Kit-Archäologie: Focke Wulf Ta 152 H in 1:72 von Revell # H-81

Eine Focke Wulf Ta 152 H in 1:72 von Revell – oder vielmehr eigentlich von FROG!
Laut Karton stammt der Bausatz aus dem Jahre 1977 und hört auf den bezaubernden Namen H-81 …
Er scheint aber noch älter zu sein:
Erstens: Nach etwas suchen im Weltweiten Netz sollte meine Auflage von 1978 sein, auch wenn auf dem Karton 1977 drauf steht. Des Rätsels Lösung:
Die Auflage von 1977 war in der Boxart nicht §86 StGB-konform, am Leitwerk prangte das Hakenkreuz. In der Auflage von 1978 wurde dieses Detail entfernt. Es finden sich auch bei den Abziehbilder keine HKs, soviel sei schon verraten.
Zweitens: Ursprünglich stammten die Formen dieses Bausatzes von der damals gerade nicht mehr existierenden Firma FROG (Nummer F 236) und wurde 1970 das erste Mal in Großbritannien produziert.

Zurück zu der kleinen Schachtel von Revell. Übrigens ein Stülpkarton und kein labberiger Seitenöffer. Damals ging das also. ich schweife schon wieder ab.

In der Schachtel finden wir einen Plastikbeutel in dem sich alle Spritzlinge befinden, die Abziehbilder und der Bauplan:
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Der Bauplan ist ein Faltblatt und in schwarz/weiß gehalten.
Auf Seite eins finden wir ein paar Sätze zum Original in sieben Sprachen und ein paar Montagehinweise. Des weiteren wird auf die berühmte Abteilung X der Revell Plastic GmbH in 4980 Bünde hingewiesen. Ja, damals waren die Postleitzahlen noch vierstellig:
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Auf Seite zwei beginnt auch schon der Zusammenbau, eine Teileübersicht gibt es nicht.
Insgesamt gilt es acht Baustufen abzuarbeiten, mehr braucht es nicht um die neununddreißig Bauteile zusammen zu fügen:

Das Cockpit besteht lediglich aus einem Sitz und einem Piloten, zwei Rumpfhälften, ein dreiteiliges Tragwerk, das Höhenleitwerk und die Motorhaube mit dem Propeller und ein paar Kleinteile. Im Prinzip war es das auch schon und der kindliche Modellbauer war glücklich seinerzeit.
Was ich gelungen finde ist die durchgehende untere Tragfläche und das man das Fahrwerk sowohl ausgefahren als auch eingefahren bauen kann. Ein solches Flugzeug mit eingezogenem Fahrwerk machte sich gut unter der Decke des Kinderzmmers, ich weiß wovon ich spreche. 😉
Auf Seite vier befindet sich die Bemalanleitung für zwei Maschinen der Reichsverteidigung im Jahre 1945:
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Das HK am Leitwerk scheint mir weg retuschiert zu sein um der Gesetzeslage zu entsprechen.
Bei den Farben sollen die hauseigenen von Revell verwendet werden.

Kommen wir zu den Bauteilen.
Diese verteilen sich auf vier graue Spritzrahmen:
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Die transparente Cockpithaube befindet sich an einem Stück transparentem Gießast:

Fast alle grauen Teile weisen etwas überschüssiges Material in Form von „Fischhäuten“ auf. Besonders das runde Teil der Motorverkleidung ist da auffällig:

Auffällig ist natürlich der Mangel an Details. Keine Teile für das Cockpit, unter der „Panzerglasscheibe“ der Klarsichthaube ist allerdings auch nicht so viel zu erkennen:
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Die Auspuffrohre sind angegossen und als solche erkennbar, mehr auch nicht:
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Alle Blechstöße sind erhaben und nicht graviert. Sämtliche Ruder und Klappen sind angegossen und nicht separat:
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Wie es mit der Passgenauigkeit aussieht kann ich noch nicht sagen aber ich gehe mal von etwas schnitz- und spachtelarbeit aus.

Die Decals oder Nasschiebebilder befinden sich auf einem kleinen Blättchen und beschränken sich auf das Allernotwendigste:
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Wartungshinweise und dergleichen sucht man vergebens – lediglich die Balkenkreuze und die taktischen Nummern sind vorhanden. Die vormals enthaltenen Hakenkeuze wurden unkentlich gemacht.
Ob sich diese Abziehbilder noch verwenden lassen wird sich zeigen.

Was soll man als Fazit schreiben?
Der Bausatz ist ein Kind seiner Zeit und entspricht somit dem, was ich erwartet habe. Und ja, ich werde ihn bauen. Vorzugsweise im Flug mit eingezogenem Fahrwerk. Sowas habe ich schon ewig nicht mehr gemacht, ich grübele schon was ich als Ständer verwende.

Torsten Kreimeier, Tecklenburg