Schon etwas länger auf dem Markt, aber immer wieder ein Review wert – der Kombikit des polnischen Herstellers IBG:
Eine PZL P.38 begleitet von einer PZL P.11a im September 1939 …
Kurzes PZL P.11a Intro
Bei Kriegsausbruch war die PZL P.11a der Standardjäger der polnischen Luftwaffe. Im September 1939 traten 12 Staffeln zur Luftverteidigung gegen die angreifende deutsche Luftwaffe an. Ohne Warnsystem führte es sehr schnell zu chaotischen Verhältnissen. Trotz dieser Probleme schossen die Polen 129 deutsche Flugzeuge ab bei 114 eigenen Verlusten. Angetrieben wurde die P.11a von einem in Polen gebaute Mercury IVS Motor. Als Bewaffnung dienten 2 Maschinengewehre im Rumpf die nach Änderungen der Tragflächen und Tieferlegung des Motors in die Tragflächen wanderten.
Kurzes PZL 37B Los Intro
Die Entwicklung des zweimotorigen Bombers begann im Jahre 1934 und der Erstflug fand 2 Jahre später im Jahr 1936 statt. Zu Beginn des 2. Weltkrieges war sie eines der modernsten Muster in den polnischen Luftstreitkräften. Angetrieben wurde der Bomber durch 2 Bristol Pegasus XIIB Motoren die eine Leistung von je 925 PS hatten, und das Flugzeug auf eine Geschwindigkeit von 445 km/h brachten. Die max. Dienstgipfelhöhe betrug 5900m bei einer Reichweite von 1500 km mit 2200 kg Bombenlast. Die Bewaffnung bestand aus zwei 7,7 mm MGs vom Typ Wz. 37 Szczeniak im Bug und hinten unten. Und einem 7,7 mm MG vom Typ Vickers hinten oben mit insgesamt 1632 Schuss.
Box-Art/Verpackung
Die Stülp-Box ist zum Bersten gefüllt, da kann man nicht meckern!
Es wird was geboten für das Geld. Insgesamt 18 hellgraue und 2 klare Spritzlinge in unnötigen 8 Plastikbeuteln sind enthalten. Dazu noch die Decals, 2 Ätzteilbögen und die Bauanleitung. Die Boxart ist schlicht aber gefällt mir sehr gut mit dem Bomber und seinem treuen Begleiter am Himmel über Polen:
Auf der Kartonseite finden wir noch eine graphische Übersicht der möglichen Markierungsvarianten:

Die Spritzlinge
Die Teile sind in einem Hellgrau gehalten und es befinden sich keine Grate, Fischhaut oder Auswerfermarken daran, und falls doch, dann nur an nicht sichtbaren Stellen. Die Detaillierung ist IBG Models typisch sehr gut. Alles ist sehr schön abgebildet, die Motoren sind super im Detail dargestellt, und können auch ohne weiteres Zubehör voll überzeugen. Erst recht durch die Verwendung der Ätzteile die das ganze sehr filigran werden lässt. Man hat die Wahl von 2 Motorvarianten an der PZL 37B, und man wird in der Bauanleitung sehr gut darauf hingewiesen. Die PZL P.11a muss mit einer Variante auskommen. Erwähnenswert ist der Innenraum des Bombers mit seinen Spannten und Instrumenten sowie der Pilotenzelle an der P.11a. Die machen beide was her! Die Gravuren auf den Flügeln und am Rumpf sind sehr scharf. Klasse!






Klarsichtteile
Die Klarsichtteile verdienen den Namen auf ganzer Linie, sie sind wirklich glasklar und super gegossen. Es steht einem die Wahl offen die Cockpit Kanzel aus Ätzteilen an der PZL P.11a oder aus den Kunststoff Klarsichtteilen zu bauen. Für die PZL 37B stehen nur Klarsichtteile zur Verfügung. Das beides möglich ist spricht für IBG Models und ist ein mega Plus.



Masken
Für die umfangreiche Verglasung des Bombers, aber auch die einfach gehaltene Haube des Jägers gibt es Masken:

Ätzteile
Die beiden Ätzteilbögen sind eine Wucht. Man findet dort Teile für den Cockpit Innenraum sowie für den Motor. Sie sind teilweise wirklich winzig und einwandfrei. Wie oben beschrieben als Goodie kann man die Cockpit Kanzel auch aus den Ätzteilen bauen, es liegt dann noch eine dünne Plastikplatte dabei. Da muss man dann aber die Fenster selber ausschneiden. Außerdem liegen für die PZL 11a Gurte bei.
Decals
IBG Models typisch sehr schön gedruckt ohne Fehler oder Versatz. Selbst die kleinen Wartungshinweise & Cockpit Anzeigen sind gestochen scharf. Natürlich wieder von Techmod.

Bauanleitung
Die Bauanleitung ist als DIN A4 ausgelegt und teilweise IBG typisch in schwarz/weiß, aber auf den wichtigen Seiten in Farbe gedruckt. 20 Etappen führen zur fertigen PLZ 37B und 14 Etappen zur fertigen PLZ P.11a incl. der Ätzteile. 4 Seiten befassen sich mit der Bemalung und dem Anbringen der Decals. Seite 2 und 3 ist eine Übersicht der Spritzlinge und Ätzteile das Deckblatt hat dieses mal keine Informationen über die Flugzeuge. Viele sehr kleine und filigrane Ätzteile müssen teilweise gebogen und verbaut werden. Das ist höchste Feinarbeit es wird aber alles sehr gut beschrieben. Wie schon erwähnt können 2 Motorvarianten am Bomber verbaut werden, die Hinweise darauf sind aber gut zu erkennen! Im großen und ganzen ist die Bauanleitung aber sehr gut und übersichtlich. Die Farbangaben beziehen sich auf das Sortiment von Vallejo, Hataka, Life Color, Mr Hobby und AK Interactiv.
Fazit
IBG Models bringt hier ein 2 in 1 Set auf den Markt mit dem Slogan „September Sky 1939“ und 2 sehr schönen Modellen. Der geschichtliche Ansatz an den Überfall auf Polen durch die Wehrmacht wird hier der polnischen Luftwaffe im Gedenken gezollt, mit diesen beiden direkt in den ersten Tagen am Krieg beteiligten Maschinen. Deswegen verspricht dieses Set den doppelten Spaß und schöne Stunden beim Bau. Anfängern ist dieses Set durch die sehr kleinen Ätzteile nur bedingt zu empfehlen, wer es sich aber zutraut der wird belohnt.
Rating: 9 von 10
Erhältlich bei Modellbau König.
Sascha Müller, Modellbaufreunde Lingen
























