Polikarpov I-16 Typ 24 in 1:32 von ICM (32001)

Man braucht sie garantiert nicht mehr groß vorzustellen – die Polkarpov I-16 gilt als DER Inbegriff sowjetischer Jagdflugzeuge der 1930er und -40er Jahre und wurde an Bekanntheit nur noch von der MiG-15 übertroffen.
Kein Wunder also, dass wir Modellbauer in jedem Maßstab von 1:144 bis hin zu 1:32 mindestens einen Bausatz zur Auswahl haben.

ICM aus Kiev haben nun ihre Interpretation der „Rata“ in 1:32 vorgelegt und ich muss sagen – ein klasse Kit!

Das beginnt schon mit der tollen Verpackung: Unter dem üblichen Deckel des Stülpkartons verbirgt sich ein ungemein stabiler „Versandkarton“, in dem der Inhalt bruchsicher aufbewahrt wird:


Ich wiederhole mein Mantra: Solche stabilen Boxen sind allemal den sehr un-praktischen Faltschachteln vorzuziehen!
Und warum?
Verpackung ist doch letztlich „nur“ Verpackung!
Fast!
Denn wie man hier sieht, sind solche stabilen Boxen nicht nur eine perfekte Transportsicherung, man kann sie auch prima zum Aufbewahren fertiggestellter Komponenten nutzen:

Versucht das mal mit einer Faltschachtel!

Aber zurück zum Bausatz – denn darum geht es ja hauptsächlich: Was ist denn nun IN der Schachtel?

Drei hellgraue Gussrahmen mit wirklich fein detaillierten und sehr schön gegossenen Polystyrolteilen, ein klarer Spritzling, die Bauanleitung sowie die Nassschiebebilder machen den Inhalt der recht geräumigen Box aus.

Spritzling 1 mit den beiden Rumpfhälften:


Die beiden Rumpfhälften sind vorbildgerecht mit teils erhabenen Details versehen und die Darstellung der stoffbespannten Seitenflosse ist wirklich klasse gelungen.
Im Inneren ist ein Stahlrohrgerüst nachgebildet, an dem dann die „Innereien“ befestigt werden:

Auch die Ruder sind mit dezenten Stoffbespannungen versehen, die nach dem Lackieren noch einmal abgemildert werden:

Hauptbereifung, die Jalousie der Motorkühlung, die Endplatte für den Propeller und der Rumpfeinsatz mit den beiden „Fensterchen“ zur Beleuchtung des tief im Rumpf verborgenen Instrumentenbrettes:

Gussrahmen Nummer 2 mit den Motorteilen sowie dem Innenleben des Cockpits:


Bodenplatte, Sitz und diverse Rumpfspanten sorgen später für eine stabile Struktur im Cockpit:


Weitere Kleinteile für den Innenraum:


Das Antriebsaggregat ist hervorragend wiedergegeben – man beachte alleine die feinen Kühlrippen:


Die Auspuffrohre müssen leider von Modellbauer selbst aufgebohrt werden und ihre einzelne Montage an Motor UND Motorverkleidung ist eine langwierige und nervenraubende Fummelei:


Da würde ich mir beim nächsten Mal einen etwas einfacheren Montageweg wünschen!
Vielleicht ja bei der I-153 in 1:32?

Hier noch ein Blick auf weitere Kleinteile:


Rückenlehne und Sitzschale für unseren Flugzeugführer:

Fehlt nur noch das passende Gurtzeug!
Eduard schafft Abhilfe.

Der dritte Spritzling mit den Tragflächen, dem Fahrwerk und der Motorverkleidung:


Die einteilige untere Tragfläche ist mit vielen erstklassigen Details versehen …


… und weist im Fahrwerkscacht die rechteckigen Sichtfenster auf, die es dem Piloten ermöglichen sollten, zu sehen, ob das Fahrwerk tatsächlich ausgefahren ist:


Die beiden Tragflächenoberseiten sind ebenfalls mit schönen Details versehen:

Was man auch von der Motorabdeckung und dem Propeller sagen kann:

 

Auch im Bereich Fahrwerk sinden sich schön wiedergegebene Details:

Der kleine Gussrahmen mit den Klarsichtteilen:


Die Windschutzscheibe ist ausreichend transparent und mit randscharfen Streben versehen – wichtig beim späteren Abkleben zum Lackieren:


Das ReVi:


Das Instrumentenbrett wird etwas anders montiert als sonst üblich:


Zunächst bringt man das Nassschiebebild mit den Skalen auf einem grauen Träger an und dann klebt man das transparente Instrumentenbrett darüber:

Dadurch wirkt der transparente Teil quais als Glasersatz.
Das funktioniert ganz gut – vorausgesetzt, man arbeitet bei der Platzierung des Decals sorgfältig!

Die Bauanleitung für die kleine Polikarpov ist absolut top und wenn man den einzelnen Bauschritten aufmerksam folgt, enstehen keine Probleme:

Farbangaben nach Revell und Tamiya:

Der kleine Bogen mit den Markierungen …


… lässt uns Modellbauern die Wahl zwischen verschiedenen Maschinen der VVS:

Ganz ehrlich? Die Maschine von Boris Safonov mit den patriotischen Slogans „Für Stalin!“ und „Tod den Faschisten“ hat es mir angetan – zumal es für „unseren“ Boris auch noch eine exzellente Resinfigur gibt!
Da bietet sich eine kleine Vignette geradezu an!

Ein Fazit zu ziehen, fällt mir leicht:
KAUFEN!
Dieser Bausatz ist wirklich einmalig: Er sieht klasse aus, ist perfekt gegossen und lässt sich (mit Ausnahme der Auspuffanlage!) einfach montieren. Und das alles bei einem Preis von unter 30 Euro für einen 1:32er Bausatz!

Und wer noch bis Januar 2018 warten kann, darf sich über den gleichen Kit in einer Revell-Schachtel freuen …

Erhältlich im online-shop von Modellbau König.

Dr. Michael Brodhaecker, Lingen