Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir es mit einem „Level 3“-Kit für den von Revell so hofierten „Gelegenheitsbastler“ handelt- die Scheibenwischer sehen nun wirklich mehr wie Spielzeug aus! Sogar für eher unerfahrene „Zusammenkleber“!

Fassen wir kurz zusammen: Dieser Ford ist ein Modell mit einigen Minuspunkten. Der Krasseste ist für mich das Thema Scheibenwischer; das Chromproblem ist bei Revell ja schon bekannt, leider.
Die Schachtel ist wieder eine………..? Richtig, eine Faltschachtel. Dieses verursacht wieder bei mir hängende Mundwinkel.
Die transparenten Teile sind schlierenfrei und wissen zu gefallen.
Was mir persönlich total gefällt sind die kleinen und sehr handlichen Spritzlinge. Mein letztes Projekt war die Herrmann Marwede in 1/72 aus gleichem Hause. Hier waren die Spritzlinge riesig und mehr als unhandlich. Schlimm! Das Schiff wurde aber trotzdem von mir gebaut.

Jetzt aber noch ein Tipp von mir: Achtet bitte bei der Durchsicht des Kits auf die mitgelieferten silberne Stifte für die Felgenmontage. Diese könnten schnell im Eifer des Gefechtes verloren gehen.
Die Bauanleitung ist wieder über jeden Zweifel erhaben, aber leider fehlen wieder Angaben zum Original. Früher war das besser.

Im großen und ganzen kann ich sagen, dass es mir schon in den Fingern bzw. in den Hufen juckt. Somit sind wir schon wieder beim Anfang meiner Besprechung. In Deutschland gibt es bestimmt genug Pferdefreunde, die sich diesen Ponys widmen. Ich bin ein Pferdefreund geworden und werde bestimmt so einige Pferdchen gebaut in meine Vitrine stellen.
Zugreifen, es lohnt sich. Sehr empfehlenswert.

Erhältlich im online-shop von Modellbau König.

Heinz Behler von den Modellbaufreunden Borgentreich