T-54B Russian Medium Tank Late Type Takom 2055 (1:35)

Vom T-54 bzw. T-55 gibt es ja schon einige Angebote von Mitbewerbern. Takom hat sich aber dazu entschlossen dieses Themengebiet neu aufzurollen. Aus dieser Fahrzeugfamilie haben wir ja bereits den ZSU-57-2  vorgestellt. Heute wollen wir uns den T-54B (late) etwas genauer anschauen.

Vorbild

Beim T-54 handelt es sich um eine Weiterentwicklung des T-44, der ab 1947 in der Sowjetunion hergestellt wurde. Im Prinzip handelt es sich bei dem Fahrzeug um eine typisch russische, einfache Entwicklung die keine speziellen Anforderungen an die Besatzung stellt, was wohl auch ein Grund für die starke Verbreitung des Fahrzeugs sein dürfte. Während das Fahrzeug an sich eher kleiner als die vergleichbaren Fahrzeuge aus westlicherer Produktion war, war die Bewaffnung mit einem 100mm Geschütz den westlichen Fahrzeugen dieser Zeit überlegen.

Die Variante „B“ war der erste sowjetische Panzer der bis zu einem gewissen Grad nachtkampftauglich war durch die beiden Infrarot-Suchscheinwerfer. Ebenfalls neu war das 100 mm D-10T2S Geschätz, das auch stabilisiert war. Der T-54B wurde ab 1957 gebaut.

Eingesetzt wurde der T-54 in einer Vielzahl von Konflikten und Kriege:

  • Volksaufstand in Ungarn auf sowjetischer Seite
  • Sechstagekrieg auf syrischer und ägyptischer Seite
  • Jom-Kippur-Krieg auf syrischer und ägyptischer Seite
  • Vietnamkrieg auf nordvietnamesischer Seite
  • diverse Bürgerkriege in Afrika
  • Erster Golfkrieg
  • Zweiter Golfkrieg auf irakischer Seite

Man schätzt, dass der T-54 bzw. T-55 auch heute noch bei ca. 50 Armeen im Einsatz steht.

Bausatz

Unterwanne

Auf den ersten Blick glaubten wir an einen Packfehler, da die Unterwanne 2x beilag. Dann erinnerten wir uns an einen kleinen Aufkleber an der Verpackung auf dem „Retooled lower Hull“ zu lesen war.

Auf gut deutsch : Es liegt eine überarbeitete Wanne bei. Aber wie kann man die alte Wanne von der neuen unterscheiden ? Hier hilf ein Blick in die Wanne. Die alte Wanne hat die Nummer „00-00163A0“ eingeprägt, die Neue die Nummer „00-00163A1“. Abgesehen davon weisen auch die Jahreszahlen „2015“ bzw. 2016″ den Weg zur korrekten Wanne. Warum aber nicht einfach die alte Wanne entfernt wurde und nur noch die neue Wanne beiliegt ist uns jedoch ein Rätsel.

Turm

Der Turm überzeugt mit einer schönen Gussstruktur.

Gussast „A“

Am Gussast „A“, der 2x bei liegt, finden wir insbesondere die Antriebsrollen als auch die Umlenkrollen, sowie die äusseren Hälften der Laufrollen.

Gussast „B“

Am Gussast „B“, der 4x bei liegt, finden wir die Laufrollen.

Das Profil erscheint und etwas zu deutlich geraten, was aber mit etwas Schleifpapier einfach korrigiert werden kann.

Gussast „C“

Nicht dürfte für russische Panzer typischer sein als die runden Tanks am Heck. Für den T-54B finden wir diese an dem 2x beiliegenden Gussast „C“.

Gussast „D“

Der Gussast „D“ liegt 5x bei und hier finden wir die inneren Hälften der Laufrollen.

Gussast „H“

Der Gussart „H“ ist sozusagen der direkte Partner des Turms. Hier finden wir neben diversen Kleineteilen insbesondere das 100 m Geschütz. Dieses ist zweiteilig ausgeführt, was nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Kleiner Tip an der Stelle : Unter der Artikelnummer MR-35546 hat MR Modellbau ein passendes Metallrohr herausgebracht.

Gussast „J“

Wer denkt, dass Gussast „J“ das Motordeck und den Boden des Turms enthält liegt leider falsch. Da Takom diese Gussäste auch für andere Produkte nutzt sind diese beiden Teile für die T-55 Bausätze gedacht. Die für uns passenden Teile finden wir später an einem anderen Gussast. Für uns hält Gussast aber eine Menge Kleinteile bereit


Insbesondere das Seil hat uns sehr gut gefallen.

Gussast „L“

Kettenbleche und die darauf befindlichen Tanks finden wir am Gussast „L“.

Gussast „Q“

Viele der bereits gezeigten Gussäste teilt sich der Bausatz mit anderen PRodukten aus der T-55 Reihe. Der nun folgende Gussast „Q“ ist spezifisch für den T-54B. Hier finden wir auch das korrekte Motordeck, die entsprechende Frontplatte und den  den passenden Boden für den Turm.

 Gussast „W“

Der Gussast „W“ erlaubt den Bau einer DSchK in 2 verschiedenen Ausführungen.

Gussast „X“

Der Gussast „X“ verfügt über die passenden Kupeln und Luken.

Einzelgliederkette

Die Gleiskette liegt als Einzelgliederkette bei. Im Prinzip eine sehr gute Idee, nur leider nicht konsequent zu Ende gedacht. Die einzelnen Kettenglieder können nicht ohne Klebstoff miteinander verbunden werden. Wenn die Glieder aber verklebt werden entfällt die Beweglichkeit, also der Vorteil von Einzelgliederketten. Bei anderen Herstellern besteht  in solchen Fällen die Möglichkeit die Glieder ineinander zu clipsen. Auf der Innenseite der Einzelkettenglieder finden sich hier und da Auswerfermarker die Verschliffen werden müssen.

Klarsichtteile

Bauart bedingt finden wir an einem T-54 eher wenig Klarsichtteile. Die wenigen Teile für Periskope und Scheinwerfer sind aber vollkommen tadellos.

Weichplastikteile

Neben bei Polycaps liegt noch eine Geschützumantelung aus Weichplastik bei.

PE Teile

Bei Bausätzen ab einer gewissen Preisklasse erwartet man als Kunde fast schon eine Platine mit PE Teilen. Takom hat sich auch hier nicht lumpen lassen und legt eine recht umfangreiche Platine bei.

Stahlseil

Lobenswert : Auch an ein Stahlseil aus Metall hat Takom gedacht.

Decals

Die Decals machen einen hervorragenden Eindruck.

Die Markierungsvarianten hat auch hier Mig Jimenez beigesteuert – dementsprechend beziehen sich Farbangaben leider auch nur auf das Programm von AMMO by Mig Jimenez. Bei der Anzahl der Markierungsvarianten haben Mig und Takom aber nicht gekleckert. Insgesamt 9 Optionen stehen zur Auswahl. Hier sollte wirklich jeder eine Variante finden die ihm zusagt.

  • Pakistan
  • Syria
  • Operation Danube
  • Egypt 1967
  • Afghanistan
  • Iran
  • Egypt 1973
  • Vietnam
  • Winter total

Anleitung

Die Anleitung gliedert sich in 36 einzelne Schritte und läßt keine Fragen offen. Die Explosionszeichnungen sind nicht überladen, teilweise gibt es textliche Ergänzungen in englischer Sprache.

Fazit

Takom ist hier wieder ein großer Wurf gelungen und die Firma baut ihren Ruf als Hersteller von hochwertigen Plastikmodellbausätzen weiter aus. Die Gussqualität und Detaillierung sind absolut auf der Höhe der Zeit. Insbesondere die PE Platine hat bei uns einen bleibenden, überaus positiven Eindruck hinterlassen, wie auch das Stahlseil. Wirklich Schattenseiten konnten wir am dem Bausatz keine finden, abgesehen von den Einzelkettenglieder die nicht geclipst werden können. Freunde von russischen Panzern aus der Zeit des kalten Krieges können hier ohne Bedenken zugreifen.

Absolut zu empfehlen !

Erhältlich bei Modellbau König