M60A1 w/Explosive Reactive Armor 1:35 Takom (2113)

Nachdem Takom bereits den taiwanesischen CM-11 Brave Tiger mit und ohne ERA auf den Markt gebracht hat, der ja auf dem M60 basiert, bietet uns Takom nun auch den M60A1 mit Explosive Reactive Armor an.

Das Original

Der M60 geht auf das T95 Programm aus der Mitte der 50’er Jahre zurück, dass das Ziel hatte einen Main Batte Tank als Ersatz für de den M48 zu entwickeln. Ab 1960 wurde dann Ur-M60 gebaut. Ab 1962 wurde dann die Ausführung A1 gebaut, der über den neuen T95E7 Turm verfügte (Der Ur M60 hatte den Turm noch vom M48 geerbt). Weitere Verbesserungen des A1 bestanden in einer verstärkten Panzerung, einem neuen, sparsameren Motor und mehr Platz für die Besatzung durch Verlegung des Turms. Ab 1975 wurde der M60A1 dem „Reliability Improved Selected Equipment“ Programm unterzogen, was wieder einige Verbesserungen mit sich brachte. Ab Ende der 80’er Jahre erhielten die M60A1 dann noch eine ERA (Reaktivpanzerung).

Eingesetzt wurden die M60A1 noch 1991 im zweiten Golfkrieg, wie z.B. 200 M60A1 der US Marines in einem Kampf mit irakischen Panzerkräfte gerieten und dabei um die 100 feindliche Panzer zerstörten und dabei nur einen M60A1 verloren – und den auch nur wegen einer Mine.

Der Bausatz

Nach dem Öffnen des Kartons erwarten uns:

  • 9 Gussäste aus grauem Polystyrol
  • Unterwanne aus grauem Polystyrol
  • 1 Gussast aus klarem Polystyrol
  • 2 Vinylketten
  • 1 PE Bogen
  • 1 Decalbogen
  • 1 Metallseil
  • 2 Stahlstifte
  • Bauanleitung

Unterwanne

Wie bei Panzern in der Regel üblich besteht die Unterwanne aus einem Teil.


Die Gussstruktur ist sehr schön aber vielleicht auch etwas zu dezent dargestellt. Wer mag kann diese noch mit Flüssigkleber und dünnflüssigem Putty noch etwas verstärkt darstellen.

Gussast A

Der doppelt beiliegende Gussast „A“ verfügt über sämtliche Teile zur Darstellung der Laufrollen und deren Aufhängung.


Man Beachte die filigranen Verschlüsse und den Sicherungssplint an der Schleppöse. Respekt !

Gussast F

Die Oberwanne mit ein paar größeren Zubehörteilen finden wir an Gussast „F“.


Auch hier finden wir eine ähnliche Gussstruktur wie bei der Unterwanne vor. Bei älteren Bausätzen dieser Fahrzeugfamilie waren die Griffe auf dem Motordeck typischen Kandidaten zum Ersetzen durch PE Teile – Beim M60A1 von Takom ist das definitiv nicht notwendig.

Gussast G

Weiter geht es mit den Kettenblechen, einigen Anbauteilen und dem Heck.


Feine, knackscharfe Details und eine absolut überzeugende Gussqualität.

Gussast J

Der ERA wurde ein eigener Gussast gewidmet, was auch durchaus sinnvoll ist.

Absolut überraschend sind hier die vielen Kleinteile mit denen die Platten montiert werden. Da die Platten später die Halterungen logischerweise verdecken hätten wir durchaus Verständnis für einen einfacheren Aufbau gehabt. Um so mehr freut es uns, dass Takom auch bei den Halterungen ganze Arbeit leistet.

Gussast K

Auch an Gussast „K“ finden wir weitere Halterungen für die ERA, aber auch noch ein paar weitere Kleinteile.


Die Enden der Seilkauschen sind natürlich offen dargestellt um das Metallseil dort sauber einführen und verkleben zu können. Das Abgasrohr der Heizung ist ebenfalls am Ende offen dargestellt. Auch hier entfällt lästiges Aufbohren.

Gussast L

Geschützblende und das Rohr des M68 Geschützes finden wir an Gussast „L“.


Die Falten der Geschützblende sind sehr schön modelliert. Das Geschützrohr wird fesst verklebt und kann später nicht in der gehoben oder gesenkt werden.

Gussast M

Da ist es nun endlich – der T95E7 Turm zusammen mit der Kuppel für den Kommandanten und dem „Fording Kit“, also der Tiefwatausrüstung.


Beim Anblick der Innenseite des Turms erkennt man wieviele Löcher gebohrt werden dürfen um die Halterungen der ERA befestigen zu können. Die Gussstruktur ist sowohl beim Turm an sich, als auch bei der Kommandnatenkuppel schön getroffen. Das Fording Set besteht, wie beim Tamiya M48A3, aus 2 Hälften.

Gussast N

Und weiter geht es mit diversen Kleinteilen bzw. Kleinstteilen wie Scheinwerfer, Benzinkanister, Hebeösen, Ersatzlaufrad, dem Abstandhalter für das cal. 50 und natürlich dem Lauf des ca. 50.


Insbesondere bei den filigranen Teilen wie Ösen, Griffen oder auch dem Staukorb fallen die sehr dünnen Angüsse auf, die das Abtrennen der Teile vom Gussast deutlich erleichtern sollten. Trotzdem ist hier etwas Vorsicht und Gefühl gefragt.

Klarsichtteile

Der Gussast für Klarsichtteile wird insbesondere von Winkelspiegeln und Scheinwerfern dominiert.

Vinylketten

Takom hat sich ja einen Namen für die exzellenten Segmentenketten inkl. Montagehilfe gemacht. Bei diesem Bausatz liegen aber zur Darstellung der T142 Kette Vinylteile bei.

Die Vinyteile sind aber sehr schon gestaltet. auf der Innenseite der Kettenglieder kann man sogar die Gussstruktur des Metalls erkennen. Am Anfang/Ende der Ketten finden wir wie beim Original Bohrungen an Endverbindern und Führungszähnen. Wozu diese dienen decken wir gleich auf.

Metallstifte

Takom wäre nicht Takom, wenn nicht auch bei diesem Bausatz ein kleine Genialität eingeplant wäre. Mit 2 unscheinbaren Metallstiften lassen sich die beiden Vinylketten wie im Original ganz einfach verbinden. Die Problematik wie die Vinylketten zu Verkleben sind stellt sich hier somit erst gar nicht – Danke, Takom !

Metallseil

Wie bei Takom üblich liegt auch hier das Abschleppseil in Form eines Metallseiles bei.

PE Platine

In Sachen PE bleibt Takom der Devise „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ treu. Insbesondere die Staukörbe profitieren enorm von den dünnen Gittern.

Decals

Der Decalbogen enthält die Decals zur Darstellung von 4 verschiedenen Fahrzeugen. Druckfehler sind keine ersichtlich, auch kleine Texte sind noch lesbar und die Decals liegen im Register -Perfekt !

Bauanleitung

Wie bei Takom üblich liegt die Bauanleitung wieder im Querformat bei und entspricht ca. DIN A4.  Nach einer kurzen Einleitung in englischer Sprache und einer Übersicht über die mitgelieferten Gussäste und sonstigen Teile führt uns die Anleitung in 27 Bauschritten mithilfe von Explosionszeichnungen durch den Bau. Die Zeichnungen lassen keine Fragen offen und jede Zeichnung für sich ist auch nicht überfrachtet.

Die 4 Markierungsvarianten beziehen sich alle auf Fahrzeuge aus dem zweiten Golfkrieg – Sandfarbe dominiert also.

Im Detail sind die Fahrzeuge wie folgt beschrieben :

  • 3r Platoon, Alpha Company, 8th Tank Battalion USMC, Operation Desert Storm 1991
  • C-14, 1st Platoon, Charlie Company, 3rd Tank Battalion USMC, Regimental Combat Team 7, Task Force Ripper, Operation Desert Storm 1991
  • C-51, HQ Platoon, Charlie Company, 3rd Tank Battalion USMC, Regimental Combat Team 7, Task Force Ripper, Operation Desert Storm 1991
  • C-12, 1st Platoon, Charlie Company, 3rd Tank Battalion USMC, Regimental Combat Team 7, Task Force Ripper, Operation Desert Storm 1991

Etwas optische Abwechslung bietet insbesondere die zweite Variante mit MERDC Lackierung unter den ERA Kacheln.

Fazit:

Takom liefert mal wieder ganz souverän einen rundum schönen Bausatz ab. Auch wenn der Anblick der Vinylkette etwas Zähneknirschen auslöste müssen wir doch der Qualität der Kette und der Lösung mit den Metallstiften Respekt zollen. Dort wo die Struktur von gegossenem Stahl zu erwarten ist hat Takom ihn auch schön dargestellt. Ob die Intensität der Darstellung ausreicht muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Detaillierung und Gussqualität ist, wie bei eigentlichen allen Takom Bausätzen, wieder erste Sahne. Die PE Teile sollten auch einen Anfänger nicht überfordern und decken die Bereiche des Modells ab an PE Teile schlichtweg sinnvoll sind.

Absolut zu empfehlen !

Erhältlich im Online Shop von Modellbau König