Reichsverteidigung Dual Combo Bf 109 G-6 / G-14 und FW 190 A-8/R2 in 1:48 von Eduard 11119

Eduard bringt seine Bausätze immer wieder nicht nur unter Bezeichnung des jeweiligen Flugzeugs, sondern seit einiger Zeit auch in Zusammenstellungen mit besonderem thematischem Bezug. Hier also die „Reichsverteidigung“ – unter diesem Begriff wurden die Versuche der Reichsluftwaffe zusammengefasst, um im Zweiten Weltkrieg die Abwehr gegen die Bomberangriffe der Westalliierten zu führen. Nehmen wir das also mal zur Anregung, in der Vorstellung auch etwas mehr auf das Thema einzugehen …

Der großformatige stabile Karton ist im Hochformat gestaltet und hat eine etwas umfassendere Würdigung verdient. Die Hintergrundgestaltung zeigt einen B-17-Pulk und fließend weiter in den Vordergrund gerückt ein Foto von Piloten der Reichsverteidigung. Und zwar nicht irgendein bekannter Offizier mit blitzenden Orden jubelnd aus dem Flugzeug steigend, sondern Piloten in niedrigen Dienstgraden, vom Sinn- und erfolglosen Einsatz gezeichnet, müde und vorzeitig gealtert, die einen ratlosen Eindruck machen – Verbrauchsmaterial ihrer menschenverachtenden Führung. Eine Darstellung der Tatsachen im Zeitraum als der Bausatzinhalt im Original verwendet wurde. Sehr gut gemacht, Eduard!
Der Bausatzinhalt besteht zentral aus je einem Bausatz für eine Messerschmitt Bf 109 und eine Focke-Wulf Fw 190. Weiterhin sind vorhanden eine umfangreiche Bauanleitung (36 Seiten!) für das Gesamtset, eine komplett neu zusammengestelltes Decalblatt für die großen Markierungen und je einem Stencilblatt, Ätzteilrahmen und Abklebemaskenblatt für jedes der Modelle. Resinteile sind nicht enthalten. Als Zugabe ist jedoch noch ein hochwertiger DIN-A-4 Druck der als Decalalternative Buchstabe „B“ im Modell darstellbaren Fw-190, hier von Mustangs zum „Gartenzaun“ verfolgt, beigegeben (Der Rahmen im Foto oben ist nicht enthalten). Dieses Flugzeug und das Schicksal seines Piloten stellt einen wesentlichen Bestandteil des Museums dar, das wir noch vorstellen werden.

Die beiden Bausätze sind die aktuellen Ausführungen, die gegenüber den ersten Formen Nachbesserungen in ihrer Ausführung erhalten hatten.

Die Fw-190 ist zur Nachbildung der Version A-8/R2 (eine Diskussion, ob die richtige Bezeichnung /R8 sein müsste, sparen wir uns hier) vorgesehen. Dies ist die Sturmjägerversion mit der umfangreichen Zusatzpanzerung; also äußerlich sowohl an den Rumpfseiten, als auch vorn und seitlich am Windschutz der Cockpithaube und seitlich an der Schiebehaube (das sind die häufig beschriebenen „Scheuklappen“) die bei einigen Vorbildern der Bausatzversionen sehr schnell wieder abgebaut wurden. Die Unterschiede werden in der Bauanleitung beschrieben, dies sei schon vorweggenommen. Der Einsatzzeitraum der Originale liegt sämtlich im zweiten Halbjahr 1944. Es sind Flugzeuge der Sturmgruppen, die im Schwerpunkt die Bomber der USAAF angreifen sollten. Für den Kampf gegen Jäger waren sie nicht geeignet und mussten sich daher aus dem Staub machen, wenn sich keine Angriffsmöglichkeit ergab, oder die Munition verschossen war. In ungünstigen Fällen waren die Verluste gegen die alliierten Jäger sehr hoch.

Der Bausatz ist über jeden Zweifel erhaben und stellt wohl das Spitzenprodukt in diesem Maßstab dar. Die erste Ausgabe der ganzen Serie hatten wir hier schon umfassend vorgestellt.

Zwei Spritzäste für die großen Rumpfteile liefern die Grundlage für den Rumpf (Ast „T“) und die Tragflächen (Ast „L“).
An den Rumpfteilen sind die zusätzlichen Panzerplatten der R2-Ausstattung mit sehr feiner Darstellung der Befestigungsbolzen angespritzt. Da diese im Original eine Stärke von 5mm hatten ist diese Form der Darstellung die Realistischste:
Die Tragflächen habe die Beulen für die äußeren Mk-108 Kanonen. Die Ausführung der Gravuren und Nieten ist sehr fein und eigentlich nicht zu verbessern.
Weitere drei für die ganze Serie der Fw-190-Modelle verwendete Spritzäste mit den kleineren und den Kleinstteilen vervollständigen den „grauen Teil“. Die Detaillierung ist bekannt hervorragend:

Auch hier noch ein Blick auf die einfach Klasse wiedergegebenen Details:

Die Klarsichtteile sind sehr umfangreich für alle Ausrüstungsalternativen vorhanden. Die Ausführung ist glasklar mit feinen Details an den Rahmen. Arbeiten zur Verbesserung des Erscheinungsbilds sind nicht erforderlich.

Die Bf-109 ist zur Nachbildung der Versionen G-6 und G-14 vorgesehen. Also der späten Versionen mit den „Beulen“. Es können Nachbildung von G-6/R6 „Kanonenbooten“ mit Gondelbewaffnung und unterschiedlichen Leitwerken zu Einsatzzeitpunkten von Ende 1943/Anfang 1944 hergestellt werden. Auch diese wurden für den Einsatz gegen Bomber mit dieser Bewaffnung vorgesehen und hatten die gleichen Probleme im Kampf gegen Jäger wie die späteren Sturmjäger. Vom zeitlichen Zusammenhang können sie nicht zusammen mit den oben beschriebenen Sturmjägern gesehen werden. Die Nachbildungen der G-6 ohne Gondelbewaffnung und der G-14 gehören in den Zeitraum ab Mitte 1944/Anfang 1945 und können den Begleitschutz für die Sturmjäger darstellen, der die alliierten Jäger „beschäftigen“ und ablenken sollte. Gegen deren Übermacht war dieser taktische Ansatz in der Regel jedoch nur von geringem Erfolg. Die häufig eingesetzten jungen Piloten mit geringer Flug- und gar keiner Kampferfahrung wurden vielmehr auch hier in großer Zahl abgeschossen oder verunglückten bei Start- und Landeunfällen und bei schlechtem Wetter, in dem sie, ohne jede Aussicht die Bomber zu erreichen, trotzdem losgeschickt wurden.

Der Bausatz gehört in die Spitzenklasse in diesem Maßstab.

Auch hier sind die große Rumpf- und Tragflächenteile auf zwei Spritzäste verteilt. Hier sind es die aus der Serie bekannten Äste „T“ für den Rumpf, wobei die genaue Zuordnung der Beulen und der Leitwerksteile zu den jeweiligen Markierungsoptionen in der Bauanleitung genau beschrieben ist und die Äste „N“ für die obere, sowie „K“ für die untere Tragfläche:
Die Darstellung der Feinheiten ist bekannt exzellent:

Hier liefern zwei größere Spritzäste („H“ und „I“) als bei der Fw die Ausgangsbasis für die kleineren Teile. Auch sie sind wieder von der Serie bekannt und bis in die Feinheiten hinein mustergültig.

Der Klarsichtast enthält Teile für alle möglichen Varianten der G oder K-Versionen. Windschutz, Panzerplatten, Klapphauben; alles vorhanden und in super klarer Ausführung.

Für alle Haubenteile beider Bausätze sind die praktischen Klebemasken vorhanden, bei der Bf-109 sogar für die Innen- und Außenseiten:Die beiden Ätzteilplatinen enthalten jeweils insbesondere bereits farbige Teile für die Verfeinerung des Cockpits, so für die Instrumentenbretter, die Seitenkonsolen und die Gurte. Bei der Bf-109 zusätzlich auch für die Kühler. Sie entsprechen im Umfang etwa den auch gesondert erhältlichen Zoom-Sets.
Mit dem sehr umfangreichen Decalsatz für die insgesamt dreizehn! verschiedenen Markierungsoptionen spart sich der Käufer dieses Bausatzes den Erwerb eines weiten Satzes für andere Projekte wie z. B. mit Overtrees von Eduard. Es bleiben reichlich Balkenkreuze, Zahlen, Wappen, Propellerhaubenspiralen und Abschussmarkierungen hierfür oder für die berühmte Grabbelkiste übrig. Der Druck ist ausgezeichnet und weist keine Fehler auf:
Weiterhin sind für die kleinen Markierungen die ebenfalls auch gesondert erhältlichen Decalsätze vorhanden. Auch hier ist die Ausführung vorbildlich mit maßstäblichen leserlichen Schriften. Wiederum bleiben einzelne Decals übrig, die für ein weiteres Modell Verwendung finden können.

Die Anbringung dieser Decals ist auf den Seiten 34 und 35 der Bauanleitung großformatig und ganz genau beschrieben:

Die Bauanleitung ist dem Kartoninhalt entsprechend umfangreich. Die Form und optische Aufbereitung entspricht dem mittlerweile üblichen hohen Eduard-Standard und ist absolute Spitze. Nach Wahl der Anstrich und Markierungsversion führt sie fehlerfrei und unmissverständlich zum Ziel. Die Hinweise auf die Farbgebung im Innenbereich bzw. für die Verwendung der Ätzteile müssen allerdings genau studiert werden werden, da die Variationen zahlreich sind. Dies ist Folge der sehr hohen Qualität der Bausätze und des umfangreichen Karoninhalts, also keineswegs ein Manko.

Die vielen Decal- und Anstrichalternativen sind auf den Seiten 21 bis 33 genau beschrieben. Die Möglichkeiten aus der Box decken das Thema „Reichsverteidigung“ insoweit nahezu vollständig ab. Die „Rauhbautz VII“ von Bretschneider ist das wohl bekannteste Vorbild, bietet aber zwei Alternativen für den Schriftzug – je nach dem, welcher Quelle man vertrauen mag. Überwiegend handelt es sich jedoch um eher selten angebotene Vorbilder. Auch das ist etwas Besonderes innerhalb des Gesamtangebots:

Und damit kommen wir zum Ende zum wichtigen Stichwort: Das Gesamtangebot ist auch unter Preis-Leistungs-Aspekten ganz hervorragend. Zwei absolute Spitzenbausätze, viel Zusatzausstattung, super Vorbilder, etliches an weiter verwendbarem Material für weitere Projekte usw. usw. …… Für WKII-Modellbauer des Maßstabes gibt es eine klare Empfehlung: Kaufen, solange noch verfügbar!!
An dieser Stelle fügen wir einmal eine Übersicht über die bisherigen Eduard-Spritzäste für die Bf-109 in 1:48 bei.
Hier wird die modulare Planung von Eduard besonders deutlich. Es sind ja weitere Bausätze für die Bf-109 mit der gestrakten Motorhaube (AS-Versionen, G-10. K, und Doppelsitzer!) zu erwarten. Diese Liste wird also noch vollständiger werden.

Erhältlich ist der „Reichsverteidigungs Dual Combo direkt im Eduard online-shop.

Hermann Geers, Wietmarschen