THE LICH KING IN 1:16 von REVELL # 03515

Seit nun mehr als 21 Jahren existiert das Massive Multiplayer Online Spiel World of Warcraft und erfreut sich immer noch großer Beliebtheit bei Jung und Alt. Ich selber spiele das Spiel seit seinem Erscheinen im Jahre 2004 und komme davon nicht los. Im November dieses Jahres feiert das Spiel seinen 21. Geburtstag …
Vielleicht hat sich Revell aus dem Grunde dazu entschlossen einen der bekanntesten Bösewichte aus dem Spiel als Bausatz zu veröffentlichen.

Eine kurze Zusammenfassung, wer Arthas Menethil, alias The Lich King, ist:
Arthas Menethil ist eine zentrale Figur in der World of Warcraft Geschichte und ein tragischer Held, der schließlich zu einem der bekanntesten Bösewichte im Warcraft-Universum wurde: dem Lich King, zu Deutsch dem Lichkönig.

Arthas war der Kronprinz von Lordaeron und galt als mutiger und ehrenhafter Ritter. Als die Seuche der Untoten, verbreitet durch den Geißel-Lichkönig, sein Königreich bedrohte, nahm er es auf sich, die Bedrohung zu stoppen. Auf seiner Reise, um die Seuche zu bekämpfen, traf er jedoch auf die Macht des Lichkönigs und wurde zunehmend von ihm beeinflusst.

Im Verlauf seiner Geschichte begann Arthas, immer härtere Entscheidungen zu treffen, die von Verzweiflung und Gier nach Macht geprägt waren. Der Wendepunkt kam, als er das Schwert Frostgram in Stratholme aufnahm, um seine Feinde zu bekämpfen. Frostgram war ein mächtiges Artefakt des Lichkönigs, das ihn schließlich verführte.

Arthas‘ endgültiger Fall zur Dunkelheit geschah, als er seinen eigenen Vater, den König von Lordaeron, ermordete und sich mit dem Lichkönig verband, um die Macht über die Geißel zu erlangen. Dies machte ihn zum neuen Wirt des Lichkönigs und er erhielt die Macht, eine Armee von Untoten zu befehligen.

Im finalen Akt seiner Verwandlung trat Arthas als der neue Lichkönig in der Eiskronenzitadelle ein, wo er den ursprünglichen Lichkönig, Ner’zhul, übernahm. Als Lichkönig hatte er nun die Kontrolle über die Geißel und setzte seinen Plan fort, die Welt mit der Armee der Untoten zu erobern.

Arthas’ Geschichte ist eine der tragischen Verwandlung von einem heldenhaften Prinzen zu einem tyrannischen Herrscher, der von der Macht und seinem eigenen Zorn zerstört wurde.

Zurück zum Modell:
Der Lichkönig ist eine äußerst ikonische Figur im World of Warcraft-Universum und erfreut sich großer Beliebtheit bei den Spielern, auch wenn er ein Erzfeind ist. Daher überrascht es mich nicht, dass Revell sich für diesen Charakter als ersten Bausatz der Serie entschieden hat. Laut Karton hat die fertige Figur einen Maßstab von 1:16, was etwa 14 cm Höhe entspricht, und besteht aus insgesamt 52 Teilen.

Auf der Rückseite des Kartons ist neben den vorgegebene Farben nicht wirklich viel Informatives enthalten:
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Auf der Seite des Kartons sind noch einige Bilder der fertigen Figur abgebildet:

Etwas Positives ist mir sofort aufgefallen, es ist eine Klappschachtel! Anscheinend hat man in Bünde auf die Kritik reagiert und die Kartonage verändert. Ich persönlich finde es gut, so ist immer genug Platz in der Schachtel und alles lässt sich wunderbar leicht wieder verstauen:
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Da es sich bei dem Bausatz um ein Build+Paint Set handelt, liefert Revell die wichtigsten Farben sowie einen Pinsel mit. Grundsätzlich eine gute Idee, um auch Anfänger für den Modellbau zu begeistern:
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Leider wird der Pinsel jedoch zusammen mit den Farben in einer Tüte verpackt, wodurch der Pinselkopf komplett verbogen wird:
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Bei den beigepackten Farben handelt es sich um Schwarz 08, Blau 58, einem Blaumix 83 + 58, Hellgrau 76, Staubgrau 77, Lederbraun 84, Eisen 91, einem Eisenmix 90 + 91 und Gold 94.

Der Pinsel hat die Größe 2 und ist leider stark verbogen. Mit der Zeit bekommt man den Knick wieder raus, aber für die Details ist dieser Pinsel etwas zu groß.

Bei den Spritzlingen gibt es zwei große Rahmen, einen ovalen Sockel und eine doppelseitige Namensplakette. Insgesamt sind es 52 Teile. Für die Namensplakette sind zwei Schriftzüge als Decal enthalten:
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Der Sockel:
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Bei dem Sockel ist mir aufgefallen, dass er „kippelt“. Er ist unten nicht ganz plan:

Das kann man beheben, indem man über ein Schleifpapier den unteren Teil des Sockels plan schleift.

Die kleine Namensplakette hat in der Mitte ein sehr markante Sinkstelle:
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Schauen wir uns doch mal die Spritzlinge für die Figur genauer an. Hier Rahmen A:
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Einige der Teile sind sehr schön detailliert, wie zum Beispiel die Kniepanzer:
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Auch das verfluchte Schwert Frostgramm ist gut gelungen, aber was mich wundert, ist, warum Revell die Runen auf dem Schwert nicht als Decal beigefügt hat. Betrachtet man die Verpackung, sieht man deutlich, dass das Schwert leuchtend blaue Runen trägt. Revell ist für seine hochwertigen Decals bekannt, und es wäre sicherlich ein Leichtes gewesen, diese Runen als Decal beizufügen:
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Von Arthas‘ Gesicht sieht man nicht viel, da große Teile vom Helm verdeckt werden. Der ikonische Helm ist gut gelungen uns besteht aus 5 Teilen!
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Der Brustpanzer ist gut getroffen und zeigt sogar einige Dellen und Kratzer:
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Auch der Gurt und die auffälligen Schulterpanzer sind toll modelliert:
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Der Rahmen B enthält Teile des Körpers, die Fellrüstung, den Umhang und die Bodenplatte für den Sockel:
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Auf den beiden Körperhälften ist eine Struktur zu erkennen, die den Ringpanzer darstellen soll. Eigentlich eine gute Idee, aber wenn beide Hälften verklebt werden und man an der Klebenaht spachteln und schleifen muss, wird die Struktur sehr wahrscheinlich schnell weggeschliffen sein. Wie viel man davon dann nachher sehen wird, wird sich am fertigen Modell zeigen. Eventuell muss man hier dann etwas Nachgravieren:

Teile der Fellrüstung finde ich etwas zu „glatt“. Diese Teile würde ich mir etwas stärker strukturiert wünschen, damit es mehr nach Fell aussieht:
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Der Umhang hat eine Textur, das finde ich persönlich gut. Die Löcher und den unteren Teil des Umhangs finde ich nicht so gut gelungen. Das wirkt alles recht grob und man kann gut an den Löchern erkennen, wie dick dieses Bauteil ist. Die Falten des Umhangs sind in meinen Augen nicht schlecht geworden:
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Abschließend noch der kleine Decalbogen mit zwei Schriftzügen, die jeweils für eine Seite der Namensplakette vorgesehen sind:
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Laut Bauanleitung ist man nach rund 23 Bauabschnitten fertig und hat das Modell bemalt. Alle Farbangaben sind, wie üblich bei Revell, für das eigene Farbsystem:

In der Anleitung sind mir einige Ungenauigkeiten aufgefallen. So wird in Abschnitt 8 die Farbe für die Handschuhe mit der Nummer 77 (Staubgrau) angegeben. Arthas trägt jedoch Lederhandschuhe, weshalb Lederbraun oder ein passender Braunton hier die richtige Wahl gewesen wäre.
Im ersten Abschnitt wird das Gesicht mit einem 50:50-Mix aus 83 (Rostbraun) und 56 (Blau) bemalt, was einen dunklen Lilaton ergibt. Das Gesicht von Arthas ist jedoch eher zwischen blassem Rosa und einem hellen Lavendel gehalten. Um es passender zu gestalten, müsste die angegebene Mischung etwas aufgehellt werden.
Der Umhang soll in dem kräftigen Blau 56 bemalt werden, jedoch ist der Umhang in Wirklichkeit fast schwarz – es sollte also eher ein Mitternachtsblau verwendet werden. Um den Effekt zu erzielen, könnte man den Farbton mit etwas Schwarz abdunkeln, damit es besser passt.

Fazit
Die Idee, Figuren aus dem Warcraft-Universum auf den Markt zu bringen, finde ich sehr gut und ich bin überzeugt, dass es dafür Käufer geben wird. Der Zusammenbau sollte relativ einfach sein, die Anleitung ist klar verständlich und sollte auch für Anfänger oder Gamer keine Probleme bereiten. Wie sich das Modell später im Regal macht, wird sich jedoch noch zeigen. Mit einem Preis von 40€ liegt der Bausatz zwar etwas höher, aber ich kann mir vorstellen, dass die Lizenzgebühren einen großen Teil dazu beigetragen haben.
Da der mitgelieferte Pinsel nicht wirklich hochwertig ist, würde ich empfehlen, in bessere Pinsel zu investieren, um Frust beim Bemalen zu vermeiden.

Erhältlich bei Modellbau König.

Gregor Francikowski, Modellbaustammtisch Recklinghausen