Unser heutiger Besprechungsbausatz erblickte das Licht unserer kleinen Plastikwelt im Jahre 2007 als „New Tool“ X-15 A-2 NASA.
Wir waren wirklich gespannt, wie sich die Formen nach 18 Jahren gehalten haben …
Doch zuvor ein kurzes X-15A-2 Intro
Die X-15A-2 war eine erweiterte Version des US-amerikanischen Forschungsflugzeugs North
American X-15, das in den 1960er Jahren zur Erforschung von Hochgeschwindigkeitsflügen und Raumfahrtgrenzen diente. Es war eines der schnellsten bemannten Flugzeuge der Geschichte und wurde von der NASA und der US Air Force betrieben. Die X-15A-2 wurde nach einem früheren Unfall aus der originalen X-15 modifiziert. Sie erhielt einen verlängerten Rumpf, zusätzliche Treibstofftanks und spezielle Hitzeschutzbeschichtungen, um noch höhere Geschwindigkeiten und größere Höhen zu erreichen. Die X-15A-2 wurde unter einem B-52-Mutterschiff in großer Höhe ausgeklinkt und zündete danach ihr Raketentriebwerk. Trotz ihrer extremen Leistungen war sie schwer zu steuern und stellte hohe Anforderungen an ihre Piloten. Die Erkenntnisse aus dem X-15-Programm flossen direkt in spätere Raumfahrtprojekte wie das Space Shuttle ein. Die X-15A-2 bleibt bis heute ein Meilenstein in der Luft- und Raumfahrttechnik. Triebwerk Thikol XLR99-Raketentriebwerk mit 254 KN Schub. Die Höchstgeschwindigkeit betrug Mach 6,7 erreicht am 3.10.1967 durch William J „Pete“ Knight in einer max Höhe von 100 km.
Box-Art/Verpackung
Die Stülpbox ist randvoll gefüllt und recht schwer, hier wurde ordentlich bei der Teileanzahl geklotzt. Enthalten sind insgesamt sieben blaue Spritzlinge, ein schwarzer Spritzling, ein klarer Spritzling, vier Zip-Beutel mit Resinteilen, eine Bauanleitung, Decals, ein Ätzteilbogen, eine Plastikfolie und ein Drahtstück.
Die blauen Gussäste sind alle in einer Folie verpackt, nur die Decals, Ätzteile und Plastikfolie sind in einem eigenen Folienbeutel verpackt. Das spart Müll, was wir sehr gut finden. Auf der Box-Art ist eine X-15 A-2 vor Sternenhintergrund und Sternenbanner zu sehen. „American Pride“ lässt grüßen!
Spritzlinge
Die Spritzlinge sind marineblau und es handelt sich teils um recht große Teile für den Rumpf und die Flügel. Es gibt nicht viele Kleinteile, was durch die Resinteile gelöst wird. Dazu komme ich aber noch. Die Panellines und Nieten können überzeugen, alles ist sehr sauber gegossen, typisch für Special Hobby:




Es gibt dann noch einen schwarzen Spritzling für die Teile des Ständers, denke ich. In der Bauanleitung wird darauf nicht eingegangen, aber es sieht so aus, als handele es sich darum:

Klarsichtteile
Bei dem Klarsichtteil handelt es sich lediglich um die Cockpithaube. Sie weist einen sehr schönen Schwung auf, der die Stromlinienförmigkeit sehr gut nachbildet. Sie ist sauber und ohne Einschlüsse gegossen:

Decals
Die Decals stammen offenbar aus eigenem Hause. Ich konnte keine Informationen darüber finden, ob sie von einem Drittanbieter gedruckt wurden. Es gibt viele Warn- und Wartungshinweise. Diese wurden alle sauber, ohne Versatz und farblich ansprechend gestaltet:

Resinteile
Es gibt eine unendliche Vielzahl an klassischen Resinteilen, die alle erdenklichen Kleinteile abdecken. Teilweise sind sie noch mit ihrem Support-Sockel ausgestattet. Und hier wird es im wahrsten Sinne des Wortes wirklich kleinteilig. Aber alles macht einen sehr guten Eindruck, und es sind teilweise sehr feine Teile dabei, sodass man schon sehr aufpassen muss, wenn man sie vom Sockel abtrennt:





Ätzteile
Der kleine Ätzteilbogen enthält hauptsächlich Teile für das Cockpit, darunter Gurte, Ösen und Klammern. Alles ist sehr fein geätzt. Hier finden sich auch die Instrumente für das Cockpit, die extrem gut wiedergegeben werden:

Folie
Es handelt sich um eine kleine Folie mit gedruckten Instrumenthintergründen in Schwarz für die Cockpit-Teile, die teilweise sehr feine Drucke besitzen:

Als Zubehör liegt noch ein ca. 30 cm langer 0,3mm Draht aus Edelstahl bei.
Bauanleitung
Die Bauanleitung liegt im vollfarbenen DIN-A4-Format vor. Insgesamt gibt es 35 Bauschritte, die am Ende das fertige Modell ergeben. Die Unterteilung der Bauschritte ist logisch und gut nachvollziehbar. Man sollte sich jeden Bauschritt sehr genau zu Gemüte führen. Aufgrund der wirklich unglaublichen Zahl an Resinteilen, die verarbeitet werden müssen, ist es unbedingt erforderlich, sich alle Bauschritte sehr genau anzuschauen, auch wenn sie sehr einfach erscheinen. Dieser Schein kann trügen. Rote Kreuze zeigen an, welche Teile für diesen Bausatz nicht genutzt werden. Die erste Seite enthält etwas Historie zum Flugzeug:
Die Seiten 2–4 sind die wichtigsten, um nicht den Überblick zu verlieren. Hier sind alle Spritzlinge, Resin- und Ätzteile abgebildet:
Dann geht es auch direkt mit dem Bau los, der sich bis Seite 16 erstreckt:
Die Seiten 17–19 befassen sich mit der Bemalung und den Decals:
Auf der letzten Seite gibt es noch etwas Werbung in eigener Sache. Das Farbsortiment wird nicht angegeben, es wird aber wohl wie gewohnt Gunze sein. Es gibt nur eine Version für die Maschine, die 1967 von William „Pete“ Knight geflogen wurde.
Fazit
Bombastisch – mehr fällt mir zu diesem Bausatz nicht ein. Die schiere Anzahl der Teile, vor allem der Resinteile, ist unglaublich. Hier hat sich Special Hobby nicht lumpen lassen und ordentlich eingepackt. Wie immer ist alles in der für Special Hobby typischen sehr guten Qualität. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Allerdings ist dieser Bausatz definitiv nichts für Anfänger oder Gelegenheitsmodellbauer. Hier ist die gesamte Aufmerksamkeit beim Bau gefordert. Wer sich eine dicke X-15 in die Vitrine stellen möchte, sollte direkt zuschlagen! Und es gibt keine andere Möglichkeit, als die volle Punktzahl und Fleißsternchen zu verteilen. Grandios!
Rating: 10* von 10
Erhältlich direkt im Special Hobby online-shop.
Sascha Müller, Modellbaufreunde Lingen



















































































