Ursprünglich aus dem Jahre 1958 stammend (damals mit dem Maßstab 1:114 angegeben), ist unser heutiges Archäologie-Artefakt aus dem Jahr 1969 – nun mit dem Maßstab 1:117 versehen …
Der „krumme“ Maßstab 1:114/117 ist der „Box Scale“-Philosophie damaliger Hersteller geschuldet: Die Kits mussten in bestimmte Standardschachteln passen und da war der Maßstab eher Nebensache!
Der „Constant scale“ (also durchgehende 1:72, 1:48 etc.) kam zwar parallel auf, aber solch „krummen“ Maßstäbe fanden sich auch bis Ende der 1960er Jahre immer wieder bei fast allen Hestellern!
Was finden wir also in der kleinen, aber recht stabilen Pappschachtel?

Silberfarbenes Plastik …
… mit den zeittypischen aufgeprägten Markierungen (vereinzelt auch „decal placement guides“ genannt:
Ob sie primär ausgemalt oder doch mit den mitgelieferten Decals versehen werden sollten, blieb wohl jedem Bastler selbst überlassen.

Schlimm sind die Materialeinsinkungen dort, wo innen Passstifte sind:
Absolut klasse – der Displayständer:

Absolut grauenhaft – die „Klarsicht“-Teile:

Recht groß geraten – der Bauplan:

Dieser ist ein Mix …
… aus Explosionszeichnung, Tips zum Bau, historischer Einordnung des Vorbilds und einer schriftlichen bauanleitung in diversen europäischen Sprachen auf der Rückseite:
Der kleine Decalbogen ist leicht angegilbt und kann trotz der erhaben geprägten Markierungen verwendet werden – man kann nur hoffen, dass die Decals auf die Prägungen passen!

Fazit
Ein typisches Erzeugnis der 1950er Jahre, als der Plastikmodellbau „das Laufen lernte“ – „ernsthaften“ Modellbauern ein Graus, ist dieser Kit für Sammler ein „Schätzchen“.
Und diejenigen, die ihn bauen, ernten von den „ernsthaften“ Modellbauern ein Naserümpfen („Wie kann man solch eine Krücke nur zusammenbauen?“) und von Sammlern werden sie mit Flüchen bedacht: „Wie kann man solch eine Kostbarkeit nur zusammenbauen?“
Wie man es macht, ist es falsch …
Dr. Michael Brodhaecker, Lingen





