VW Käfer Bj. 1951/52 im Maßstab 1:16 „Technik“ Revell 00450

Wer an das „Wirtschaftwunder“ denkt, kommt am „Käfer“ nicht vorbei. Viele Führerscheinneulinge machten ihre ersten Gehversuche (Fahrstunden) auf so einem Käfer. Heute sprechen noch viele schmunzelnd von diesen Stunden. Mit so einem Gefährt konnte sich so mancher Maloocher samt Familie einen Urlaub in Italien oder an der See leisten. Mehr Infos zum Original kann der interessierte Modellbauer dem Begleittext des Revellbausatzes entnehmen. Für mich persönlich ist der „Käfer“ schon ein Kulturgut. Schafft Revell diesen Status auch mit dem Bausatz?

Als Erstes muss ich sagen, dass ich es eigentlich für gut befinde, ältere Bausätze wieder auf den Markt zu bringen um so den Jüngeren aus unserer Zunft eine Chance zu geben zu vernünftigen Preisen an solche Schätze zu kommen. Somit war ich doch sehr gespannt, was die Ostwestfalen aus dieser Chance machen würden.

Auf den Seiten des Kartons dann schon der Hinweis auf das „Gimmick“ des Bausatzes – der Elektrik-Trick, wie Zauberer Catweazle gesagt hätte (wer die Serie aus den 1970er Jahren nicht kennt – einfach mal googlen):

Meine Freude war doch sehr groß, als ich den schön gestalteten STÜLPKARTON mit Revelllogo in meinen Händen hielt. Haben hier die Reveller doch unser Flehen erhört und läutet dies den Trend weg von der Faltschachtel ein? Ich befürchte eher nicht !


Schnell die Versiegelung durchtrennt und den Karton geöffnet – mein erster Gedanke beim Blick in die Schachtel war ein „Ups“!

Als Erstes ist mir die neue Bauanleitung ins Auge gestochen. Haben die neuen Kits nicht eine farbige und neu gestaltete mit an Bord????? Hier ist auf den ersten Blick die alte, schwarz weiße Anleitung mit guten Informationen mit verpackt.

Informationen einen Daumen hoch, bei der Art der Anleitung ein klarer Daumen runter – die neueren gefallen mir deutlich besser!!!!!!
Bei der weiteren Durchsicht kann der Käferliebhaber sehen, dass der Modellhersteller die TECHNIKINFORMATIONEN farbig gestaltet hat.

Was mir noch aufgefallen ist: Warum wird während der Bauphase des Käfers der Modellbauer NUR in Englisch mit Bautipps informiert?
Hier war Revell schon besser!!!!!!

Soviel habe ich noch nie nur über eine Bauanleitung geschrieben …

Den Bausatz selber gab es ja schon Anfang der Neunziger Jahre zum ersten Mal. Dieses kann man dem Kit leider an so mancher Stelle aber auch ansehen. Hier ist so manche Fischhaut mehr als deutlich zu erkennen:


Der versierte Modellbauer wird mit dieser Tatsache gut fertig – aber ärgerlich ist das schon! Zumal angesichts des geforderten Verkaufspreises. Andere Firmen haben solche Spritzlinge überarbeitet und somit uns Modellbauern unnötige Arbeit vermieden.


Was mich total erfreut hat, ist die Tatsache mit dem Chromspritzling:


Dieser ist besser ausgefallen als so mancher anderer „silberner Spritzling“ aus gleichen Hause.

Auch der transparente Teileträger weiß, dem Alter entsprechend, zu gefallen.


Die 5 Trennscheiben (pardon: Reifen) sind Revellstandard. Hier gibt es auch etwas Luft nach Oben:

Die Karosse wirkt stimmig. Hier sollte aber der Profi genug Schleifpapier zur Hand haben:

Schön ist wieder, dass der Kofferraum (vorn), die Motorhaube (hinten)  sowie beide Türen zum Öffnen sind.


Dieses macht auch Sinn da Revell seinem Krabbeltier den passenden Motor-(raum), Kofferraum sowie die Fahrgastzelle spendiert hat.. Hier kann sich der Modellbauer je nach Wunsch so richtig austoben.

Der Decalbogen gibt so einige Nummerschildervariationen her. Nichts verdruckt. Prima.

Kommen wir nun zu dem Highlight dieser Neuauflage, der Technikteil. Alle Komponenten dazu haben die Ostwestfalen in einer gesonderten Pappschachtel verpackt:

Folgende Teile können beleuchte dargestellt werden: Die beiden Fontscheinwerfer, beide Rückleuchten, die Nummerschildbeleuchtung, der Tacho im Armaturenbrett sowie der linke Blinkerwinker.

Die Kabel zu den einzelnen Leuchteinheiten werden an einem Verteiler (die Elektriker werden mich für diese Bezeichnung in der Luft zerreißen) angeschlossen.


Dieser wird an einem Batterieblock, bestehen aus 4 AA Batterien, angeschlossen. Diese 4 AA Energiebündel müssen aber noch zusätzlich käuflich erworben werden. – auch wieder etwas peinlich angesichts des geforderten Preises! Aber vielleicht wollte man in Bünde so überlagerte Batterien vermeiden! Sehen wir es mal derart positiv!

Soweit alles ganz gut für mich. Jetzt kommen wir aber zu dem größten Knackpunkt vom Bausatz. Meiner Meinung nach ist das der reguläre Preis. Hier verlangt Revell im eigenem Shop genau stolze 149,00€.

Für mich ist das eine ganz schöne Hausnummer. Diesen Preis muss man nur einmal kurz in DM umrechnen. WOW!!!

Also fassen wir zusammen: Schön, dass dieser alte Bausatz wieder aufgelegt wurde.

Hier kann aber das Alter dieses Kits nicht verleugnet werden. Er verlangt so einiges an Nacharbeit. Die Karosse wirkt für mich stimmig. Die eingefleischten VW Spezialisten werden aber bestimmt noch so einige Kritikpunkte zu bemängeln haben.

Schön ist auch, dass beide Türen sowie Kofferraum und Motorraum zum öffnen sind.

Die Idee diesen Kit mit etwas Technik zu supern finde sehr gut. Ich persönlich hätte mir aber da noch mehr gewünscht. Die Bauanleitung finde ich „so lala“. Die Infos zum Original finde ich seeehhr gut.

Aber der Preis für alles zusammen!!!!!!!!!!

Für das, was hier dem Bastler geboten wird, wären für mich 100€ die absolute Schmerzgrenze.

Falls sich diese Art von Bausätzen nicht durchsetzen sollte werden bestimmt später im Internet bei bestimmten Auktionshäusern die Preise für Sammler steigen.

Warten wir es einfach mal ab.

Viel Spaß beim Bauen.

Heinz Behler  von den Modellbaufreunden Borgentreich / Modellbaufreunde Bünde