Folland Gnat T.1 in 1:48 von Airfix #A05123

Hier haben wir eine Wiederauflage des Bausatzes für dieses kleine sehr schnittig aussehende Trainerflugzeug, aus dem Jahre 2014 unter gleicher Herstellernummer, gleichem Deckelbild und mit den gleichen zwei Lackierungs- und Markierungsoptionen …
Letztere sind zwei Trainer der RAF, einmal in Rot-Weiß und zum anderen in Orange-Aluminium, die an der Kartonseite beieinander abgebildet sind. Aus der Zeit der Erst- und weiteren Folgeauflagen stammt auch eine Reihe von noch verfügbaren Ergänzungssets verschiedenster Hersteller, die auch hier Verwendung finden können:
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Im Karton finden sich die Spritzäste, ein Decalbogen und die Anleitung. Also alles, was man für einen Grundbausatz braucht:
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Die Spritzäste sind übersichtlich. Es sind drei graue Äste und ein Klarsichtast. Auch hier ist damit alles Erforderliche enthalten:
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Spritzast A enthält im Wesentlichen die großen Teile für die Herstellung der Tragflächen, aber ebenso noch einiges für andere Bauteile:
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Die durchgehende obere Tragflächenschale ist das größte Bauteil:
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Der nähere Blick auf die Ausführung der Oberflächen zeigt eine saubere Ausführung der vertieften Gravuren (mitunter ist noch etwas „Inhalt“ darin, der meist einfach entfernt werden kann) und weiterer Oberflächendarstellungen für Grätings, Lampen, Antennen und verschiedenste Öffnungen. Die Ausführung erreicht nicht die Feinheit der aktuellen Neuausgaben von Airifx, ist aber noch auf gutem Niveau und damit durchaus vorzeigbar:

Die unteren Tragflächen sind getrennt ausgeführt, so dass sich eine komplette Tragfläche ergibt, die von oben auf den Rumpf aufgeklebt wird und damit einen sauberen Abschluss ergeben sollte:
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Die Detaillierung entspricht hier derjenigen auf der Oberschale:

An diesem Ast sind auch die einteilig mit kräftigen Klebelaschen ausgeführten Höhenruder vorhanden. An diesen kleineren Teilen wirken die Gravuren dann recht kräftig:
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Die kleineren Teile an diesem Ast dienen z. B. der Darstellung der Ansicht des Triebwerks an den Vorder- und Rückseiten. Da der Einblick hierin stark eingeschränkt ist, ist diese Ausführung durchaus ausreichend:

Ebenfalls finden sich hier die – sehr schlichten – Seitenteile für die Schleudersitze ein paar Kleinteile sowie Bauteile für die Zusatztanks:

Die Bauteile für die Räder sind ebenfalls hier angeordnet. Die inneren Hälften sind einteilig mit Felgen und Rädern gestaltet, die äußeren Hälften haben getrennte Felgen, was die Lackierung hier erleichtert. Die Räder machen insgesamt einen ganz guten Eindruck:

Spritzast B kommt dann mit einer Vielzahl von mittelgroßen und kleineren Teilen für den inneren Ausbau des Rumpfes und für Anbauten:
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Hier ist dann auch die Cockpitwanne für beide Arbeitsplätze enthalten. Zum Zeitpunkt der Bausatzkonstruktion war es eine sehr brauchbare Darstellung, heute ist sie doch eher mittelmäßig. Da es ein kleines Flugzeug mit einem daher auch kleinen Cockpit ist, bleibt die Einsicht in diesen Bereich eingeschränkt. Man wird also mit dieser Darstellung leben können:
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Auch die Wartungsbucht in der Rumpfspitze ist – mal von zwei lästigen Auswerfermarken abgesehen – ganz brauchbar ausgestattet:
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Obwohl es sich hier um einen Doppelsitzer handelt, gibt es nur eine Pilotenfigur, die grundsätzlich auf den vorderen Sitz gehört, da nur dort alle Bedieninstrumente und -einrichtungen vorhanden sind. Die Darstellung hier ist bis heute Airfixtypisch geblieben und braucht etwas an Nachbarbeitung, wenn man eine gute Figur herstellen möchte:
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An diesem Ast gibt es weiterhin Teile für die Fahrwerkschächte, die Lufteinläufe, die Fahrwerkschachtklappen (auch an den Fahrwerken), die hinteren Rahmen für die Schleudersitzte und die Landeklappen und Querruder. Die Detaillierung ist hier recht unterschiedlich und reicht von groben Details bis zu feinen Oberflächen:

Ast C bringt dann die großen Rumpfteile, die äußeren Abdeckungen für die Lufteinläufe und Kleinteile für das Fahrwerk und den Cockpitzusammenbau:
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Die beiden Rumpfhälften zeigen wieder die kräftigen Gravuren, die zur Zeit der Erstausgabe dieses Bausatzes üblich waren. Man muss in diesen Gravuren ggf. etwas nacharbeiten, das ist aber schnell erledigt:

Innen gibt es Nachbildungen der Cockpitseiten mit An- und Einbauten. Für das, was einsehbar bleibt, ist es ausreichend. Die Auswerfermarken hier sind etwas ärgerlich, es muss aber wohl nur an jeder Seite eine Marke geglättet werden:

Die äußeren Schalen der Lufteinläufe sind ebenfalls mit kräftigen Gravuren versehen. Insgesamt entsteht damit eine auch heute noch vorzeigbare Rumpfdarstellung:

An kleineren Bauteilen gibt es hier die Instrumentenbretter in guter Qualität, die mit den im Bausatz enthaltenen Decals eine ansehnliche Nachbildung ergeben dürften:
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Die Sitze sind mit oder ohne Gurtzeug darstellbar. Das ist gut, die Gesamtausführung ist aber doch schlicht; in unserem Bausatz gab es etwas Bruch, der jedoch mit Kleber zu beheben ist. Mit Pilotenfiguren im Cockpit ist da aber schon einiges zu machen, um das Cockpit gut zu füllen:

Die Fahrwerke sind von guter Qualität und können auch heute noch mithalten:

Zu den guten Bauteilen gehören auch der Bugfahrwerkschacht und die kleinen Einbauten:

Für die Klarsichtteile gibt es einen Ast:
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Hier gibt es die Cockpitabdeckung einmal einteilig für die geschlossene Darstellung und auch getrennt für den Windschutz und die Haube für eine offene Darstellung. Das ist eine sehr gute Lösung, die eigentlich Pflicht werden sollte:

Die großen Klarsichtteile sind sehr gut durchsichtig ausgeführt. Das ist vorbildlich:

Der Decalbogen ist wieder von Cartograf in der sehr typischen hohen Qualität dieses Herstellers. Sinnvoll ist hier gleich in Alu unterlegte Modexnummer für die entsprechende Markierungsvariante, die die Lackierung erleichtert. Insbesondere die großen Markierungen sind hier vorhanden, zusätzlich sind die spezifischen Markierungen für jeweils eine der beiden Lackierungsmöglichkeiten zusammen gruppiert. Die für beide Varianten gleichen Decals für die Instrumentenbretter, die Kokarden und Wartungshinweise ergänzen dann den Bogen:
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Die Bauanleitung ist Airfixtypisch mit (nur) 38 Baustufen und beginnt wie üblich mit der vielsprachigen historisch-technischen Einleitung und allgemeinen Bauhinweisen:

Der Zusammenbau beginnt mit dem Cockpit, das klassisch hergestellt wird:
Airfix-A-05123-Folland-Gnat-T-66 Folland Gnat T.1 in 1:48 von Airfix #A05123Weiter geht es mit dem Einbau des Cockpits in die Rumpfschalen. Zuvor müssen jedoch noch einige andere Einbauten erfolgen. In etwas ungewohnter Reihenfolge sind es die äußeren Lufteinlaufabdeckungen, dann die Hauptfahrwerkschächte und später die zweiteiligen Lufteinläufe, die vorne mit Splitterplatte aus dem Rumpf schauen. Triebwerknachbildungen für die vorderen und hinteren Ansichten sind ebenfalls einzubauen. Ebenso die optional offene Wartungsbucht im oberen Bug:

Nach dem Zusammenbau des Rumpfes folgen die Tragflächen mit Querruder und alternativ anstellbaren Landeklappen. In dieser Bauphase ist auch die Anbringung einer Abdeckung zwischen den beiden Cockpits vorgesehen:

Weiter geht es mit dem Heckleitwerk und den Fahrwerkmontagen. Airfix lässt hier die Möglichkeiten mit ausgefahrenem Fahrwerk und mit geschlossenen Klappen offen. Ein Ständer für die Flugdarstellung ist im Bausatz allerdings nicht enthalten und muss daher selbst beigesteuert werden:
Airfix-A-05123-Folland-Gnat-T-71 Folland Gnat T.1 in 1:48 von Airfix #A05123Zusatztanks, eine Antenne und das lange Bugpitotrohr sind die nächsten Bauschritte, bevor die Wartungsklappe im Bug dran kommt:
Airfix-A-05123-Folland-Gnat-T-72 Folland Gnat T.1 in 1:48 von Airfix #A05123Ganz zum Schluss des doch recht unkomplizierten Zusammenbaus kommen dann die Klarsichtteile an die Reihe. Wie schon an derer Stelle gesagt ist die Darstellung mit geschlossener oder geöffneter Haube optional und gut vorbereitet:
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Die beiden Lackierungs- und Markierungsalternativen umfassen zwei Flugzeuge in Markierungen von Flugschulen. Bei einem Schulflugzeug natürlich nicht überraschend. Möglichkeit A ist eine Gnat in Rot-Weiß:
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Die Möglichkeit B ist dann in Silber(Aluminium) und Leuchtorange:
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Beide Möglichkeiten erfordern einiges an Abklebearbeiten für die Realisierung der Lackierung. Mir erscheint die Möglichkeit B hier etwas einfacher und optisch attraktiver. Aber das ist sicherlich Geschmackssache. In jedem Falle ist die Lackierung hier die eigentliche Herausforderung, da der Zusammenbau keine erhöhten Anforderungen stellt und auch mit wenig Modellbauerfahrung zu realisieren sein dürfte.

Fazit

Nicht mehr ganz taufrisch, aber der einzige marktverfügbare Bausatz des Vorbilds in diesem Maßstab. Die Qualität ist immer noch gut, kann aber mit den neuesten Entwicklungen von Airfix nicht mehr mithalten.

Trotzdem eine sinnvolle und durchaus wertige Neuauflage, die daher zu begrüßen ist.

Wer es denn gar nicht lassen kann, kann daraus auch mit einigen Zusatzausstattungen die „Oskar Entenweich“ aus dem Film „Hot Shots“ machen.

Erhältlich bei Modellbau Universe.

Hermann Geers, Wietmarschen