MH-6J Little Bird von ICM in 1:48 #48369

ICM präsentiert uns aus komplett neuen Formen nun einen Bausatz des Little Bird, der eine optimierte Ausführung für die US Spezialeinheiten ist. Er passt damit sehr gut neben die ICM-Blackhawks ähnlicher Einsatzvarianten …
Aus dem Bausatz können vier Markierungsvarianten in zwei Bauzuständen realisiert werden, von denen zwei an der Kartonseite dargestellt sind:
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Im stabilen Karton der kleineren ICM-Standardgröße finden sich drei Spritzäste (zwei graue und ein Klarsichtast), ein kleinerer Decalbogen und die Bauanleitung. Der Kleine Vogel entsteht damit aus recht wenigen Teilen:
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Hier die drei Spritzäste beisammen. Einmal die großen und größeren Teile, dann die filigranen Exemplare und die Kleinstteile, schließlich die Klarsichtteile. Alles schön aufgeteilt:
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Beginnen wir mit Ast A:
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Größte Bauteile sind die beiden Rumfhälften für den eiförmigen Rumpf ohne Verglasung und ohne die kompletten hinteren Türen, der das typische Erscheinungsbild mit sich bringt:
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Die Rumpfhälften weisen eine beeindruckende Detaillierungsvielfalt auf. Die Verstärkungen unter den hinteren Türöffnungen und um die Befestigungen für die Kufen sowie die Haltestangen über den hinteren Fensteröffnungen, die Scharniere für die Türen zum Triebwerkraum, Öffnungen am Rumpf, erhabene Rundkopfniete und vertiefte Gravuren sind hervorragend nachgebildet. ICM bietet hier höchste Qualität:
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Einige nähere Ansichten bestätigen dies noch nachdrücklich:

Innen in den Rumpfhälften gibt es leider eine lästige Auswerferstelle, die etwas in den sichtbaren Bereich hereinragt. Diese ist aber recht schnell flachgeschliffen. Also nicht wirklich problematisch. Ansonsten gibt es hier schöne Verstärkungen um die Rahmen und kräftige Positionierungshilfen für den Innenausbau:
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Für eben diesen Innenausbau gibt es mehrere Teile für den Boden mit Aufbauten, die Spante mit Anbauten sowie das Instrumentenbrett und die Sitze. Diese Teile bieten eine völlig ausreichende Detaillierung und werden zusätzlich noch mit Decals versehen, so dass sich eine im wahrsten Sinne des Wortes sehenswerte Detaillierung für den ohnehin eingeschränkten Einblick in die engen sichtbaren Räume ergibt. Hier ein Blick auf die größeren Bauteile:

Zusätzlich finden wir hier auch Bauteile für den Heckausleger und die Rotoren mit guten Details an den nötigenStellen:

Die kleineren Bauteile stellen die Instrumenten- und Bedienungspanels dar, die eine feine Grundlage für eine Lackierung der Flächen darstellen:

Weitere Kleinteile und schön ausgeführte Kufen und Befestigungen die die „Trittbretter“ vor den offenen Bereichen hinten im Rumpf vollenden diesen Spritzast:

Der graue Spritzast B fällt dann deutlich kleiner aus und präsentiert wie oben schon gesagt die dünnen und filigranen sowie auch die ganz kleinen Teile:
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Hier nun die einzelnen Gruppierungen etwas näher betrachtet:

Der Klarsichtast hat hier eine ganz besondere Bedeutung, da nahezu der gesamte Vorderrumpf auf einem Drittel der Länge verglast ist und den wesentlichen Eindruck vom „Kleinen Vogel“ bildet. Neben einigen kleinen Lämpchen und einem Scheinwerferglas bilden drei große Teile den Inhalt:
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Die stark gebogene Frontverglasung mit wenigen Rahmen und der Abdeckung vor der Verkleidung zum Instrumentenbrett ist eine sehr gut gelungene Leistung von Formenbau und Spritzgusstechnik:
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Bei genauem Hinschauen sieht man auch die Darstellung der Niete an den Rahmen, die erst nach der Lackierung sauber zu sehen ist. Ein Bad in Glänzerflüssigkeit kann allerdings auch nicht schaden:

Die vorderen Türen sind ebenfalls sehr gut gelungen. Hier sind auch die Klebepunkte für die Türgriffe und die Details der Scharniere zu sehen:
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Die Durchsichtproben können hier komplett überzeugen:
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Der Decalbogen fällt naturgemäß nur recht klein aus und enthält im Wesentlichen Zahlencodes und Aufschriften in leicht unterschiedlichen alternativen Farben entsprechend der jeweiligen Lackierung. Bei Hubschraubern für Spezialoperationen gibt es fast nie etwas Buntes zu sehen; das ist nun mal so. Der Druck kann wie bei ICM schon seit langem üblich überzeugen:
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Die Bauanleitung ist im bekannten ICM-Style gehalten. Es beginnt mit einer kurzen historisch-technischen Einführung und den Farbangaben aus dem ICM-Programm:
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Es folgt die Darstellung der ersten zwei Gussäste. Es bleiben wohl nur zwei Kleinstteile als nicht benötigt überzählig:
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Der Klarsichtast ist dann über dem Beginn des Zusammenbaus dargestellt. Der Zusammenbau beginnt mit dem Cockpit und dem Innenraum. Hier entsteht eine komplette Baugruppe. Im rechten Rumpfteil sind noch drei Löcher für die Platzierung von Anbauteilen zu bohren. Nicht vergessen!
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Einige Außenanbauten am rechten Rumpf, der Einbau der Innenbaugruppe und die Konstruktion des aufwendigen Rotorkopfes sind als nächstes dran:
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Weiter geht es mit dem Einbau des Rotorkopfes und der Bearbeitung und Vervollständigung der linken Rumpfhälfte. Weiterhin ist hier der Triebwerksauslass zu montieren, bevor der Rumpf aus den grauen Teilen geschlossen werden kann. Einige Vorarbeiten für das Instrumentenbrett sind dann auch noch spätestens hier zu erledigen:
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Ein paar Einbauten im Cockpit folgen nun noch, bevor auch die vordere „Verglasung“ vorsichtig anzubringen ist. Dann können die ersten Teile der Kufen angebaut und die Unterseite des Rumpfs vervollständigt werden:
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Weitere Anbauten am Unterrumpf folgen ebenso wie die Vervollständigung der vorderen Türen, falls diese eingebaut werden sollen. Man kann sie auch weglassen, da auch häufig ohne sie geflogen wurde (auch um Gewicht zu sparen), dann sollte man den Hinweisen auf die Einkürzung der Scharniere vorn am Rumpf folgen. Im hinteren Rumpf müssen noch die Befestigungen für die „Trittbretter“ eingeklebt werden, dann geht es an die Konstruktion des Heckrotorträgers:
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Die nächsten Bauschritte umfassen die Anbringung und weitere Vervollständigung des Heckrotorträgers. Weiterhin geht es an Anbauten für ein Tragegerüst über dem offenen Heckbereich und der Trittbretter darunter. Diese bilden dann das „FRIES“, ein „fast-roping system“, mit dem eine Besatzung von bis zu sechs Personen aus dem offenen hinteren Rumpf schnell abgesetzt werden kann. Einige kleine Anbauten unter anderem für unterschiedliche Antennenkombinationen vervollständigen dann die Aufgaben:

Schlussendlich kommt noch die Anbringung des Heckrotors und der Hauptrotorblätter. An dem kleinen Vogel ist also schon einiges zu tun:
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Die Lackierungs- und Markierungshinweise unterscheiden sich nur hinsichtlich der Markierungen auch innerhalb der beiden Bauvarianten. Die erste Bauvariante hat zwei Antennen auf dem mittleren Rumpf. Hier gibt es zwei Seriennummern und abgesehen von wenigen ganz kleinen Farbtupfern ein komplett dunkles Erscheinungsbild in einem leicht abgetönten Schwarz/Anthrazit. Je nach Alterung kann diese Lackierung etwas in ein Dunkelgrün-Bläuliches Farbbild gehen. Hier gibt es also durchaus eine Beurteilungsspanne für die Lackierung:
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Bei der zweiten Bauvariante ist auf dem Mittelrumpf nur noch eine sternförmige Antenne vorhanden. Hierfür werden andere Seriennummern empfohlen, für die ebenfalls Decals vorhanden sind:
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Alle Möglichkeiten beziehen sich auf Maschinen aus dem gleichen Zeitraum der frühen 1990-er Jahre.

Fazit
ICM bringt damit einmal mehr das beste marktverfügbare Modell eines bisher nicht mehr ansprechend vertretenen Vorbilds in diesem Maßstab neu auf den Markt. Diverse Varianten auch für verschiedene Streitkräfte sind dabei auch noch möglich, so dass sicherlich noch mit weiteren Bausatzvarianten zu rechnen ist. Die Möglichkeiten sind hier sogar recht weit gespannt.
Der Bausatz erfordert sicherlich etwas Modellbauerfahrung, ist aber längst nicht so anfordernd wie z. B. eine Blackhawk oder ein Sea King. Also durchaus ideal, um ggf. auch zum ersten Mal einen Hubschrauber zu realisieren. Er benötigt auch nur vergleichsweise wenig Platz in der Vitrine oder einem Display.
Vielleicht ist es möglich, mit dieser Bausatzvorgabe auch die für das Vorbild die Basis bildende zivile Ausführung Hughes 500 zu entwickeln. Und da denke ich dann an den Hubschrauber des Helfers eines hawaiianischen Privatdetektivs, der auf der Erde gerne Ferrari fuhr. Kurz gesagt: Ich wünsche mir den bunten Hubschrauber von T. C. aus der Fernsehserie „Magnum“.

Erhältlich bei Modellbau König.

Hermann Geers, Wietmarschen