BHC SR.N4 Hovercraft in 1:144 von Airfix #A09171V

„Vintage Classics“ – der Name dieser Serie bei Airfix sagt eigentlich alles:
Ältere Bausätze neu aufgelegt.
Wie es um die jeweilige Qualität bestellt ist, zeigt unser Review der Hovercarft-Fähre …
Kurzes BHC SR.N4 Hovercraft Intro
Im Jahr 1969 nahmen die ersten vier Luftkissenfahrzeuge der Mountbatten-Klasse (SR.N4) den
kommerziellen Betrieb auf dem Ärmelkanal auf und setzten neue Maßstäbe hinsichtlich Geschwindigkeit, Komfort und Sicherheit für die Reisenden. Mit Reisegeschwindigkeiten von über 60 Knoten verkürzte die Mountbatten die Überfahrtszeit auf den Routen Dover–Boulogne und Ramsgate–Calais auf lediglich 35 Minuten. Sowohl British Rail Hovercraft Limited als auch
Hoverlloyd setzten für ihre hochfrequentierten Verbindungen jeweils zwei Fahrzeuge ein;
Hoverlloyd führte in der sommerlichen Hauptsaison täglich 14 Hin- und Rückfahrten durch.
Mit einem Gewicht von 177 Tonnen war die von der British Hovercraft Corporation gebaute
Mountbatten das weltweit größte Luftkissenfahrzeug und konnte als Kombifähre 254 Passagiere sowie 30 Pkw befördern. Die Passagiere waren in komfortablen Kabinen (ähnlich denen in Flugzeugen) entlang der Fahrzeugseiten untergebracht, während die Pkw auf einem mittigen Deck transportiert wurden, das über Bug- und Heckklappen für das „Roll-on/Roll-off“-Verfahren verfügte. Dank ihres rund 2,4 Meter (8 Fuß) hohen Luftkissens konnte die Mountbatten problemlos Wellenhöhen von bis zu 3 Metern (10 Fuß) bewältigen, was einen ganzjährigen Betrieb ermöglichte.
Da das Fahrzeug amphibisch war, konnte es unabhängig vom Gezeitenstand entweder
von bestehenden Häfen aus oder von Terminals operieren, die oberhalb der Hochwassermarke und abseits überlasteter Hafenbereiche lagen. Zudem bot die Mountbatten Zeitvorteile bei den
Meldezeiten, beim Be- und Entladen sowie bei der Zoll- und Passabfertigung. Für Auftrieb und
Vortrieb sorgten vier Rolls-Royce-Gasturbinen des Typs „Marine Proteus“ mit einer Leistung von
jeweils 3.400 Wellen-PS (s.h.p.). Jedes Triebwerk trieb sowohl einen Luftpropeller als auch ein
Radialgebläse für den Auftrieb an. Sicherheit wurde bei der SR.N4 großgeschrieben: Fiel ein
Triebwerk aus, konnten die verbleibenden Motoren das Fahrzeug weiterhin in der Schwebe halten und antreiben. Bei einem Ausfall aller Triebwerke schwamm das Luftkissenfahrzeug wie ein herkömmliches Schiff auf dem Wasser. Die Steuerung erfolgte durch das Schwenken der vier Propellerpylone in Kombination mit schwenkbaren Doppelflossen und gekoppelten Rudern.
Während ihrer ersten Sommersaison auf dem Ärmelkanal beförderte die „Mountbatten“ auf rund 4.200 Überfahrten mehr als 405.000 Passagiere und 55.000 Autos – ein Beleg für die rasch
wachsende Akzeptanz dieses seinerzeit neuen Verkehrsmittels in der Öffentlichkeit.

Box-Art/Verpackung
Wir haben hier eine Matrjoschka-Situation: Eine Box in einer Box, die in einer Box geliefert wurde:
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Alles in allem eine verdammt gute Verpackung, da kann nichts zu Bruch gehen.
Auf dem Umkarton findet man den Hinweis, dass es sich um Bausatz Nr. 1705 von insgesamt 3.060 handelt. Also eine „Limited Edition“! Zumindest war der Schreiber schon etwas länger im Dienst, denn er hat sich sowohl auf der einen, als auch auf der gegenüberliegenden Seite verschrieben und musste neu ansetzen. Das wirkt ein wenig humoristisch …

In der Stülpbox befinden sich drei Folienverpackungen, in denen sich jeweils ein klarer Spritzling und das klar gegossene Dach des Hovercrafts sowie zehn dunkelgraue Spritzlinge, Boden und Rumpf befinden. Dazu gibt es noch eine DIN-A4-Bauanleitung und einen kleinen Decalbogen. Erwähnenswert ist, dass sich hier eine ganze Menge Teile schon von den Gießästen gelöst haben und somit noch ein Haufen Teile in der Kiste herumkegeln. Da es sich um eine Vintage Edition handelt, hat sich Airfix auch nicht lumpen lassen und das sehr schön gemalte Cover wieder aufgelegt. Nostalgie pur!
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Die Spritzlinge
Die Spritzlinge, oh je, da fängt dann die Kehrseite der Wiederauflage an ins Augenlicht zu springen:
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Die Formen von 1970 haben ihre besten Tage definitiv hinter sich. Grate, Fischhaut, Auswerfermarken, aber wenigstens nichts verzogen, könnte man noch hinterherwerfen:

Neeee: Positives hinterlassen die Spritzlinge wirklich nicht, da ist sehr, sehr viel Arbeit angesagt, alles zu versäubern. Die wenigen Details, die vorhanden sind, wurden aber beraschenderweise sehr gut wieder gegeben. Was einen dann wieder etwas milde stimmt.

Klarsichtteile
Die Klarsichtteile werden in einer separaten Folie geliefert und sehen, im Gegensatz zu den grauen Spritzlingen, sehr gut aus. Auswerfermarken werden teilweise hinter zu bemalende Sektionen versteckt:
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Das große Dach des Hoovercraft kann man laut Bauanleitung auch geteilt bemalen, sodass auf einer Seite der Innenraum sichtbar ist. Das ist ein sehr schönes Gimmick, aber ich bin mir nicht sicher, ob alle Auswerfermarken dann auch verdeckt werden. Nach genauer Durchsicht
der Bauanleitung fürchte ich eher nicht:
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2 Autos werden als Klarsichtspritzguss geliefert, so hat die Fähre auch was zu transportieren:

Decals
Die Decals stammen aus eigener Herstellung, sind sehr gut gedruckt und haben nur wenig
Trägerfilm. Sie scheinen komplett neu gestaltet worden zu sein:
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Bauanleitung
Die Bauanleitung ist farbig im DIN-A4-Format gedruckt. 15 teilweise sehr unübersichtliche, weil
zu viele Teile in einem Bauschritt verbaut werden sollen, führen zum fertigen Hovercraft. Anfänger werden da etwas ihre Probleme haben und die Übersicht verlieren:

Während des Baus wird bereits auf die Farbgebung eingegangen. Gut ist, dass es Hinweise gibt, wenn Teile nicht geklebt werden sollen; diese sind dann auch klar dargestellt. Am Ende gibt es noch zwei Seiten mit Informationen zur kompletten Bemalung und die Position der Decals:
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Gebaut werden können folgende Fahrzeuge:
Hoverlloyd Ramsgate Harbour, Kent, England 1970 und Seaspeed (British Rail Hovercraft
Limited), Dover Harbour, Kent, England 1970. Auf der ersten Seite gibt es noch ein paar Infos über das Hovercraft und auf einer weiteren Seite die obligatorischen Sicherheitshinweise:

Fazit
Ein weiteres Vintage Classic, nun haben wir dann auch alle Hoovers wiederbekommen. Das ist
schön, oder auch nicht, wie man es nimmt. Die Qualität der Spritzlinge hat so ihre Macken und Tücken, die überwunden werden müssen. Viel Säuberungsarbeiten und ob alles auch passt und nicht verzogen ist, wird der Bau zeigen. Auf den ersten Blick sieht alles recht gerade aus. Die Nostalgiker unter uns wird es freuen, denn das SR: N4 Hoovercraft war all die Jahre ein gesuchter Bausatz, wo die Preise in die Region einer Niere geschossen sind. Dank Airfix bekommt man den Bausatz nun wieder zu vernünftigen Preisen.

Also zuschlagen??? Hmm, schwierig, wer es schon immer haben wollte, los, los. Wer es nur mal so haben will, muss sich in Klaren über die Arbeit sein.

Erhältlich bei Modellbau Universe.

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Sascha Müller, Modellbaufreunde Lingen