Hiermit bietet MiniArt uns als ein Figurenset nach Deutschen und Rumänischen Vorbildern im Luftwaffendienst an. Rumänien war ja im Zweiten Weltkrieg mit bedeutenden Kräften auf deutscher Seite am Krieg gegen Russland beteiligt. Dazu gehörten auch rumänischen Luftwaffenteile, die auch in der eigenen Luftverteidigung gegen alliierte Streitkräfte aktiv waren. Da zu guten Teilen mit deutschen Flugzeugen ausgerüstet, gab es auch gemeinsame Schulungen und Einsätze, die mit Bildern auch mit bekannten Luftwaffenpiloten gut dokumentiert sind und ggf. MiniArt zu dieser Ausgabe angeregt haben.
Die Verpackung liefert wie üblich auf der Rückseite die Montage und Bemalungsanleitung für die einzelnen Figuren:

Ebenso gibt es hier die Farbhinweise für verschiedene Systeme, aus denen man auch die Farben weiterer Hersteller gut ableiten kann:

Der Inhalt ist gemessen an der stabilen Verpackungsschachtel auf den ersten Blick recht gering:

Nebeneinander ergeben sich vier kleine Spritzäste und eine Ätzteilplatine. Da sieht es schon etwas anders aus:

Kommen wir zu den einzelnen Figuren. Zunächst gibt es zwei rumänische Piloten/Offiziere in stehender Position. Einmal im Hemd mit aufgekrempelten Ärmeln und Rückenfallschirm (in der Bf-109 wurde weit überwiegend ein Sitzfallschirm verwendet) und einmal in vollständiger Tagesdienstuniform beim Papierkrieg:

Beide Figuren entstehen aus den Teilen des Spritzasts A:

Oberkörper, Beine und Füße sind jeweils aneinandergespritzt ausgeführt, so dass nur noch Arme/Hände und Köpfe ergänzt werden müssen. Diese Teile sind gut mit Details wie Krawatte, Gurtzeug, Koppel mit Schnallen, Auszeichnungen usw. ausgeführt. Der Faltenwurf ist ebenfalls auf gutem Niveau ausgeführt. Die Einzelteile weisen jedoch auch etwas Spritzgrat und dicke Angüsse auf und müssen insoweit nachbearbeitet werden:
Bei den einzelnen Armen ist diese Ausführung ähnlich:
Ebenso zeigen sich die ärgerlichen Spritzgrate bei dem zweiteiligen Rückenfallschirm:

Auch die durchaus gelungenen Gesichter und zugehörigen Kopfbedeckungen erfordern leider eine Nachbearbeitung:
Als nächstes kommen wir zu einem im Flugzeug sitzenden (wohl rumänischen) Piloten und einem deutschen Piloten in Beobachterstellung (hier mit Ritterkreuz; entsprechend ausgezeichnete Piloten waren für Schulungsaufträge durchaus kurzfristig abgestellt):
Die Teile finden sich am Ast B:

Die stehende Figur macht wieder einen sehr guten Eindruck in den Details, auch wenn das Ritterkreuz etwas zu groß erscheint:
Die sitzende Figur besteht aus mehr Teilen. Hier haben wir auch wieder gute Details, aber auch allerhand Gussgrate:
Einige Kleinteile für die Ausrüstung wie das Fernglas und die Pistolentasche machen einen guten Eindruck; bis auf die dicken Angüsse, die wieder Nacharbeit erfordern:

Die Köpfe und Gesichter sind auch hier wieder mit Gussgraten und sehr dicken Angüssen versehen, die den ansonsten recht guten Eindruck stark stören, insbesondere auf der Kopfhaube:
Kommen wir nun zu den beiden Figuren der (deutschen und rumänischen) Mechaniker, die direkt an Flugzeuge platziert werden sollten:

Diese befinden sich am Ast F:

Hier kann ich mich nur wiederholen: Gute Ansätze in Ausführung und Details, aber die Angüsse und Gussgrate…
Schließlich haben wir noch einen Spritzast für das Werkzeug. Es ist der Ast Bf und den verwendet MiniArt schon länger universell, immer wenn es um Werkzeug und Werkzeugkisten geht:

Und siehe da: Keine Gussgrate und erträgliche Angüsse. Das bleibt auch beim näheren Blick auf die Einzelteile so. Freilich braucht man für einzelne Teile wie den Schraubstock einen Tisch, der hier nicht vorhanden ist. Auch der Amboss steht nur selten auf der Erde. Andererseits ist die Haltung der hier vorhandenen Figuren nicht auf die Nutzung dieser Teile ausgerichtet. Die beiden Werkzeugkisten (geöffnet und geschlossen) sind da schon sehr viel besser passend und in guter Ausführung vorhanden:
Der älteste Spritzast zeigt sich hier also in der besten Qualität.
MiniArt sollte sich bemühen, dahin generell zurückzukommen.
In die Werkzeugkiste passen dann auch noch die Werkzeuge aus der Ätzplatine, die ebenfalls schon aus vorherigen Sets bestens bekannt und sehr sauber ausgeführt ist. Hier sind auch filigrane Teile für die Werkzeugkisten selbst vorhanden:

Für den Zusammenbau der Werkzeugkisten und verschiedener am Spritzast vorhandener Werkzeuge gibt es dann auch noch eine ebenfalls schon bekannte gut verständliche Anleitung:

Fazit
Dieses Set hat einen klaren Schwerpunkt auf den Figuren für rumänische Vorbilder. Es macht für Spritzgussfiguren einen brauchbaren Eindruck und liefert insoweit die Grundlagen für ansprechende Figuren einer doch eher selten dokumentierten Luftwaffe, für die es mittlerweile einige feine Bausätze auch im Land selbst produzierter Flugzeuge gibt. Für von der Achsenverbündeten gelieferte Flugzeuge ist das Angebot an Bausätzen sehr umfassend.
Zur Ergänzung solcher Modelle ist dieses Set wegen der spezifischen Ausrichtung ausdrücklich empfohlen, auch wenn es nicht ohne Schwächen in der Ausführung ist.
Erhältlich bei Modellbau Universe.
Hermann Geers, Wietmarschen





























