Als Heller im Jahre 1979 einen Bausatz der Lockheed L 1011 Tristar mit der Artikelnummer 451 auf den Markt brachte, war sie durchaus auf der Höhe der Zeit – wenn auch im „schrägen“ metrischen Maßstab 1:125.
Wie hat sich der Bausatz gehalten?
Kurzes Lockheed L-1011 Tristar Intro
Die Lockheed L-1011 TriStar ist ein beeindruckendes Verkehrsflugzeug, das in den 1970er Jahren entwickelt wurde. Es wurde von der amerikanischen Firma Lockheed gebaut und gilt als eines der fortschrittlichsten Flugzeuge seiner Zeit. Die TriStar wurde speziell für den Langstreckenverkehr konzipiert und konnte Passagiere bequem über große Entfernungen befördern. Ein besonderes Merkmal der L-1011 ist ihr innovatives Design, das unter anderem eine Dreistrahl-Konfiguration umfasst. Diese Triebwerke wurden von Rolls-Royce hergestellt und trugen wesentlich zur Effizienz und Zuverlässigkeit des Flugzeugs bei. Die TriStar war bekannt für ihre fortschrittliche Avionik und Sicherheitsmerkmale, die sie zu einem beliebten Flugzeug bei vielen Fluggesellschaften machten. Das Flugzeug zeichnete sich auch durch seine geräumige Kabine und den hohen Komfort für Passagiere aus. Es war in der Lage, bis zu 250 Passagiere zu befördern, je nach Konfiguration. Die L-1011 wurde vor allem auf Langstreckenrouten eingesetzt und war bei Fluggesellschaften wie PanAm, TWA und British Airways sehr beliebt. Trotz ihrer technischen Überlegenheit hatte die TriStar auch mit Herausforderungen zu kämpfen, darunter die Konkurrenz durch andere Flugzeuge wie die Boeing 747. Dennoch bleibt die L-1011 ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der Luftfahrt, das für Innovation und Fortschritt steht. Heute ist sie vor allem bei Flugzeugliebhabern und in der Luftfahrtgeschichte hoch geschätzt.
Box-Art/Verpackung
In der großen, mit Siegeln versehenen Aufklapp-Box befinden sich insgesamt vier weiße und ein klarer Spritzling:

Zudem sind eine DIN-A4-Bauanleitung, ein großer Decalbogen und ein Türschild enthalten. Alles ist fein in Seidenpapier verpackt:

Bis auf die klaren Spritzlinge wird hier komplett auf Folienverpackungen verzichtet! Sehr gut! Die Box-Art zeigt eine Tristar der Fluggesellschaft LTU beim Start. Ein Fun Fact am Rande: Genau mit dieser Airline und einer solchen Maschine bin ich als Kind mit meinen Eltern in den Urlaub geflogen.
Auf der Rückseite finden sich einige Informationen zum Flugzeug:

Die Spritzlinge
Alle Teile sind in mattem Weiß gespritzt …



… und besitzen sehr erhabene Panellines und Nietreihen, was teilweise etwas unnatürlich wirkt. Das liegt aber auch daran, dass dieser Bausatz eine Wiederauflage einer Wiederauflage ist. Man muss sich damit abfinden oder alles vorsichtig abschleifen:
Alle Teile sind gut ausgespritzt und somit sauber. Ein sehr großes Problem sind jedoch die Flügel, vor allem die obere Hälfte:

Diese ist komplett krumm, was daran liegt, dass der Ast, an dem die Flügelspitze ausgegossen wurde, erhöht angebracht wurde:

Das führt unweigerlich dazu, dass sich die Flügel beim Auskühlen komplett verziehen, wenn sie zu früh aus der Form genommen werden. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ein echtes Manko, das hätte auffallen müssen:

Den Rumpf scheint es nicht ganz so hart getroffen zu haben, allerdings habe ich das Gefühl, dass er irgendwie in sich verdreht ist. Alles sehr komisch und fernab von „passt genau”. Die restlichen Teile machen aber einen recht guten Eindruck. Die Reifen liegen als vollgegossene Komponenten vor und haben auch ein typisches, schönes Profil.
Klarsichtteile
Die Klarsichtteile beschränken sich auf das Cockpit und die Passagierfenster:

Ob sich das Cockpitteil nahtlos in den Rumpf einfügen wird, muss der Bau zeigen:

Ich fürchte, das wird noch eine lustige Fummelei.
Decals
Zu den Decals kann ich bereits jetzt sagen, dass sie äußerst vorsichtig behandelt werden müssen, da sie extrem dünn sind und sehr leicht zerbrechen. Es gibt Markings für eine LTU- und eine British-Airways-Maschine. Die Decals sind wie immer sehr schön gedruckt und weisen nur wenig Trägerfilm auf:

Bauanleitung
Die Bauanleitung wird als DIN-A4-Heft geliefert, das vollfarbig gedruckt ist:

Die einzelnen Bauschritte sind kurz und übersichtlich gehalten. Die zu bemalenden Teile sind bereits in der entsprechenden Farbe eingefärbt. Dabei bezieht sich das Farbsortiment auf das hauseigene Heller-Sortiment. Das Deckelbild zeigt den Bausatz. Auf Seite 2 und 3 gibt es Informationen über das Flugzeug und eine Übersicht der benötigten Farben:
Ab Seite 4 geht es dann mit dem Bau los, der sich auf insgesamt nur elf Schritte erstreckt:
Die Bauschritte 12/13 befassen sich mit dem Anbringen der Decals und der allgemeinen Bemalung der Maschine:
Es können entweder eine Lockheed L-1011-1 Tri Star des LTU Düsseldorf Airport von März 1976 oder eine British Airways vom London Heathrow Airport von August 1974 gebaut werden.
Fazit
Aufgrund der Flügel ist das hier fast ein Totalausfall. Ich verstehe nicht, wie so etwas die Qualitätskontrolle passieren kann. Man sieht schließlich schon von weitem, dass die Flügel krumm wie ein Flitzebogen sind. Das ist sehr schade, denn diese Maschine ist eigentlich sehr ikonisch, was den Passagierbetrieb angeht. Die Markings für LTU und British Airways sind schön und machen richtig was her, wobei man wohl aus Erfahrung sehr vorsichtig mit den Decals umgehen muss. Alles in allem ist es sehr enttäuschend, was uns Heller hier auf den Basteltisch bringt.
Rating: 2 von 10
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Sascha Müller, Modellbaufreunde Lingen












