Der neue Mosquito Kit von Special Hobby hat etwas auf sich warten lassen, aber das Warten hat sich gelohnt! Nun endlich können die Mossies mit den zweistufigen Merlin-Motoren in ansprechender Qualität gebaut werden …
Was mir als erstes auffiel war das der Kasten unerwartet schwer war. Nach dem öffnen wurde klar warum. Der Stülpkarton ist bis zum Rand voll:

Die einzelnen Gussrahmen:







Die Teileübersicht zeigt das gefühlt die Hälfte aller Teile nicht gebraucht werden und die Restekiste füllen:

Die Decals sind sauber gedruckt und sogar die kleinen Stencils sind in der Vergrößerung lesbar:

Insgesamt sind 6 Varianten mit den Decals darstellbar:
- NS502M Photo Belle, 544. Staffel, RAF Benson, Oxfordshire, Sommer 1944
- NS644/G, 60. Staffel, Südafrikanische Luftwaffe, San Severo, Italien, 1944–1945 (rot-weiß gestreiftes Seitenleitwerk, um Verwechselungen mit Me 210/Me 410 vorzubeugen)
- NS787/M, 684. Staffel, RAF Dum Dum, Indien, Ende 1944
- NS739/F Pamelia, 25. Bomb Group, USAAF, RAF Watton, Norfolk, Großbritannien, 1944–1945 (rotes Leitwerk, um es für die eigenen Bomber aber auch den Jagdschutz kenntlich zu machen)
- A52-600, 87. Staffel, Royal Australian Air Force, Morotai, Niederländisch-Ostindien, August 1945
- A52-609 BOSKO’S BUS, Flt Lt W Maitland und Fg Off W Reedy, 87. Staffel, Royal Australian Air Force, Coomalie Creek, Australien, 15. August 1945
Der modulare Aufbau des Kits und die insgesamt schlaue Aufteilung fällt immer wieder auf. Da scheint noch einiges an Varianten geplant zu sein, neben dem Nachtjäger NF.XXX, welcher jetzt ebenfalls erhältlich ist. Hier die Kabinenhaube mit den noch fehlenden Seitenteilen:

Die Flächenenden sind komplett klar, was das Einkleben der Positionslichter erspart und das Lackieren erleichtert. Tollle Idee!

Die Motorgondeln mit dem anschließenden Radschacht…
,,,und der separat einzuklebenden Motorabdeckung:
Zwei der vier Auspuffreihen weisen leider Grat auf. Wie es der Zufall will bietet Special Hobby die Auspuffe als Zubehör gratfrei und mit offenen Enden an:

Die Details im Fahrwerkschacht ….
…sorgen für Sinkstellen und Dellen außen. Wohlwollend könnte man das als „stressed skin“ interpretieren, oder sauber abkleben und spachteln:


Der Boden des Schachts:

Die Seitenruderflosse entsteht beim Zusammenkleben der Rumphälften. Normal – allerdings ist hier die Trennfuge der Flosse nicht auf der Nasenkante sondern in 1mm daneben in der Fläche. Großartige Idee! So kann man stressfrei auf der Fläche schleifen ohne versehentlich eine Delle in die dünne Nasenkante zu machen. Wenns nach mir ginge wäre das Standard:
Am Rumpf ist zumindest an meinem Bausatz die Oberfläche irgendwie uneinheitlich – als ob da Elfenstaub in der Form war. Durch etwas Polieren sollte das zu beheben sein:

Die Nase des Vogels, samt seiner Innereien:

Die Steuersäule ist unglaublich gut wiedergegeben:

Höhenruder und Flosse sind einteilig. Wer das Ruder anlenken möchte muss zur Säge greifen. Bei dem dünnen Teil kein großer Aufwand:

Alle anderen Quer – und Seitenruder sowie Landeklappen sind separat und können angelenkt eingeklebt werden. Im Profil sieht man die korrekte Form der Landeklappe und leider auch Sinkstellen an dem massiven Teil. Auch hier hilft Spachteln weiter:

Die Räder des Hauptfahrwerks sind sehr gut gemacht, das Profil gefällt. Das lässt sich nur noch durch die Resin Räder von CMK steigern:

Die Streben für das Hauptfahrwerk sind sehr filigran. Da muss man schon beim Raustrennen aufpassen, dass alles heile bleibt. Laut Anleitung soll das zarte siebenteilige Gestell unter die Tragfläche geklebt werden, erst danach kommen die Halbschalen der Motorgondeln dran. Vermutlich passt die fertige Fahrwerksbaugruppe nicht in die Radschachtöffnung und eine nachträgliche Montage ist nicht möglich. Was man aber leicht ändern kann ist die Montage der Haupträder. Zumindest die würde vermutlich nicht nur ich gerne erst am Ende anbauen. Wenn man die Stifte für die Radnabe entsprechen kürzt kann man das Rad einfach reinklicken:


Das Heckrad sieht gut aus. Auch hier gilt: Wer das steigern will braucht die CMK Resin Räder:

Das Dinghy samt Box und Deckel gäbe es übrigens auch noch als Zubehör….
Fazit
Das dürfte die derzeit beste Mosquito in 1:72 sein! Was diesen Kit so besonders macht ist der modulare Aufbau und die Aussicht auf hoffentlich viele weitere Untervarianten des „wooden wonder“. Neben dem hier gezeigten Fernaufklärer ist paralell der Nachtjäger NF.XXX erschienen. Die schlaue Aufteilung und die pfiffigen Lösungen wissen zu gefallen. Ein Bausatz muss nicht möglichst kleinteilig daherkommen und darf auch mal dem Modellbauer etwas Komfort bieten. Weiter so Special Hobby!
Erhältlich direkt im Special Hobby online-shop.
Hartmut Koßmann, Badbergen









