Kinetic hat beginnend ab 2008 eine F-16 Bausatzfamilie in nahezu allen Versionen und Varianten in seinerzeit für den 1:48-er Maßstab führender Detaillierung auf den Markt gebracht. Und dies auch für die Doppelsitzer, die bei anderen Herstellern nur wenig Beachtung gefunden haben …
Seit 2022 wurde unter dem Label „Kinetic Gold“ begonnen, die ganze Serie nach und nach mit neuen Spritzästen ausgestattet in erhöhter Qualität der Ausführung weiterzuführen; hierbei wurde auch die Konstruktion geändert.
Eine Kooperationsausgabe der Gold-Ausgabe mit Heller konnten wir hier schon vorstellen:
Hier haben wir nun den Bausatz in der Gold-Serie für die Block 52-er Einsitzer der Griechischen Luftwaffe, die in ihren dreifarbigen blau-grauen Tarnlackierungen im „Aegean Ghost Camouflage“ immer einen besonders sehenswerten Anblick bieten, egal ob fabrikneu oder auch stark „abgeranzt“. Hinzu kommt noch die Ausrüstung mit den fest montierten Zusatztanks auf den Rumpfoberseiten. Besonders schade ist es da, dass Kinetic hier das Deckelbild in der gelegentlich verwendeten Grau in Grau Ausführung gewählt hat.
An der Kartonseite gibt es ein paar weitere Informationen zum Vorbild und zur Ausstattung:

Der Karton ist gut gefüllt mit etlichen Spritzästen für die Nachbildung des Flugzeugs und einer umfangreichen Auswahl an Außenlasten, entsprechenden Decalbögen (bei denen derjenige für die Bewaffnung deutlich der Größte ist) und der Bauanleitung:

Schauen wir dann mal auf die Spritzäste, die schon mit der ersten Ausgabe auf die Abdeckung des gesamten Versionen- und Variantenspektrums ausgelegt wurden.
Spritzast B bringt insbesondere große Rumpfteile:

Die untere Rumpfschale lässt Räume für die unterschiedlichen Fahrwerkschächte und Triebwerke offen und nur die Radarverkleidung als Rumpfspitze muss noch vorne ergänzt werden:

Die Detaillierung der Oberflächen lässt keine Wünsche offen:
Innen gibt es eine gute Detaillierung der unteren Luftbremsen bei offener Darstellung, die jedoch etwas Schnitzarbeit erfordern würde. Ebenso gibt es hier ordentliche Positionierungs- und Klebehilfen für die inneren Einbauten:
An diesem Ast gibt es zwei Bauteile für die hintere obere Rumpfabdeckung mit leicht unterschiedlichen Paneelen:

Verwendet wird hier Teil B3, das mit den Details vollständig überzeugen kann:
Auch hier gibt es die Details der (diesmal oberen) inneren Luftbremse:

An diesem Ast gibt es dann noch die unteren Flächen für die Vervollständigung der Tragflächen. Weiterhin ist hier alles sauber und in bester Form. Die hier auch vorhandenen Teile für die Seitenleitwerkwurzel werden nicht benötigt:

Spritzast C bringt uns dann die obere Rumpfschale mit den gleich angespritzten Tragflächen (mit komplett herumgeführten Vorder- und Hinterkanten), die den Bau sehr vereinfachen:

Auch hier finden wir sehr gut ausgeführte Oberflächen mit feinen, aber nicht zu feinen Gravuren, die sehr gut für ein Washing geeignet sind. Die Statikentlader sollte man während der Bauphase mit Tape abkleben, um sie gegen Abbrechen zu schützen. Die „Coladosen“ an den Tragflächenvorderkanten müssen je nach Ausführung ggf. entfernt werden:
Ansonsten haben wir an diesem Ast noch die Cockpitwanne mit gut ausgeführten dreidimensionalen Seitenkonsolen, die mit Decals sehr ansehnlich ausgestattet werden können:

Weiterhin haben wir hier noch die Cockpithinterwand und den inneren Rahmen für die Cockpithaube in guter Qualität:

Der Ast D ist der größte in diesem Bausatz und eine bunte Mischung für die Verwendung in und am Modell:

Hier finden sich diverse Teile für die Konstruktion des hochdetaillierten Fahrwerkschachts. Leider sind an einer Wand unschöne Auswerfermarken vorhanden, die schwierig nachzubearbeiten sind:
Die vordere Abdeckung des Instrumentenbretts und das Instrumentenbrett selbst sind sehr gut gelungen:
Weitere Beispiele für eine höchst gelungene Detaillierung sind der Bugfahrwerkschacht, die Teile für die Seitenleitwerkwurzel mit ihrer hinteren Verkleidung in der sich auch der Bremsschirm befindet:
Wer möchte, kann das Radargerät sichtbar ausführen. Hierfür gibt es die gut detaillierte Hinterwand und den Radarspiegel:
Wie auch immer braucht man die Bugspitze, die gut detailliert, aber leider aus zwei Teilen besteht. Das konnten andere Hersteller auch anders lösen:

Wie üblich besteht der nahezu obligatorische zentrale Unterrumpftank aus zwei Teilen. Auch diese sind mit Nieten und kräftigen Verstärkungen gut detailliert:

Weiter geht es mit Ast E, der sich der Luft- und Abgasführung, dem Fahrwerk und den Trägern außen am Lufteinlass widmet:

Arbeiten wir uns mit der näheren Betrachtung mal mit der Luftführung und -verbrennung von vorn nach hinten durch. Der Luftschacht besteht aus zwei Halbschalen, die äußerlich sehr gut detailliert sind. Je nach Ausführung müssen die Platzierungshilfen für die untergehängten Träger ggf. entfernt werden:
Der innere Luftschacht besteht ebenfalls noch einmal aus zwei Teilen. Hier gibt es Montagehilfen für den Fahrwerkschacht und die innere Strebe vorn im Schacht:

Das Triebwerkinnere wird mit Einbauten für die vordere Verdichterstufe und den Flammhalter in Anbetracht der verwinkelten und tiefen Einblickmöglichkeiten völlig ausreichend dargestellt:
Schließlich gibt es noch die Teile für die Auslassdüse, die innen und außen sehr schön dargestellt sind. Leider gibt es auch hier einige Auswerfermarken, die nachgearbeitet werden müssen:
Die Teile für das Hauptfahrwerk sind in der frühen und späten Ausführung vorhanden. Weiterhin gibt es hier noch die Aktuatoren für die Fahrwerkklappen und die Träger für die Montage am Lufteinlaufschacht:

Ebenfalls gibt es die Hauptfahrwerklappen in früher und später Ausführung. Also schön aufpassen, damit je nach Vorbild die richtigen Teile verwendet werden. Auch hier wieder schöne Innendetails, leider mit Auswerfermarken:
Ast F ist doppelt vorhanden und beinhaltet daher Teile, die in jeder Variante doppelt vorhanden sind bzw. für die Doppelsitzer zweimal benötigt werden. Diese Äste finden sich in jeder Ausgabe für die F-16 wieder:

Beginnen wir mal mit den Teilen für den Schleudersitz, die eine gute, wenn auch nicht hochdetaillierte Darstellung ermöglichen:

Für das Hauptfahrwerk gibt es in brauchbarer Ausführung gleich drei mögliche Ausführungen der Räder, die im Laufe der Zeit Verwendung fanden:

Für die äußeren Zusatztanks ist hier ein Exemplar vorhanden, das im Wesentlichen aus zwei Hälften hergestellt wird. Die Ausführung ist hier gut detailliert. Solche Tanks sind keineswegs komplett glatt, wie man bei manchen Herstellern vermuten könnte. Die Verwendung ist für die hier vorgesehene griechische Variante nicht vorgesehen, da die CFT-Tanks vorhanden sind. Sie ist aber durchaus möglich, um eine maximale Reichweite zu erreichen. Da dann allerdings das Maximalgewicht erreicht wird, ist allenfalls eine geringe Bewaffnung möglich. Sicher geht man mit den CFT’s, dem Centerlinetank und Bewaffnung:
Auf jeden Fall benötigt wird das Bauteil für das Höhenruder, das mit Kunststoffbuchsen im Rumpf beweglich und auch abnehmbar ausgeführt ist. Fein so!

Hier sind auch die Pylone und Waffenträger für den Anbau unter den Tragflächen vorhanden:

Ebenso die Startschienen für die Luft-Luft-Raketen in sehr sauberer Ausführung:

Die CFT’s (Oberrumpftanks in strömungsoptimierter Anpassung) kommen mit dem Ast T in einer matten Klarsichtausführung. Warum das so ist, konnte ich nicht feststellen:

In der Klarsichtausführung sind die Details schlecht zu fotografieren. Sie sind allerdings in guter Qualität vorhanden. Schauen wir doch trotzdem mal nahe ran, da zeigt sich dann doch etwas Sehenswertes.:
Der Ast G bringt uns schließlich den eigentlichen Klarsichtast der für alle Kinetic-Ausgaben der F-16 gleichermaßen vorgesehen ist und damit sowohl die Einsitzer- als auch die Doppelsitzerhaube enthält:

Die hier betreffenden beiden Teile für die Cockpitabdeckung sind in ansehnlicher Qualität mit gravierten Details ausgeführt. Wie wohl nicht zu vermeiden, zieht sich über die große Klapphaube ein Grat, der verschliffen werden sollte. Dann ist auf jeden Fall ein Bad in einer Glänzerflüssigkeit erforderlich:

Die Ausgangsbasis ist mit einer guten Klarsicht ausgeführt, so dass mit etwas Erfahrung eine sehr gute Ausführung möglich ist:
Mit diesem Ast kommen auch ein ganze Menge kleiner Klarsichtteile für die üblichen Verwendungen am Flugzeug und der Bewaffnung auf den Modellbautisch:

Ebenfalls für verschiedenste Verwendungen vorgesehen sind die hier enthaltenen Spritzäste für Bewaffnung und Pods. Beginnen wir mit dem Ast A, der die Bauteile für diverse Pods enthält:

Enthalten sind hier Teile für den ECM-Pod AN/ALQ-184 …
… für die Zielmarkiererpods AN/AAQ-28 „Litening“ …
… und Sniper XR (AN/AAQ-33 bzw. Pantera), wobei der Sniper/Pantera später entwickelt wurde:
… sowie die schon recht alte Kombination AN/AAQ-13 mit AN/AAQ-14 (zusammen als „Lantirn“ bezeichnet):
Der Ast M ist wieder doppelt vorhanden und enthält vielfältige Waffensysteme für den Luft-Luft und Luft-Bodeneinsatz:

Auch hier gibt es nochmals eine Auswahl sehr sauber ausgeführter Raketenstartschienen:

An zugehörigen Luft-Luft-Raketen haben wir die AMRAAM in den Ausführungen B und C deren Lenk- und Leitwerke etwas nachgeschliffen werden sollten. In der Anleitung wird die Ausführung C empfohlen:

Als Kurzstreckenraketen gibt es zwei Ausführungen der AIM-9 Sidewinder. Zunächst mal die etwas ältere 9M Variante …
… sowie die aktuelle 9X Ausführung:

Für den Luft-Boden-Einsatz gibt es die BL 755 Bombe, die hier nicht zur Verwendung vorgesehen ist und in die Grabbelkiste wandern kann:

Als Lenkbombe ist die JDAM GBU-38 vorhanden; ein eher kleines Kaliber:

Eine ganze Nummer größer ist die Laserlenkbombe GBU-12:

In den Plastikbeuteln finden sich dann noch zwei IRIS-T Luft-Luft-Raketen, die in der Anleitung nicht erwähnt werden, und für die auch keine Decals beiliegen. Hier ist der Buchstabe H am Ast aufgeprägt und die Raketen sind gut gelungen. Sie können sinnvoll verwendet werden, da sie zur aktuellen Standardbewaffnung gehören, die aus AMRAAM an den Tragflächenspitzen und eben den IRIS-T an den äußeren Trägern unter den Tragflächen besteht. Möglich sind natürlich auch weiterhin AIM-9 Sidewinder an Stelle der IRIS-T:


Aus diesen Ästen lassen sich Außenlasten in hoher Spritzgussqualität herstellen, die die Zugaben anderer Hersteller übertreffen und mit vielen After Market Ergänzungssets durchaus mithalten können. So können die Suchköpfe wie beim Original z. B. rotieren.
Die Decalausstattung verteilt sich auf zwei Bögen. Der erste kleinere enthält die Decals für das Flugzeug. Der Druck macht einen guten Eindruck, bisher hatte ich auch noch nie Probleme mit Kinetic-Decals:

Der größer Decalbogen enthält eine wirklich vorbildliche Ausstattung für die Außenlasten. Die Decals sind nach den einzelnen Waffensystemen geordnet und enthalten die Ausführung für scharfe Exemplare. Hiermit kann man alles, was im Bausatz vorhanden ist komplett ausstatten und noch etwas für andere Projekte zurücklegen:

Die geheftete Anleitung im DIN A4 Format beginnt mit einer historischen Einführung über die Anfangszeit der F-16 Block 52-er in der griechischen Luftwaffe. Leider nur ein kurzer Zeitraum, der im Jahre 2008 endet. Da hätte man mehr Infos unterbringen können, z. B. über die mögliche Bewaffnung. Platz genug ist ja vorhanden:
Es folgt die Übersicht über die im Bausatz vorhandenen Spritzäste:
Weiter geht es mit den Farbhinweisen für insgesamt fünf Herstellersysteme. Die Farben anderer Hersteller lassen sich so auch ableiten:
Dann startet die Zusammenbauanleitung, bei der sich Kinetic leider nicht fortentwickelt hat. Alles ist in nur in schwarz-weiß gedruckt. Immerhin gibt es aber eingedruckte Farbhinweise da, wo es nötig ist. Das ist so sicherlich ausreichend, aber auch nicht mehr so richtig zeitgemäß.
Los geht es mit den in oder an die großen Rumpfteile gehörenden Baugruppen wie Cockpit, inneres Triebwerk, Hauptfahrwerkschacht, hinteres Triebwerk und den Lufteinlauf mit Bugfahrwerkschacht:
Weiter geht es mit dem Einbau dieser Baugruppen in die großen Rumpfbaugruppen und die Komplettierung der Tragflächen:
Weitere Einbauten für das Triebwerk, die Fahrwerke und deren Schächte folgen, damit ist der Bau dann schon sehr weit vorangeschritten:
Es folgen die Zusammenbauten an Cockpit, Bugspitze und dem unteren und oberen Hinterrumpf, den Landeklappen und Querrudern sowie den Tragflächenspitzen:
Ganz zum Schluss geht es noch an die Anbauten von Pylonen, Bewaffnung, Tanks und Sensoren. Hier ist auch erst der Anbau der CFT’s dargestellt. Wohl weil die vorher schon vorhandenen Grafiken erst zum Schluss ergänzt wurden. Der Anbau dieser Teile kann sicherlich auch schon deutlich früher erfolgen:
Die Anleitung führt dann mit Darstellungen zu den Unterrumpfanbauten unter anderem für das AN/ASQ-213, das für die Einsatz der HARM-Raketen benötigt wird, weiter. Diese Raketen sind allerdings nicht im Bausatz vorhanden:
Weiter geht es zu einer umfangreichen Darstellung zu möglichen Loadouts, die hier über den Bausatzinhalt herausgehen:
Sehr schön und umfangreich sind dann die Hinweise zur Lackierung und Markierung der Außenlasten:
Die Anleitungen für die Lackierung und Markierung der beiden möglichen Alternativen für die beiden Staffeln mit Block 52-er Maschinen sind zusammengefasst und im Karton nur schwarz-weiß gedruckt. Farbige Darstellungen muss man sich aus dem Internet suchen, was nicht immer problemlos möglich ist. Das ist einfach ärgerlich:
Fazit
Die Bausatzserie in Kinetic-Gold für die 48-er F-16 gehört ganz klar zu den besten Angeboten auf dem Markt. Kinetic kann dabei auch mit einer guten Auswahl der Außenlasten punkten, die sogar noch umfangreicher ausfallen könnte. Als Schwachpunkt muss die aktuellen Ansprüchen einfach nicht mehr so richtig entsprechende Bauanleitung erwähnt werden.
Die hier möglichen griechischen Maschinen sind dabei sehr attraktiv lackiert und fallen aus dem üblichen grauen Muster positiv heraus. Sie können auch stark gealtert werden, da teilweise die Technik mit dem Have-Glass-Lackierungen zur Anwendung gekommen ist, die unter den klimatischen Bedingungen im Mittelmeer kräftige Verfärbungen und Verschmutzungen erlebten.
Also dann doch sehr empfehlenswert mit kleinen Abstrichen, was denn sonst?
Erhältlich bei Modellbau Universe.
Hermann Geers, Wietmarschen



































































