Dornier Do 217K-2 mit Fritz X in 1:48 von ICM # 48275

Wie von uns schon vorsichtig vorausgesagt erweitert ICM seine Do-217 Reihe nun mit der Ausführung K-2, die die Bewaffnung mit der Lenkbombe Fritz-X zum Einsatz brachte …
Die damit verbundenen hohen Lasten erforderten eine ordentlich vergrößerte Spannweite und zusätzliche Waffenträger. Für die notwendigen Spritmengen bei großen Reichweiten waren im Bombenschacht bis zu zwei Zusatztanks möglich und auch unter den Tragflächen war ein großer Zusatztank möglich, dann zu Lasten einer zweiten Fritz X. Diese Varianten entstanden durch Umbaubauten von K-1 Flugzeugen.

Die drei aus dem Bausatz möglichen Lackierungs- und Markierungsmöglichen finden sich an der Kartonseite farblich abgebildet:
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Der gewohnt superstabile Karton ist mit den Spritzlingen, dem Decalbogen und der Bauanleitung vollständig ausgefüllt:
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ICM verwendet hier eine Vielzahl von bereits bekannten Spritzlingen für die früheren Ausgaben – von denen oft viele Teile nicht mehr benötigt werden – und einige neue Spritzäste. Wir stellen hier die neuen Äste ausführlich vor und verweisen für die bereits bekannten Äste bei Bedarf auf unsere früheren Vorstellungen. Die vorherige Ausgabe der K-1 Version hatten wir hier vorgestellt:
https://www.kitreviewsonline.de/dornier-do-217-k-1-in-148-von-icm-48273/

Zu den schon bekannten Spritzästen gehört gleich der Ast A von dem die Rumpfhälften hier nicht benötigt werden:
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Die Spritzäste B3 und B4 werden komplett für die neuen Tragflächen verwendet. Ast B3 enthält zwei untere Tragflächenschalen, eine obere Tragflächenschale, zwei Verstärkungsspante und Teile für die Bombenträger unter den Tragflächen zwischen Rumpf und Motoren;
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Die Ausführung mit vertieften Gravuren auch für Wartungsklappen entspricht der bekannten aktuellen ICM-Qualität und ist klar im oberen Level der Detaillierung zu verorten:

Auch die Bombenaufhängungen sind sehr schön detailliert und werden noch durch Schlingerpratzen ergänzt. Sie sind unterschiedlich ausgeführt, das könnte daran liegen, dass eine der Aufhängungen sowohl für eine Fritz X als auch für einen Zusatztank vorgesehen war und die andere nur für die Bombe:
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Ast B4 bringt dann das obere Mittelteil für die Tragflächen und die noch fehlende obere Tragflächenschale. Ergänzend gibt es dann hier noch die Teile für den hinteren Zusatztank im Bombenschacht und die Querruder:
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Auch hier kann die Oberflächenqualität vollständig überzeugen:

In den Innenbereichen der Tragflächen finden sich wieder Platzierungshilfen für kräftige Innenlaschen, die der gesamten Tragfläche eine starke Festigkeit verleihen:

Hier noch die gut gelungenen Teile für den Zusatztank. Hiermit wird die Einsicht in den geöffneten Bombenschacht sehr wertig gemacht:
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In der Buchstabierung der Spritzäste folgen nun die bisher schon anderweitig herausgegebenen Spritzäste. Dies sind:

Spritzast C, von dem nur noch die Rumpfspante, der innere Zusatztank und die ggf. offenen Bombenschachtklappen Verwendung finden:
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Der Ast D ist doppelt vorhanden. Hieraus werden nur die Räder, die Fahrwerkstreben und die Betätigungen für die Höhenruder verwendet:
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Ast E wird noch recht vollständig weiterverwendet:
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Ast F ist der Klarsichtast der Erstausgabe. Hiervon finden nur noch die hintere Verglasung der Bodenwanne, die Haube des Drehstandes auf dem Rumpf und die Abdeckung für die Antenne unten am Hinterrumpf Verwendung:
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Der Ast G bringt die Motorbefestigungen und die Verkleidung der Fahrwerkschächte:
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Weiter geht es mit dem wieder doppelten Ast H, der jeweils vollständig zur Darstellung der Sternmotoren mit der vorderen Verkleidung und dem Propeller benötigt wird:
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Wieder bei einem Klarsichtast landen wir bei Ast J, der mit der K-1 Bombervariante eingeführt wurde. Hiervon wird hier das Vorderteil nicht verwendet:
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Der letzte schon bekannt Ast ist dann Ast K, der die Rumpfschalen für die bisherigen Bombervarianten und die wesentlichen Teile für den Cockpitinneneinrichtung liefert.
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Kommen wir nun zu den weiteren neuen Spritzästen. Dies ist zunächst der graue Ast L, der doppelt vorhanden ist und jeweils eine Fritz X-Bombe auf den Modellbautisch bringt:
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Die Nachbildung der Bombe ist außergewöhnlich gut gelungen, wie der nähere Blick auf die Einzelteile zeigt. Feinste Oberflächendetails mit Gravuren, Öffnungen und ordentlichen Befestigungslaschen sind hier zu sehen. Teilweise sind einzelne Paneele erhaben ausgeführt. Da bekommt man schon beim ersten Anschauen Spaß auf den kommenden Zusammenbau. ICM ist hier auf dem Weg einer konsequenten Verbesserung wieder einmal erfolgreich unterwegs. Hier erst mal die beiden großen Hälften des Bombenkörpers:

Weiter geht es mit den Stabilisierungs- und Steuerflossen:

An einigen Teilen sind die hier vorhandenen Rundkopfniete sehr sauber ausgeführt:

Hier sind auch noch die Schlingerpratzen für die Bombenträger vorhanden:
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Auch die Heckleuchten zur Erkennung der Bombe aus großen Entfernungen (sie wurde üblicherweise aus einer Höhe von 7.000 Metern abgeworfen) sind sauber ausgeführt. Man kann sie ggf. noch aufbohren und „verglasen“:
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Für die Bugkanzel gibt es mit dem Ast M ein neues Klarsichtteil für den halbrunden verglasten Rumpfbug:
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Wie bereits oben beschrieben wird das bisherige Bugteil ersetzt. Dieses enthielt in Flugrichtung rechts unten eine eckige Verglasung, da die K-1 für ihr Bombenzielgerät eine absolut plane Sichtscheibe benötigte. Bei dem neuen Teil ist alles rund; es wurde ein anderes Zielgerät verwendet. Andere Hersteller hätten ggf. nach der Einschätzung „Ist doch egal für die kleine Ecke“ es bei dem vorherigen Teil belassen. So etwas gibt es bei ICM nicht und das muss besonders gelobt werden.

So sieht es dann von nahem betrachtet mit sauberen Rahmungen und einer Öffnung für die Bugbewaffnung aus:

An diesem Ast gibt es ansonsten noch eine kleine Linse für die ich bisher keine Verwendung gefunden habe, obwohl sie nicht als nicht benötigt gekennzeichnet ist:
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Die Ausführung der Klarsichtteile ist wie schon seit langem bei ICM bekannt absolut sauber. Selbst bei den stark gerundeten Flächen ist eine gute Durchsicht ohne Verzerrungen sehr gut möglich:

Der Decalbogen enthält Decals für die Instrumentenbretter und Bedienkonsolen im Innenraum, die äußeren großen Markierungen für die drei Markierungsalternativen und weitere allgemeine Markierungen und Wartungshinweise, um die gewählte Markierung zu ergänzen.

Die Decals zeigen die schon seit langem übliche hohe Qualität im Druck. Auch die kleinsten Aufschriften sind leserlich:
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Die Bauanleitung beginnt auf der ersten Seite wieder mit einer – hier sehr kurzen – historisch-technischen Einführung und den Farbangaben aus dem ICM-Sortiment aus denen man die Farben aus anderen Sortimenten ableiten kann:
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Es folgen die Übersichten über die Spritzlinge, in denen die umfangreichen nicht benötigten Einzelteile rot hinterlegt sind:

Der Bau geht dann mit dem Rumpfinneren los. Hier ist allerhand einzubauen. Es entsteht schon aus den Bausatzteilen eine sehe ansehnliche Detaillierung, die auch durch die Klarsichtteile zu sehen ist. Den Spant für die Positionierung und Verklebung der Tragflächen nicht vergessen. Die Bombenschachtdecke trägt zur Stabilisierung des Rumpfes bei. Also nicht weglassen, wenn der Schacht geschlossen werden sollen:

In den nächsten Schritten geht es um die Vervollständigung des Rumpfes mit weiteren Anbauten. Die offenen Bombenschachtklappen kann man wohl besser erst nach Ende der weiteren Konstruktion erfolgen, da sonst Bruchgefahr besteht:

Die folgende Tragflächen- und Leitwerkkonstruktion macht das Modell schon recht vollständig und führt über in den Zusammenbau der Motorisierung und der Fahrwerkschächte und -verkleidungen:

Hier wird es dann vergleichsweise kleinteilig und filigran, da auch der Fahrwerkszusammenbau erläutert wird:

Die beiden großen Baugruppen hinter den Motoren starten dann die weiteren Rumpfanbauten, die letztlich mit der Komplettierung der Kabinenverglasung enden:

Weiter geht es dann mit dem Zusammenbau der beiden Fritz X Bomben und ihrer Befestigung:
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Schon zu den Hinweisen zur Lackierung gehört dann die Darstellung der werkseitigen Grundlackierung für alle drei Markierungsmöglichkeiten:
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Weiterhin gibt es die ICM-typische Hilfestellung für die Herstellung von Papiermasken für die Klarsichtteile, die auch als Vorlagen für selbstgeschnittene Klebemasken dienen können:
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Die erste Markierungsvariante zeigt uns dann eine Maschine mit zusätzlicher schwarzer Nachtbombertarnung an den Rumpf- und Unterseiten. Hier sind vereinfachte Kennungen an den Rumpfseiten und dem Seitenleitwerk angebracht:
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Die zweite Möglichkeit behält die komplette Standardlackierung und ebensolche Markierungen:
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Schließlich ist die dritte Maschine diejenige, die Major Jope zugeordnet wird. Sie trägt nur den gelben Kennbuchstaben B an der Werkslackierung. Es ist schon vorstellbar, dass es sich um eine Stabsmarkierung handelt:
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Insgesamt sind es drei Markierungen, die die Möglichkeiten bei der anzahlmäßig beschränkten Auswahl gut abdecken.

Exkurs:

ICM hat in der einführenden Beschreibung zum Angriff auf die Roma den Geschwaderkommodore Major Jope als „Crew Commander“ bezeichnet. Richtig ist, dass Major Jope als Geschwaderkommodore den gesamten Angriffsverband (im Wesentlichen aus der III. Gruppe des KG 100) von wahrscheinlich 15 Do217K-2 führte, der in mehreren Teilverbänden angriff. In einem Buch eines bekannten deutschen Luftfahrhistorikers wurde seiner Besatzung auch der erste von zwei Treffern auf der Roma zugeschrieben. In einem weiteren Buch eines noch bekannteren polnischen Luftfahrthistorikers wurde die Versenkung der Besatzung des Oberleutnants Schmetz zugeschrieben.

Erst im Jahr 2008 ist ein Buch des am Angriff als Flugzeugführer beteiligten Leutnants Klaus Deumling herausgegeben worden („41 Sekunden bis zum Einschlag“), nach dem dieser mit vorgestellten Dokumenten belegen konnte, dass der erste Treffer und die Beschädigung der Roma ihm und seiner Besatzung anerkannt wurde. Er gibt an, dass der entscheidende zweite Treffer zur Versenkung durch die Besatzung des Oberfeldwebels Kurt Steinborn (Beobachter/Lenkschütze Unteroffizier Eugen Degan) erzielt wurde. Dies hat auch Einfluss auf einige Darstellungen im Internet gefunden.

Leider konnte ich die Kennungen der Maschinen der letzten genannten beiden Besatzungen nicht feststellen.

Weiterhin ist zu beachten, dass beim Angriff auf die italienische Flotte mit der Versenkung der Roma die beteiligten Do 217K-2 nur jeweils eine Bombe trugen. Dies liegt wohl schlicht daran, dass die Bomben erst unmittelbar vor dem Angriff vom Hersteller geliefert wurden und nicht mehr vorhanden waren. Auch die Zündversager bei einigen Bomben könnten ihrer Ursache in der hektischen Lieferung und Bereitmachung haben. Über den Einsatz von äußeren Zusatztanks habe ich keine Informationen gefunden.

Ende Exkurs

Fazit

Dieser Bausatz schließt sich nahtlos an die Vorgänger an und man kann wieder nur feststellen, dass damit der beste verfügbare Bausatz der Do 217K-2 in diesem Maßstab vorliegt. Die Ausführung und der Gesamtinhalt ermöglicht es auch hier, ohne weitere Zusatzteile eine außen und innen auf bestem Niveau befindliche Modellnachbildung auf die Beine zu stellen.

Mit der K-2 und den Fritz X Lenkbomben ist hier auch eine historisch hochinteressante Variante zu realisieren, war sie doch ein Flugzeug, dass erstmals eine Waffe einsetzen konnte, die mit einem einzigen Treffer an der richtigen Stelle selbst die stärksten Kriegsschiffe ihrer Zeit versenken konnte.

Meine Bewertung dieses Bausatzes ist ganz klar: Sehr empfehlenswert!!

Erhältlich bei Modellbau König.

Hermann Geers, Wietmarschen