Kawasaki Ki-78 „Ken“ von AZ Model 1:72 ( 7302 )

Unsere Leser werden es bestimmt schon gemerkt haben:
Wir haben ein „Herz für Exoten“ – egal ob zu Wasser, zu Lande oder in der Luft.
Ein solcher Exot war die Kawasaki Ki-78 „Ken“ aus den 1940er Jahren.
Schön, dass uns der tschechische Hersteller AZmodel einen Bausatz (beziehungsweise: 2 Bausätze!) hiervon auf die Basteltische gelegt hat …

Zum Original

Bei einer derart unbekannten Maschine wie der Kawasaki Ki-78, die es zudem nur als Einzelexemplar gab, sollten schon einige Informationen zum Vorbild sein:

Die Kawasaki Ki-78 war das Ergebnis intensiver Forschungsarbeit am Tokioter Luftfahrtinstitut (seit 1938) zur Erprobung eines kleinen einsitzigen Flugzeuges mit Laminar-Profil Tragflächen, kleinem Rumpfquerschnitt und sehr hoher Geschwindigkeit.
Mit einem in Lizenz hergestellten Daimler-Benz DB 601A Triebwerk von 1550 PS und einer Methanol/Wasser Einspritzung ausgestattet, erreichte die Maschine eine Höchstgeschwindigkeit von beachtlichen 700 km/h!
Nach dem Überfall auf Pearl Harbour übernahm die kaiserlich-japanische Armee das Projekt und gab ihm den Namen Ki-78. Von der alliierten Aufklärung erhielt die Maschine den „reporting name“ „Ken“.
Im September 1941 wurden die Arbeiten an der Ki-78 begonnen und erst am 26. Dezember 1942 erfolgte ihr Erstflug.
Allerdings blieb es bei diesem einen Prototypen und das gesamte Programm wurde am 11. Januar 1944 eingestellt.

Der Bausatz

In der Faltschachtel finden sich ZWEI komplette Kits wieder – vielleicht baut man ja auch noch eine „Einsatzmaschine“ oder gar eine „Beute“ der US-Streitkräfte?


Die beiden Rumpfhälften sind ordentliche short-run Kost – außen …


… wie innen:

Zumindest die Auspuffrohre würde ich durch Bf 109-Teile ersetzen – das sieht einfach besser aus als die angegossenen!

Die einteilige Tragfläche macht die Montage zum Kinderspiel – wenn sie erst einmal entgratet und versäubert ist:

Bei den beiden Höhenrudern sieht man sehr schön die nicht komplett ausgearbeiteten Gravuren – kein großes Drama: Ein paarmal mit der Gravurnadel nachgefahren und alles ist ok:


Das Instrumenttenbrett ist mir persönlich zu einfach: Ich würde die angedeuteten Skalen durchbohren und einen Film mit Skalen hinterlegen oder Skalen von Abziehbildern aufkleben – je nach Arbeitsaufwand:


Die beiden Fahrwerkabdeckungen und der Propeller sind ganz in Ordnung – man muss nur den Gussgrat entfernen, dann sehen die Teile wirklich gut aus:


Beim Hauptfahrwerk ist da schon mehr an Entgratungsarbeiten angesagt – hier lohnt sich unter Umständen schon ein Neubau aus Albion Alloys-Röhrchen unter Verwendung der orginalen Fahrwerkgabel:

Die Nassschiebebildern weisen die üblichen Hinomarus sowie Kalibrierungsmarkierung auf:


Markierbar sind eine orange und eine Naturmetallfarbene Ki-78:


Der Bauplan ist -entsprechend dem bausatz- einfach gehalten:


Wie schaut es mit der Maßhaltigkeit aus?
Länge Original: 8,1 Meter = 112,5 mm in 1:72
Länge Bausatz: mm
Spannweitet Original: 8,0 Meter = 111,1mm in 1:72
Spannweite Bausatz: mm

Das Fazit

Wer hat schon eine Ki-78 „Ken“ in seiner Vitrine stehen? Und welcher Hersteller würde sich an solch ein Vorbild wagen? Danke an Petr Muzikant von AZ Model für diesen Bausatz!
Modellbauer mit Hang zu etwas exotischeren Vorbildern sollten hier zugreifen und Fans der kaiserlich-japanischen Luftwaffe allemal!

Dr. Michael Brodhaecker, Lingen