Kit-Archäologie – heute: Die Focke Wulf FW 190 A von Monogram (# 6804)

Ohne Zweifel ist sie das absolute non-plus-ultra in Sachen FW 190 im Maßstab 1:48: Eduards FW 190 A-Serie!
Keine Frage!
Aber was haben eigentlich unsere Väter und wir selbst gemacht, als es noch keinen High-Tech Bausatz aus Tschechien gab?
Nun, wir haben zum Beispiel zur FW 190 von Monogram gegriffen, brav unsere ersparten 5 DM bezahlt und zu Hause voller Erwartung die Schachtel geöffnet.
Genießen wir gemeinsam einen kleinen Gang in die Geschichte unseres Hobbys …
In der zeittypischen fast quadratischen Stülpbox finden sich, lose herumliegend, olivgrüne und schwarze Spritzgussteile, teilweise schon vom Gussast gelöst:
Die beiden Rumpfhälften:

Und im Inneren der einen Hälfte dann der Beleg – wir haben es mit einem fast 60 Jahre alten Kit zu tun:
Und für einen Kit aus dem Jahre 1965 ist zumindest das Cockpit mehr als ordentlich detailliert:
Der Pilot ist … naja: akzeptabel:Die Nietreihen auf dem Rumpfbugeinsatz sind ein Fall für´s Überschleifen:Motorabdeckung und vorderen Panzerring finde ich ganz ok:Auch der Propeller passiert ohne großes Stirnrunzeln die Endkontrolle:Die Tragflächen sind ganz gut getroffen – auch wenn mir die Benietung hier und da etwas zu heftig daherkommt:

Die schön strukturierten Landeklappen – für einen Bausatz aus der Mitte der 1960er Jahre ein beachtliches Detail:
Die beiden Höhenflossen sind mit den üblichen Nietreihen versehen, aber die Ruder selbst weisen wunderbare Metall-/Stoffstrukturen auf:
Die schwarzen Fahrwerkbeine mit den angegossenen Federscheren und den Ledermanschetten über den Federbeinen sind durchaus akzeptabel- zumindest, wenn man das Alter des Bausatzes bedenkt:Die Hauptfahrwerkabdeckungen mit Nietreihen außen und den Klebepunkten im Inneren sind Kinder der 1960er Jahre, gehen aber durchaus als „ok“ durch:

Die Bereifung ebenfalls – man beachte die stabile Art der Befestigung beim Spornrad!Auch die restlichen Teile finde ich für einen fast sechszig Jahre alten Bausatz beachtlich:

Die Teile für die Kanzel – man beachte den separaten Kanzelrahmen in olivgrünem Polystyrol!Mal ganz ehrlich: Die Gussqualität kann sich durchaus sehen lassen!
Die Bauanleitung – hier schlägt der Nostalgiefaktor voll durch:Ganz viele gut gemeinte Tipps zum Bau und der farbigen Gestaltung unserer Focke Wulf 190 – damals waren die Bauanleitungen eben noch sehr textlastig!
Die leider schon etwas angegilbten Decals:Wirklich umfangreiche Markierungsvarianten und teilweise sind die Beschriftungen sogar lesbar:Auch die Bemalungsanleitung hat viel „Nostalgie“ – alleine der Kasten mit nützlichen Hinweisen „Finishing your Model“!

Tja, was soll man als Fazit schreiben?
Zunächst einmal: Für Modellbauer, die absoluten Wert auf akkurate Bausätze mit exzellenten Details legen – Finger weg! Kauft eine EDUARD FW 190!
Modellbauer mit einem masochistischen Hang zur Nostalgie sollten zusehen, eine alte Monogram-„Würger“ zu ergattern: Es macht einfach Spaß, wie früher den Kit zusammenzukleben und Spaß dabei zu haben. Und wenn uns dann der Nostalgiefaktor einige schöne Stunden des Schwelgens in unserer Modellbau-Vergangenheit ermöglicht … wunderbar!

Dr. Michael Brodhaecker, Lingen