Als unser heutiger Kit-Archäologie Kandidat unter dem Namen „Playfix Kits“ in den 1980er Jahren auf den Markt kam, war er schon ein älterer Bekannter aus der Plasteschmiede Zschopau …
Ein Indiz – der beigefügte originale Packzettel der Erstauflage von 1975:
(Übrigens: 8,50 Mark – das war 1975 schon ne Hausnummer: Dafür gab es eine Packung Kaffee Rondo!)
Doch bevor wir die Box öffnen, kurz einige Infos zum Original
Der TU-20 ist die frühe NATO- und Projektbezeichnung des sowjetischen Langstreckenbombers Tupolew Tu-95, der Anfang der 1950er-Jahre entwickelt wurde. Er absolvierte seinen Erstflug 1952 und ist für seine vier leistungsstarken NK-12-Turboproptriebwerke bekannt, die gegenläufige Achtblattpropeller antreiben. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von rund 920 km/h gilt er bis heute als eines der schnellsten propellergetriebenen Flugzeuge der Welt. Die Reichweite beträgt etwa 15.000 Kilometer, wodurch interkontinentale Einsätze möglich sind. Der Bomber besitzt eine Spannweite von rund 50 Metern und ein maximales Startgewicht von über 180 Tonnen. Seine Nutzlast kann bis zu 15 Tonnen betragen, und die Besatzung besteht je nach Version aus sieben bis neun Personen.
Box-Art/Verpackung
In der Stülpbox befinden sich drei weiße, ein schwarzer, ein silbener, zwei große weiße Rumpfhälften, großer weißer Ständer, ein klarer Spritzling, Decals Bauanleitung und ein Packzettel:

. Alles ohne Folienverpackung, das gefällt. Die Box-Art zeigt eine gebaute TU-20 und sieht ganz nett aus.
Die Spritzlinge

Für „Ost-Verhältnisse“ und angesichts des Entstehungsdatums vor 50 Jahren sind die Teile ganz gut. Es gibt nur sehr wenige Grate und Fischhaut. Die Detaillierung ist etwas spartanisch. Sie beschränkt sich hauptsächlich auf Blechstöße und Türrahmen. Die Teile sind auch allgemein sehr dick gegossen, es handelt sich also um massives Plastik. Es gibt zwei MG-Türme, die ebenfalls keinerlei Detaillierung aufweisen. Das Fahrwerk beschränkt sich auf die Fahrwerkbeine und die Klappen. Alles in allem ist es ein sehr einfach gehaltenes Modell.
Klarsichtteile
Die Klarsichtteile sind, wie die anderen Spritzlinge, massiv ausgeführt und daher trüb sowie sehr verwaschen:

Etwas Polieren könnte ihnen etwas Glanz verleihen.
Decals
Die Decals stammen vermutlich aus eigener Herstellung. Sie scheinen die Zeit ganz gut überstanden zu haben. Man sieht direkt, dass dicker Trägerfilm vorhanden ist und die Markierungen beschränken sich auf die Roten Sterne und die Flugnummer. Für den Ständer ist noch eine Bezeichnung des Bombers vorhanden. Finden ich gut!

Bauanleitung
Die Bauanleitung ist ein vierseitiges DIN-A4-Blatt. Und „Bauanleitung” ist hier auch Programm, denn es wird per Text erklärt, wie man den Bomber zusammensetzt. Oldschool, Baby! Es gibt eine etwas verwirrendes Zahlengewusel an einem kompletten Bomber sowie eine Übersicht der Teile mit Teilenummern, die etwas weiterhelfen werden:
Auf der ersten Seite gibt es noch Informationen über den TU-20-Bomber mit technischen Details:
Das war es dann auch schon, die Anleitung selbst kommt dann noch in drei weiteren Sprachen:
Fazit
DDR-Nostalgiker kommen mit diesem Bausatz voll auf ihre Kosten – selbst der Geruch wurde konserviert. Ich glaube aber kaum, dass sich ein moderner Modellbauer diesen Bausatz zu Gemüte führen wird, da er in der Detaillierung schlicht zu einfach ist. Es sei denn, man möchte seine Scratch-Baukenntnisse erweitern. Für Anfänger und den Nachwuchs ist dieser Bausatz aber durchaus zu empfehlen, da er wenige Teile und somit wenige Probleme bereitet.
Rating 5 von 10
Sascha Müller, Modellbaufreunde Lingen







