M47/G Patton 1:35 Takom (#2070)

1978 brachte Italeri als Neuheit den M47 in 1:35 auf den Markt der auch heute noch als einer der Besten Bausätze von Italeri im Allgemeinen gilt. Dieser Bausatz war dann auch in den letzten 30 Jahren die einzige Möglichkeit einen M47 in 1:35 zu bauen – bis jetzt !

Das Vorbild

Bei dem M47 handelt es sich im Prinzip, wie bereits beim M46, eigentlich nur um eine Notlösung. Die USA hatten geplant den nächsten Kampfpanzer im Rahmen des T42 Projektes zu entwickeln, was aber noch einiges an Entwicklungszeit erforderte. Der Koreakrieg zwang die USA aber schnell einen Nachfolger für den M4 Sherman und M46 Patton zu finden. So wurde der Turm des T42 Projektes auf eine M46 Wanne gesetzt. Diese Konstruktion ging dann ab 1951 in Produktion und wurde M47 „Patton“ genannt. Neben dem M46 war der M47 der zweite Panzer der diesen Beinamen tragen sollte. Danach wurde der Name nur noch für den M48 verwendet. Da der M48 bereits ab 1953 eingeführt wurde, wurden die meisten M47 bereits Ende der 50’er Jahre wieder außer Dienst gestellt bzw. verkauft. So wurde der M47 unter anderem an Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, Griechenland, Iran, Italien, Japan, Äthiopien, Pakistan, Jordanien, Portugal, Saudi Arabien, Südkorea, Sudan, Spanien, Schweiz, Türkei, Jugoslawien verkauft.
Dies erklärt auch die recht hohe Anzahl von Konflikten in denen der M47 teilnahm :

  • 1965 bzw. 1971 nutzten Pakistan den M47 im zweiten und dritten Indisch-Pakistanischen Krieg,
  • Jordanien setze ihn 1967 im Sechstagekrieg gegen Israel ein
  • Die Türkei verwendete ihn 1974 bei der Invasion von Zypern
  • In den 80’er Jahren setzte ihn der Iran auch im Ersten Golfkrieg (Iran-Irak-Krieg) ein
  • In den 80’er und 90’er Jahren setzte ihn die Türkei mehrfach gegen die PKK in der Türkei und im Irak ein
  • Es wird vermutet, dass der M47 auch in der Anfangsphase des somalischen Bürgerkrieges zum Einsatz kam
  • Während der Suezkrise 1956 fand sich der M47 auch im Arsenal von Frankreich
  • Sogar während des Kroatienkrieges (1991-1995) wurde er sogar noch von Kroatien verwendet

Auch wenn diese Auflistung beeindruckend erscheinen mag sollte nicht verschwiegen werden, dass der M47 in diesen Konflikten gegen die Gegner aus sowjetischer Produktion (T-54, T-55, T-62 und T-72) eher mäßig abschnitt.

Der Bausatz

Wie auf der Packung angedeutet handelt es sich um einen 2 in 1 Kit. Dies bedeutet, dass es möglich ist entweder einen „normalen“ M47, oder einen deutschen M47G zu bauen. Auf die Besonderheiten des M47G gehen wir im Verlauf des Reviews noch genauer ein.
Nach dem Öffnen der Schachtel finden wir 7 graue Spritzlinge, einen Spritzling mit klaren Bauteilen, 2 Teile für den Turm und die Unterwanne, 2 Montagehilfen und einen kleinen Decalbogen. Ja, sie lesen richtig – ein PE Bogen liegt dem Bausatz nicht bei.

Die Unterwanne

Als erstes Bauteil sticht uns die Unterwanne ins Auge, die auch an der Unterseite schön detailliert ist.

Der Turm

Dieser besteht im Grunde aus der oberen und unteren Hälfte.


Was direkt ins Auge fällt ist die wunderschöne Grußstruktur sowie die aufgeprägten Seriennummern als auch die fein detaillierten Nieten. Wer die Bundeswehrversion bauen möchte wird die eckigen Vertiefungen an den Seiten des Turms verspachteln müssen.

Gussast A

Neben den diversen Teilen für das Laufwerk finden wir hier auch diverse Haltegriffe und Kleinteile. Die Gussqualität ist auf sehr hohem Niveau und lässt keinen Spielraum für Kritik. Dieser Gussast liegt 2x bei.

Gussast C

Die Oberwanne, Kettenbleche und Aufbewahrungsboxen finden wir an Gussast „C“. Sinkstellen oder andere Qualitätsmängel sind keine zu finden.


Besonders fein detailliert zeigt sich das Abschleppseil.

Gussast D

Kleinteile  „en masse“ finden wir an Gussast „D“. Neben dem Lauf des Bug MG, diverse Werkzeug und Schutzbügeln der Beleuchtung finden wir hier auch das Leitkreuz für die Bundeswehr-Version.

Gussast F

Neben diversen Luken, finden wir hier auch das M36 90mm Geschütz in 2 Ausführungen. Eine Ausführung zeigt sich mit einem Teil des Verdecks für die Kanonenblende, die andere Ausführung ist sozusagen „nackt“. Warum die nackte Version einteilig gegossen ist, die Version mit Verdeck aber aus 2 Hälften zusammengeklebt werden muss wissen wohl nur die Kollegen von Takom.


Ebenfalls sehr schön gelungen : Die Gußstruktur an der Kanonenblende.

Gussast G

Am Gussast „G“ finden wir diverse Anbauteile für den Turm. Darunter auch nicht weniger als 4 verschiedene Rohrmündungen. Gleich vorab – Takom gibt in der Bauanleitung nicht an welche Mündung für welche der zu bauenden Versionen zu verwenden ist- schade. Beim Abtrennen der recht langen Griffe ist Vorsicht geboten – hier besteht Bruchgefahr.


Besonders schön gelungen sind die Teile für das Verdeck der Kanonenblende.

Gussast L

Die Ketten sind im Prinzip als Segmentketten ausgeführt. Nur an Umlenkrolle und Antriebsrad werden diese durch einzelne Kettenglieder ergänzt. Bei der Montage dieser ist zu beachten, dass ein Teil der Einzelglieder mit angewinkelten Endverbindern und angewinkelten Führungszähnen dargestellt sind. Diese sind für die Bereiche bestimmt in denen die Ketten in einem engen Radius gebogen ist. Die Bauanleitung schildert aber genau welche Art wo montiert werden sollen.


An der Innenseite der Ketten finden sich einige kleinere Auswerfermarker, die jedoch recht zügig mit einem scharfen Skalpell durch Abschaben eliminiert werden können.

Falls Sie sich fragen, wie die einzelnen Segmente zusammengefügt werden sollen – Kein Problem ! Takom hat eine Montagehilfe beigelegt um die herum die Kette zusammengefügt wird. Schlichtweg eine geniale Idee !

Gussast K / Klarsichtteile

Wie bei einem Panzer üblich halten sich die Größe und Anzahl von Klarsichtteilen im Rahmen. Der M47 verfügt ebenfalls nur über ein paar Periskope, Scheinwerfer und Sichtblöcke für den Kommandanten.

Decals

Der Decalbogen wirkt auf den ersten Blick ob seiner Größe etwas ernüchternd, reicht aber aus um 6 verschiedene Fahrzeuge zu dekorieren. Die Druckqualität der Decals ist absolut hochwertig und fehlerfrei. Die Decals für die einzelnen Markierungsvarianten sind in eigene Segmente unterteilt und mit Buchstaben beschriftet.

Markierungsvarianten

Hier hat sich Takom bzw. AMMO by Mig richtig Mühe gegeben. Nicht weniger als 6 Varianten aus 6 verschiedenen Ländern stehen zur Auswahl:

  • M47 Early Production Detroit Tank Arsenal, USA 1951
  • M47G Western Germany, 60’er Jahre
  • M47 Battle of Assal Uttar 10.09.1965 (Indo-Pakistani-War)
  • M47 Südkoreanische Armee aus den 80’ern
  • M47 Jordanische Armee ( 6 Tage Krieg 1967 )
  • M47 Kroatien, Bosnien Herzegowina 1993

Baulich unterscheidet sich lediglich der M47G von den anderen M47.

Bauanleitung

Die im CAD-Stil gehaltene Anleitung ist übersichtlich gestaltet und die einzelnen Teilschritte sind grafisch nicht überladen. Ab Baustufe 29 wir der Bau in die Schritte 29-1 bzw. 29-2 unterteilt. „-1“ bezieht sich auf den Bau des normalen M47, „-2“ geht auf die Unterschiede zum M47G ein.

Fazit:

Takom hat es beim M47 tatsächlich geschafft einen sehr gut detaillierten Bausatz zu entwerfen, der trotzdem recht einfach zu bauen sein dürfte. Beim Abtrennen der ersten Bauteile fiel uns bereits positiv auf, dass diese sich teilweise bereits unter geringem Druck von selbst vom Gußast lösen, da die Angüsse so filigran sind. Dies sollte beim Abtrennen der filigranen Bauteile hilfreich sein. Dass dem Bausatz keine PE Teile beiliegen haben wir nicht wirklich vermisst.
Garniert mit 6 völlig unterschiedlichen Markierungsvarianten, darunter auch echte Exoten, hat der Bausatz definitiv das Zeug zum Kassenschlager!

Absolut empfehlenswert !

Erhältlich im Online Shop von Modellbau König