SdKfz 9 mit 88mm Flak Selbstfahrlafette in 1:48 Wespe Models WES 48156

Bei einem Ausstellungsbesuch ist mir der Resin-Bausatz einer FLAK Selbstfahrlafette auf Fahrgestell Sd.Kfz. 9 des mir bisher (zu Unrecht, so viel sei schon mal gesagt) wenig bekannten Hersteller Wespe-Models aus Rumänien aufgefallen. Das Original wurde nur in einer Stückzahl von 12 Exemplaren hergestellt und war nur bei der 26. Panzerdivision (Heeres-Flak-Abteilung 304) der Wehrmacht in der Zeit von 1943 bis 1945 im Einsatz. Auch insoweit handelt es sich also um einen echten Exoten …
Als bekennender Flugzeug-Quarterscaler suche ich natürlich immer auch mal im passenden Maßstab nach Bodenfahrzeugen und am Boden bleibt so eine schwere Zugmaschine wie das Sd.Kfz. 9 schon alleine für sich natürlich. Erst recht dann mit der schweren Flak noch oben drauf. Als Fahrzeug mit dem eigentlichen Einsatzschwerpunkt Panzerabwehr gehört es wohl kaum zum Dioramazubehör für einen Flugplatz, aber mit der Flak hat es einen klaren Luftfahrtbezug und deshalb konnte ich nicht wegschauen.
Ein Blick auf die Internetseite des Herstellers offenbart dann noch ein weit umfassenderes höchst interessantes Angebot für die Vertreter meines Interessenschwerpunktes. Hier gibt es eine Vielzahl von Fahrzeugen und (Generator-) Anhängern (auch einen Meilerwagen für die V2), aber auch weiteres Dioramazubehör wie etwa einen Flugplatzflakturm und Baracken sowie Krane, Fässer, Kanister, Eimer und Planen. Das Angebot gibt es natürlich auch in den weiteren gängigen Modellbaumaßstäben von 1:15 bis 1:87 und auch für noch kleinere Maßstäbe.
Wirklich eine überzeugende Produktpalette – wir werden demnächst noch weitere Bausätze vorstellen können!

Wie sieht es denn nun mit dem vorliegenden Bausatz aus?
Es handelt sich um einen vielteiligen reinen Resin-Bausatz. Also schon mal von daher nichts für Modellbauanfänger. Der Bausatz wird als „cleaned to build“ ausgewiesen; das soll wohl bedeuten, dass die Teile von einer Grundplatte bereits abgelöst und etwas vorversäubert und mit grauem Material nachbearbeitet wurden. Also betrachten wir die nach dem Auspacken nicht weiter bearbeiteten Teile so wie sie aus der Box gekommen sind mal aus der Sicht eines einigermaßen erfahrenen Modellbauers.

In dem stabilen Karton befinden sich drei Zip-Beutel mit den Resinteilen, eine Bauanleitung und eine Teileliste in Fotoform. Die Beutel enthalten einmal die wesentlichen Teile für den Rahmen, die Kühlerhaube und das Fahrerhaus, dann die Teile für die Flak und schließlich ganz viele Teile für das Fahrwerk, die Motornachbildung, die Pritsche und etliches an Kleinteilen. Weiterhin ist ein Metallnetz für die Bordwände, die abgeklappt zur Vergrößerung der Standfläche auf der Pritsche dienen, vorhanden:Insgesamt sind die Resinteile aus gelblichem Material recht gut gegossen. Einige Luftlöcher sind bereits mit einem grauen Füller verschlossen, es bleibt aber noch etwas an weiterer Nacharbeit zu tun.
Verzug musste an keinem der Teile festgestellt werden. Der Inhalt auch bezüglich der Klein- und Kleinstteile ist vollständig.

Hier die Teile für den Rahmen, den Aufbau und die Pritsche. Am Rahmen sind unten einige Anbauteile vorhanden, diese sind nicht gerade knackscharf ausgebildet, fallen aber auch nicht mehr ins Auge, wenn das Modell fertig steht.

Motorhaube und Fahrerhaus etwas näher.

Die Teile für das Fahrerhaus zeigen eine schöne Nietenstruktur und die kleinen Öffnungen und sind ohne große Gussfehler. Hier sind auch die oben angesprochenen begonnenen grauen Ausbesserungen von Gußfehlern ersichtlich. Es sind keine dünnen Resinstrukturen.

Beim Trockenanpassen zeigen sich einige Lücken. Hier muss voraussichtlich etwas hinterfüttert und gespachtelt werden. Wie gesagt, Erfahrung im Modellbau und im ausgleichen solcher Fehlstellen sollte vorhanden sein. Hier sind das vordere Chassis, die Motorhaube und der Panzeraufbau der Fahrerkabine lose zusammengesetzt.

Motorblock und Armaturenbrett sind nach dem Einbau kaum noch sichtbar. Daher ist die Nachbildung allemal ausreichend:Es folgt eine Auswahl der Teile für das Laufwerk mit den Kettensträngen (die gebogenen Elemente sind etwas biegsam und können damit voraussichtlich gut angepasst werden), Leitrad, Laufrädern (doppelt und einfach), Vorderradfelge und -Reifen. Die Löcher sind alle ausgearbeitet und brauchen nicht nachgebohrt werden. Hier zeigt sich allerdings eine Schwäche an den Reifen. Diese haben recht brauchbares Profil an der Auflagefläche, die Reifenflanken sind jedoch nicht so schön und die Räder sind nicht recht rund, vielleicht passt es aber mit der Auflagefläche. Hier muss man bestimmt etwas nacharbeiten und tricksen.

Die oben bereits angesprochenen Bordwände mit dem Metallnetz (auch in Großaufnahme):Die großen Teile für das Geschütz (Rohr, Rücklaufeinrichtung, Wiege und Sockel). Weitere Kleinteile wie Rohrbremsen, -vorholer usw. sind vorhanden. Das Rohr ist nicht geöffnet und hat auch Gussnähte. Hier liefert ein Metallrohr sicherlich ein schöneres Ergebnis. Das Schutzschild ist recht dünn und muss wohl nicht unbedingt ausgetauscht werden.

Für die weitere Verfeinerung der Waffe ist eine Vielzahl von Resinteilen vorhanden:Die Stückliste ist eine sehr schwammige Schwarz-Weiß-Kopie. Die Bauanleitung ist etwas besser gedruckt. Für das Geschütz scheint sie mir recht vollständig zu sein:

Die Bauanleitung für das Fahrgestell ist leider in einigen Punkten unklar. Die Darstellung stammt wohl teilweise aus Bausätzen des Sd.Kfz. 9 aus größeren Maßstäben. Z. B. ist die ganze Detaillierung des Fahrwerks mit Schwingarmen so tatsächlich nicht vorhanden. Auch die Auspufftöpfe sind nicht als Einzelteile vorhanden, sondern an den Rahmen angespritzt und die Heckplatte ist entfeinert. Weiterhin sind die Teile 14 und 35 z. B. unter die Prische (Teil 5) in die Rillen zu kleben, nicht an den Rand. Diese Konstruktion gehört dann an den Rahmen für das Laufwerk, um die Pritsche auf die passende Höhe zum Vorderteil zu heben.

Abschließend noch ein paar Fotos vom Baubeginn. Einige Teile des vorderen Aufbaus sind schon zusammengeklebt. Das Laufwerk ist nur lose zusammengesetzt; der Panzeraufbau nur aufgelegt.

Wie zu erkennen, bekommt man den Bausatz schon zusammen und es entsteht ein sehr seltenes Modell eines nur in geringen Zahlen gefertigten Vorbilds in guter Detaillierung. Der Bausatz braucht sich nicht zu verstecken, wenn er auch, dies sei noch einmal gesagt, nichts für Anfänger ist. Andererseits ist er aber bestimmt auch für Nicht-Superspezialisten (wie ich es auch bin) in vorzeigbarer Art baubar.

Hier kann man sehen, wie es komplett fertig aussehen kann. (Auf etwa 1:50 vorspielen und ggf. den Ton ausstellen; das Gerede ist für mein Gefühl etwas nervig). Die Figuren sind nicht im Bausatz enthalten, die Heckplatte ist verbessert.

Erhältlich direkt im Onlineshop des Herstellers – und bei der Gelegenheit auch mal auf die anderen Angebote dort sehen! Da ist viel dabei, das einfacher zu bauen ist.
Und keine Angst: Die beiden Inhaber sprechen perfekt Deutsch und akzeptieren PayPal – einer sicheren Bestellung steht also nicts im Wege!

Hermann Geers, Wietmarschen