Airfix versorgt die Modellbaugemeinde nun mit der Wiederauflage der Lynx in der Variante AH-7, also des ursprünglichen Panzerabwehrhubschraubers und wir haben einmal neugierig in den Karton geschaut …
Dass es sich um eine Wiederauflage handelt kommuniziert Airfix ganz vorbildlich an der Kartonseite. Hier wird auch das ursprüngliche Ausgabejahr mit 2012 angegeben, um dem Interessenten eine Einschätzung zu ermöglichen. Das ist vorbildlich; etliche andere Hersteller hätten sich da doch gedrückt. Es wird an dieser Stelle auch erklärt, dass es eine neue Decalausstattung gibt, die von Cartograf gedruckt wurde. Da braucht man sich um die Qualität der der Decals keine Sorgen zu machen, da Cartograf einer der absoluten Premiumhersteller ist:

Ebenfalls an der Kartonseite gibt es dann gleich einen Überblick dazu, welche Lackierungen und Markierungen aus dem Bausatz möglich sind. Drei Varianten sind absolut in Ordnung:

Im Karton haben wir dann einen Beutel mit Spritzästen, den Decalbogen und die Anleitung mit einem farbigen Beiblatt für die komplizierteren Lackierungsmöglichkeiten. Es handelt sich somit bezüglich er Ausstattung um einen Grundbausatz ohne weitere Zugaben aus Metall, Resin oder Druckteile:

Es gibt drei großformatige graue Spritzäste und einen Klarsichtast, der zur Sicherung vor Beschädigungen noch einmal extra verpackt daherkommt:

Der Spritzast A enthält dann in einem Rahmen gleich die großen Rumpfteile für Innen und Außen:

Eine Hälfte enthält die Rumpfteile, die zugehörigen Türen, Innenwände und -spante und ein Teil für den Triebwerkeinlass:

Die beiden Rumpfhälften sind außen ansprechend detailliert mit feinen Nietdarstellungen aber etwas groben Gravuren und gut dargestellten erhabenen Rumpfverstärkungen und Öffnungen und Anbauten. Das kann heute durchaus noch mithalten:
Nähere Ansichten bestätigen die Qualität:
An den Innenseiten gibt es sehr deutliche Auswerfermarken, die teilweise unter Klebeverbindungen verschwinden, aber auch teilweise (vorne) nachgearbeitet werden müssen, da sie doch sichtbar bleiben:

Es gibt zwei unterschiedliche Instrumentenbretter für die unterschiedlichen Lackierungs- und Markierungsmöglichkeiten. Sie sind leider glatt ausgeführt und werden mit Decals versehen. Diese Ausführung ist heute nicht mehr zeitgemäß:

Für die Hinter- und Seitenwände im Innenraum gibt es rautenförmig detaillierte Bauteile, die die originale Ausstattung mit Gewebematten sauber wiedergeben und bei der Lackierung einfach dreidimensional dargestellt werden können:
Die Türen sind außen ausreichend detailliert:
Innen gibt es mehr Details aber auch wieder massive Auswerfermarken, die nachbearbeitet werden müssen, da sie ansonsten durch die Fenster oder bei einseitig geöffneten Türen sichtbar bleiben:

An diesem Spritzast findet sich auch noch ein Bauteil für die mehrteilige Triebwerkabdeckung auf dem Rumpf:

Die andere Hälfte von Spritzast A bringt dann die Hauptteile für den Heckausleger und weitere Teile für den Rumpfzusammenbau:

Die Teile für den Heckausleger zeigen vielfältige und kräftige Details, insbesondere auch für die in der Dienstzeit der Lynx angebrachten Strukturverstärkungen:
Die Teile für die Bugverkleidung und die untere Rumpfverkleidung weisen ebenfalls eine umfassende Detaillierung auf. Airfix kann hiermit in Anbetracht des Alters der Konstruktion durchaus sehr gut Punkte machen:
Es finden sich hier auch noch weitere Teile für den Innenausbau wie die Boden- und Dachplatte, eine Bodenplatte für den Triebwerksraum und unterschiedliche Abdeckungen für die Visieranlage:
Der graue Spritzast B besteht ebenfalls aus zwei Rahmen:

Der erste Rahmen enthält Teile für die Kästen an den Triebwerken, die Sitze und diverse Anbauteile für Rumpf, Bug und Triebwerkraum:

Die Teile für die Triebwerkkästen benötigen schon Nacharbeit, dürften danach aber ganz brauchbare Nachbildungen ergeben:
Die Details an den Bugverkleidungen sind dagegen durchaus gut gelungen:

Am anderen Teil dieses Asts gibt es weitere kleine Bauteile und insbesondere die Bewaffnung mit den Panzerabwehrlenkraketen und auch mit Handwaffen:

Hier gibt es auch die alternative glatte Bugnase:

Für den Rotorkopf gibt es feine Details und in der Nachbarschaft noch brauchbare Antennen:

Die tropfenförmige Spitze des Heckauslegers besteht aus zwei Teilen:

Für eine Variante der Triebwerkabdeckung gibt es eine recht gute Darstellung der Frontflächen der Einlässe:

Die Auslässe hier bedürfen jedoch umfangreicher Nacharbeit wegen umfangreicher Gussgrate:
Die Bewaffnung ist kleinteilig ausgelegt und ebenfalls – unter anderem wegen etlicher Auswerfermarken – nachbearbeitungsbedürftig:
Der Spritzast D ist der größte in der Zusammenstellung:

Er enthält zwei komplette Sätze für den vierblättrigen Hauptrotor; jeweils für die angeklappte Ausführung und in Flugstellung:

Ansonsten gibt es an diesem Ast weitere Teile für den Innenausbau, insbesondere die verschiedenen Sitze. Im großen und ganzen machen sie noch einen brauchbaren Eindruck:
Bei näherer Betrachtung können einige Details wie die das angespritzte Gurtzeug an den Vordersitzen ihr Alter nicht verleugnen. Einen uneingeschränkt guten Eindruck hinterlassen hier nur die vorderen Scheiben der Verdichter der Triebwerke:
Überzeugen können auch heute noch die Befestigungs- und Haltestangen für die gefalteten Rotorblätter:

Das gilt auch für den Heckrotor mit guten Details am Verstellmechanismus:

Gut vorzeigbar sind auch heute noch die Details an den größeren Teilen der Triebwerkabdeckungen:
Letztlich befindet sich an diesem Ast noch eine Vielzahl von Kleinstteilen bei deren Abtrennung vom Ast bestimmt Sorgfalt walten muss, um Bruch zu vermeiden:
Die Klarsichtteile finden sich am Spritzast C. Hier gibt es auch Bauteile für die Darstellung der Abdeckung der vergitterten Lufteinlässe vor den Triebwerken. Eine unkonventionelle Lösung…

Das größte Teil ist die Front- und Dachverglasung über den Pilotensitzen. Sie ist mit sauberen Rahmen versehen:

Sehr sauber ausgeführt sind auch die Seitentüren für die Piloten:

Hier noch die Fenster in den Schiebetüren:

Und hier der restliche Spritzast mit den oben angesprochenen Bauteilen für die Triebwerklufteinlässe:

Die Klarsichtteile bestehen die Durchsichtprobe mit Bravour. Dieser Ast kann ohne weiteres mit aktuellen Neuausgaben mithalten!
Wie bereits oben erwähnt, ist der Decalbogen von Cartograf hergestellt und damit erstklassige Qualität garantiert; der Blick auf den Bogen bestätigt dies sehr nachdrücklich. Die einzelnen Decals sind gruppiert in einen großen Teil für die Verwendung in allen Lackierungs- und Markierungsmöglichkeiten; besonders auffallend sind hier die Decals für die Hauptrotorblätter. Drei kleinere Gruppen bilden die individuellen Decals ab. Sehr gut und zeitgemäß ausgeführt!!

Die Anleitung ist noch im älteren Airfixstandard der Erstausgabe in fast ausschließlicher Schwarz-Weiß-Darstellung ohne farbliche Hervorhebung der jeweils vorherigen Montageschritte verblieben. Die Lackierungshinweise sind hier nur kleine Nummern aus dem empfohlenen Humbrol-Sortiment (aus denen sich die Farben für andere Hersteller ableiten lassen). Die Übersichtlichkeit könnte daher schon etwas besser sein.
Sie beginnt mit einer jeweils sehr kurzen historisch-technischen Einführung in sechs Sprachen:
Weiter geht es mit Verarbeitungshinweisen in sogar 12 Sprachen:

Die eigentliche Zusammenbauanleitung beginnt dann mit dem Innenraum, der als kompakte Baugruppe zusammengefügt werden muss. Hier ist schon einiges zu tun. Besatzungsfiguren sind hier nicht vorhanden, aber auf dem Markt für Ergänzungssets zu bekommen:
Weiter geht es folgerichtig mit der Vorbereitung der Rumpfhälften und dem Zusammenbau der Innenbaugruppe und der beiden Rumpfhälften:

Spätestens jetzt muss man sich für eine der drei Lackierungs- und Markierungsmöglichkeiten aus dem Bausatz entscheiden, da bei den weiteren Bauschritten für den Zusammenbau der Triebwerkssektionen auf dem Oberrumpf unterschiedliche Teile (insbesondere für die Art der Abgasführung der Triebwerke, die im Laufe der Dienstzeit durch kastenförmige Kühler ergänzt wurde) zu verwenden sind:

Auch bei den nächsten Bauschritten geht es mit dieser Unterscheidung noch kurz weiter, bevor die Boden- und die Bugverkleidungen angebracht werden:

Am Rumpf folgen nun noch die Seitentüren, die offen oder geschlossen montiert werden können:

Heckrotorträger, ein rumpfunterseitiges Disco-Light, das Kufenfahrwerk und einige kleine Anbauten am Unterrumpf bilden die nächsten Bauschritte:

Weiter geht es mit der TOW-Bewaffnung für die Bauvariante C, die in zwei Vierergruppen an den Rumpfseiten angebracht werden müssen. Damit entsteht dann das Modell für einen bewaffneten Panzerabwehrhubschrauber:

Der Rumpf wird folgend mit der Bugverglasung, den Türen am Pilotenraum, einem alternativen Sicht- und Zielgerät und weiteren kleinen Anbauten vervollständigt. Der Rumpfzusammenbau ist damit erledigt:

Weiter geht es dann mit dem Haupt- und dem Heckrotor. Hier muss entschieden werden, ober der Hauptrotor in Flugstellung oder gefaltet dargestellt werden soll. Für die gefaltete Darstellung sind die die Befestigungs- und Haltestangen vorhanden. Die Darstellung erfordert dabei etwas Modellbauerfahrung aber keineswegs besonders ausgeprägtes Spezialistenkönnen. Wer so etwas erstmals im Modell darstellen möchte, ist mit diesem Bausatz gut beraten!
Zum Schluss der gehefteten Anleitung gibt es aufwendige Hinweise für die Lackierung und Markierung der Möglichkeit A aus dem Bausatz. Dies ist die weiße Lackierung für den UN-Einsatz im Jahre 1995 in Kroatien (ohne Bewaffnung da Friedenseinsatz, aber mit dem Sichtgerät über dem linken Pilotensitz und der aufwendigen späten Abgasanlage):

Für die Möglichkeiten B und C gibt es beiliegende farbige Drucke, da diese eine Tarnlackierung in den bekannten Grün-Grau-Tönen haben, die auch die RAF über lange Jahre führte. Möglichkeit B ist im Jahr 1993 in Nordirland im Einsatz gewesen, ist also etwas jünger, nicht bewaffnet, kein Sichtgerät und ebenfalls mit der aufwendigen Abgasanlage versehen:

Möglichkeit C stammt ebenfalls aus einem Kroatieneinsatz. Hier jedoch aus dem SFOR-Einsatz im Jahre 1997. Diese Maschine ist entsprechend mit den TOW-Raketen bewaffnet, hat das Sicht- und Zielgerät dafür, ist aber als die späteste Maschine aus dem Bausatzangebot noch mit der frühen Abgasanlage ausgeführt:

Diese Ausstattung liefert gleich drei attraktive Möglichkeiten, da fällt die Auswahl schwer.
Fazit
Airfix liefert hier eine sinnvolle Wiederauflage mit neuen Markierungen und entsprechenden Decals. So ist das richtig und daher auch sehr willkommen!
Der Bausatz präsentiert sich dabei wie zu erwarten mit einer Oberflächenqualität und Detailfülle, die die Ausführung der heutigen Neuausgaben von Airfix nicht mehr erreicht und dagegen abfällt. Andererseits ist die Ausführung auch heute noch akzeptabel und ermöglicht die Herstellung eines ansehnlichen Modells. Im Übrigen ist die Airfix-Serie zur Lynx auch heute noch die einzige Möglichkeit, diese Hubschrauber im 48-er Maßstab zu realisieren. Das gilt auch für die Varianten der Sea-Lynx.
Es ist also ganz einfach: Wenn eine Lynx dann diese!
Erhältlich bei Modellbau Universe.
Hermann Geers, Wietmarschen
















































