Nachdem Revell vor kurzem schon eine Figur aus dem World of Warcraft Universum auf den Markt gebracht hat (Lich King) wird es Zeit die nächste Figur der Bastelgemeinde und Fans von WoW vorzustellen …
In dem Spiel World of Warcraft gibt es zwei Fraktionen und für eine dieser Fraktionen muss sich der Spieler am Anfang seiner Laufbahn entscheiden. Diese zwei Fraktionen sind die Allianz und die Horde. Geleitet werden die Fraktionen von verschiedenen Anführern der einzelnen Rassen, die der Fraktion angehören, und die eher wie ein Rat funktionieren. Zu der schon erwähnten Horde gehört Thrall, ein Orc, der zum obersten Kriegshäuptling ernannt wurde und eine Zeit lang die Horde gegen die Allianz und diverse Feinde angeführt hat.
Bei Spielern der Horde sehr beliebt, da dieser immer im Sinne der Horde entschieden hat und sich für den Frieden mit der Allianz einsetzte.
Und genau für diesen Charakter hat sich Revell entschieden. In meinen Augen keine schlechte Idee, da wie schon erwähnt, Thrall sehr beliebt ist.
Der Karton ist von vorne ansprechend designed und weiß zu gefallen. Auf der Rückseite gibt es nicht wirklich was zu sehen, außer den benötigten Farben:

An den Seiten sind kleine Bilder vom fertigen Modell abgebildet. Aber das Beste ist, dass der Karton eine Klappschachtel ist, in die alles problemlos passt. Revell hat sich anscheinend die Kritik angenommen und hier nachgebessert:
Bei dem Modell handelt es sich um ein sogenanntes „Build + Paint“ Set, das alle angegebenen Farben und einen Pinsel enthält. Laut dem Karton sind 34 Teile enthalten und das fertige Modell ist 13,9 cm hoch.
Macht man den Karton auf und nimmt alles heraus, dann stellt man fest, dass in meinem Fall ein Spritzling fehlt. Und zwar fehlt hier der Spritzling C, der den Sockelrand und die Namensplakette enthält. Die Spritzlinge A und B sind vorhanden. Vielleicht liegt das nur an dem Besprechungsmuster, ansonsten muss Revell bei der Qualitätsprüfung nachlegen:

Es liegen 11 Farben bei. Schwarz 08, Sand 16, Blau 56, Hellgrau 76, Lederbraun 84, Braun 85, Silber 90, Eisen 91, gemischter Silberton aus 94 + 99, Laubgrün 364 und ein helles Beige gemischt aus 301 und 314. Der Pinsel hat die Größe 2 und ist nett gemeint, aber damit kann man das Modell nicht wirklich mit allen Details bemalen. Hier wird man auf andere Pinsel zurückgreifen müssen, wenn man Spaß beim Bemalen haben möchte. Zusätzlich ist noch eine kleine Tube vom Revell-Kleber beigelegt:

Kommen wir zu den Spritzlingen. Insgesamt gibt es drei Stück für die 34 Teile, alle in grauem Kunststoff hergestellt.
Spritzling A enthält hauptsächlich die Beine, Hände und Teile der Rüstung. Positiv ist, dass man keine Auswurfmarken sieht (alle auf der Rückseite der Teile), keine „Plastikhaut“ an den Teilen und nur wenig bis keine Trennnähte:

Leider bestehen die Hände und Beine jeweils aus zwei Teilen, was dazu führt, dass man nach dem Kleben zwangsläufig eine gut sichtbare Klebenaht hat, die entfernt werden muss.
Die Details auf den Schulterplatten sind gelungen, auch finde ich die Schäden und Macken sehr gut. Was mir aber insgesamt nicht so gut gefällt, ist, dass die Details alles sehr „glatt“ wirken, sehr polygonal. Hier fehlen mir die „Schärfe“ und klare Konturen. Die Details sind ja vorhanden, gehen aber zum Teil unter:
Das Hordelogo und die Nieten könnten von Revell besser herausgearbeitet werden:

Die Hand ist ein gutes Beispiel und was ich damit meine. An dem Daumen kann man so gerade noch den Ansatz eines Daumennagels erahnen, und das in dem Maßstab 1:16! Da sind meine 1:35 Figuren knackiger. Auch hier sollte Revell nachbessern:

Hier die zweiteiligen Beine, das Fell an den Stiefeln geht völlig unter:

Am Spritzling B finden wir den zweiteiligen Oberkörper, Kopf, Axt und die Bodenplatte des Sockels:

Auch hier sind eigentlich alle nötigen Details da, sind aber sehr verwaschen. Das macht das Bemalen nicht einfacher. Da der Oberkörper aus zwei Teilen besteht, muss hier gut nachgearbeitet werden, damit man die Klebenaht nicht auf den Armen sehen kann, auch wenn viel von den Rüstungsteilen verdeckt wird:
Kommen wir zu dem Gesicht. Oft das wichtigste Element einer Figur. Hier vermisse ich bis auf die Augen eigentlich alles. Keine Augenbrauen, kein Haaransatz, keine Falten, so als ob das Gesicht mit Botox aufgespritzt wäre. Selbst die Nase ist mir zu grobschlächtig. Die Ohren haben nicht mal einen Ansatz eines Gehörgangs, da sind einfach nur spitze Dreiecke an den Kopf modelliert. Furchtbar!

Der Unterkiefer mit einem „Bart“. Schaut euch bitte einmal das Box Art an. Da sieht man, dass in dem Bart Ringe sind – die kann ich an dem Modell nur erahnen. Wie soll man denn das richtig bemalen?! Im Jahre 2025/2026 sollte sowas nicht mehr vorkommen:

Die Axt ist schon ein wenig besser, aber die Fellteile sehen daran nicht gut aus. Auch hier ist die Axt zweiteilig:


Auf der Rückseite des Gurtes sind eigentlich drei Wolfsruten angebracht, wenn ich nicht wüsste, was das sein soll, müsste ich hier bei diesem Bauteil raten. Die linke und rechte Wolfsrute sind ganz schlecht detailliert:

Der kleine Decalbogen mit dem Namen Thrall kommt in zwei verschiedenen Schriftzügen. Warum man nicht jeweils zwei gleiche genommen hat, damit auf der Vorder- und Rückseite der Namensplakette der gleiche Schriftzug zu lesen ist bleibt mir verschlossen. Die zwei Decals sind aber perfekt gedruckt, kein Versatz oder eine Unschärfe zu erkennen. Hier ist alles perfekt!

Abschließend möchte ich noch etwas zur Pose der Figur kommen. Hier habe ich mir ebenfalls das Kartonbild und die fertige Figur auf den Bildern angeschaut und verglichen. Leider wirkt die fertige Figur total steif, alleine schon wie die Schulterplatten auf den Schultern der Figur zu „schweben“ scheinen. Auf dem Kartonbild kann man sehen, dass diese schön auf den Schultern liegen.
Kommen wir zur Bauanleitung:

Die ist, wie man es von Revell kennt, in Farbe und leicht verständlich. Farbangaben sind alle aus dem Hause Revell:
Mein Fazit
War ich mit der Lich King Figur von Revell noch zufrieden und gab einen Daumen nach oben, würde ich hier nicht unbedingt von einer klaren Kaufempfehlung sprechen. Wer dennoch das Modell haben möchte, muss damit leben, dass es nicht so detailliert ist, wie es die Figur verdient hätte und sein sollte. Schade, denn hier hat Revell wieder einmal auf den letzten Metern einfach nachgelassen.
Erhältlich bei Modellbau König.
Stammtisch Recklinghausen
Gregor Francikowski





















