Glencoe Models 1/144 Mars Liner #06914

Lust auf Nostalgie?
Sowohl im Original wie im Bausatz?
Hier werdet ihr fündig …
Kurzes Mars Liner Intro
Der sogenannte Mars Liner war ein visionäres Raumfahrzeugkonzept des deutschen Raketen-ingenieurs Wernher von Braun aus den frühen 1950er Jahren. Es handelte sich dabei nicht um ein einzelnes Raumschiff, sondern um eine ganze Flotte interplanetarer Fahrzeuge für eine bemannte Marsmission. Von Braun plante insgesamt zehn große Raumschiffe, die im Erdorbit montiert werden sollten. Jedes dieser Schiffe hatte eine geschätzte Masse von mehreren tausend Tonnen und sollte durch chemische Raketenantriebe betrieben werden. Die Energieversorgung und der Antrieb basierten auf damals bekannten Technologien, insbesondere auf Flüssigtreibstoffen wie Sauerstoff und Alkohol oder Hydrazin. Ein zentrales Element war die Rotation der Raumschiffe, um künstliche Schwerkraft durch Zentrifugalkraft zu erzeugen. Dazu sollten die Module über lange Ausleger miteinander verbunden werden und sich langsam drehen. Die Besatzung pro Schiff war auf etwa 50 bis 70 Personen ausgelegt, sodass insgesamt mehrere hundert Menschen beteiligt gewesen wären. Für die Landung auf dem Mars entwarf von Braun spezielle Gleiter mit großen Tragflächen, die in der dünnen Atmosphäre operieren sollten. Diese Landefahrzeuge sollten auf Skiern auf der Marsoberfläche aufsetzen, anstatt mit Raketen zu landen. Die Reisezeit zum Mars wurde auf etwa 260 Tage pro Strecke geschätzt. Navigiert werden sollte mithilfe optischer Instrumente und früher Formen automatischer Steuerungssysteme. Der gesamte Plan setzte eine umfangreiche Infrastruktur im Erdorbit voraus, einschließlich Raumstationen und Montage-plattformen. Obwohl das Konzept technisch ambitioniert und für die damalige Zeit kaum realisierbar war, beeinflusste es spätere Studien zur bemannten Marsforschung erheblich. Der Mars Liner bleibt ein faszinierendes Beispiel für frühe Visionen interplanetarer Raumfahrt und zeigt den Pioniergeist der Raumfahrtära.

Box-Art/Verpackung
In der Aufklappbox, die ich falsch geöffnet und somit halb zerlegt habe …
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… liegen zwei weiße Spritzlinge und einige einzelne Teile, die sich offenbar gelöst haben. Außerdem sind ein klarer Spritzling, ein schwarz-weißer DIN-A4-Zettel als Bauanleitung und ein Decal-Bogen enthalten. Alle Spritzlinge sind vorbildlich in nur einer Folie verpackt – sehr schön!

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Die Box-Art ist im Stil der 50er Jahre gemalt. Auf der einen Seite sieht man einen Mars Liner auf dem Mars stehen, auf der anderen Seite eine Werbeanzeige. Sehr, sehr schön gemacht!

Die Spritzlinge
Da es sich um die x-te Wiederauflage dieses Bausatzes handelt (das Original stammt von Walt Disney aus dem Jahr 1958), sind die Spritzlinge von recht guter Qualität. Es gibt zwar keine Details wie Nieten oder Panellines, dafür aber auch keine Grate und nur sehr wenig Fischhaut. Die Formen scheinen also gut gewartet worden zu sein. Es gibt nicht viele Teile: hauptsächlich Rumpf, Standfüße und Nase der Rakete.
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Klarsichtteile
Die Klarsichtteile sind zwar ziemlich dick gespritzt worden, machen aber ansonsten einen guten Eindruck und sind verwendbar:
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Decals
Die Decals stammen aus eigener Herstellung und wurden definitiv neu aufgelegt. Sie sind sehr gut gedruckt und der Trägerfilm ist nur an den nötigsten Stellen, z. B. der Schrift, zu sehen, aber auch nur, wenn man genau hinsieht. Auch die schön geschwungenen Schriften werden sehr gut wiedergegeben:
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Bauanleitung
Die Bauanleitung besteht aus einem beidseitig bedruckten DIN-A4-Zettel in Schwarz-Weiß. Trotz der sehr wenigen Teile gibt es immerhin zehn Bauschritte. Der Aufbau ist kindgerecht, da kommt jeder mit klar, auch der Nachwuchs:
Glencoe-Models-06914-Mars-Liner-26 Glencoe Models 1/144 Mars Liner #06914Auf der anderen Seite gibt es Informationen zur Bemalung und zur Position der Decals. Außer Weiß und Silber müssen hier keine weiteren Farben verwendet werden. Dafür ist diese Seite sehr schön gestaltet: mit startender Rakete im Hintergrund, und dem Mars Liner auf der Marsoberfläche:
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Fazit
Glencoe Models gräbt alte Formen wieder aus und bringt dieses schöne Stück Geschichte auf unseren Basteltisch. So hat man sich in den 50ern also das Jahr 1997 vorgestellt. Hat nicht ganz geklappt. Geklappt hat aber die Umsetzung mit einer sehr schönen Box-Art, kinderleichter Bauweise und ganz viel Nostalgie. Wer in den 50ern schwelgen und nicht den Original-Bausatz zu Preisen einer Niere kaufen will, ist hier genau richtig. Somit volle Empfehlung!

Rating 9 von 10

Erhältlich bei Modellbau Universe.

Sascha Müller, Modellbaufreunde Lingen