Als der 1:43er Peterbilt Abschleppwagen auf meinen Besprechungstisch segelte, dachte ich zunächst: „Oh – ein neuer Bausatz!“
Weit gefehlt – das Original stammt aus Formen von 1973.
Mal schauen, ob der Zahn der Zeit am Kit genacht hat …Kurzes Peterbilt 359 Wrecker Intro
Der Peterbilt 359 Wrecker ist ein klassischer US-amerikanischer Schwerlast-Abschleppwagen, der auf dem legendären Peterbilt 359 basiert, einem der bekanntesten Langhauber-Trucks der 1960er bis 1980er Jahre. Produziert wurde der 359 von 1967 bis 1987, bevor er durch den Peterbilt 379 abgelöst wurde. Der Wrecker (Abschlepp- oder Bergefahrzeug) wurde meist individuell aufgebaut, oft mit einem Holmes- oder Century-Wrecker-Aufbau. Unter der langen Motorhaube arbeitete typischerweise ein Cummins NTC- oder Caterpillar 3406-Dieselmotor mit einer Leistung zwischen 350 und 475 PS, gekoppelt an ein Fuller Roadranger-Getriebe mit 13 oder 18 Gängen. Das Fahrzeug verfügte über eine zweiachsige oder dreiachsige Konfiguration, mit einem Radstand zwischen 3,6 und 4,5 Metern, je nach Aufbau. Das Leergewicht lag bei rund 10 bis 12 Tonnen, je nach Ausrüstung. Der Wrecker-Aufbau bot eine Hubkraft von bis zu 40 Tonnen und war mit hydraulischen Winden ausgestattet, die jeweils Zugkräfte von über 25 Tonnen erreichen konnten. Der 359 Wrecker war für seine robuste Rahmenkonstruktion und seine klassische Chromoptik mit Doppelscheinwerfern bekannt. Mit seinem unverwechselbaren Design, dem markanten Kühlergrill und der hohen Zuverlässigkeit ist der Peterbilt 359 Wrecker heute ein beliebtes Sammlerstück und wird oft auf Truckshows und in Restaurationsprojekten gezeigt.
Box-Art/Verpackung
Die versiegelte Aufklappbox ist prall gefüllt mit insgesamt acht weißen Spritzlingen, einer weißen Karosserie und einem klaren Spritzling. Darüber hinaus enthält sie 20 schwarze Radhälften, einen beige/weißen Faden, Decals, eine DIN-A4-Bauanleitung, ein Türschild und einen DIN-A5-Katalog:
Auf der Rückseite finden wir wieder Infos zum Vorbild sowie die ehrliche Angabe, dass der Ursprungsbausatz aus dem Jahre 1973 stammt:

Die klassische Box-Art mit einem Peterbilt vor einer amerikanischen Tankstelle sieht super aus. Ein absolutes Kaufargument!
Die Spritzlinge
Die Qualität der Spritzlinge ist in Ordnung. Man merkt allerdings, dass die Formen aus den 70er Jahren stammen. Es sind ordentliche Auswerfermarken zu sehen, die sich glücklicherweise meist auf Seiten befinden, die später nicht mehr am Fahrzeug zu erkennen sind:








Leider muss man die Radkästen versäubern, was sich als Problem herausstellen könnte. Hin und wieder sind auch Sinklöcher zu finden, aber ich hoffe, dass diese später nicht mehr zu sehen sein werden, sonst wird man viel Spachtelmasse benötigen. Grate gibt es natürlich auch, aber die sollten einfach zu versäubern sein. Es wird also eine Menge zu tun geben, um dem Fahrzeug zu Glanz zu verhelfen. Positiv ist, dass die Detailierung recht gut gelungen ist. Sowohl auf der Motorhaube als auch an den Schürzen ist das Peterbilt-Logo in sehr guter Qualität zu finden:

Die Reifen sind als schwarze Halbschalen gegossen und haben ein schönes Profil. Leider muss man auch diese wohl stark nacharbeiten:


Klarsichtteile
Wie der Name schon sagt, sind die Klarsichtteile klar und von sehr guter Qualität:

Decals
DieDecals stammen aus eigener Herstellung. Sie sind versatzfrei, farblich sehr gut gedruckt und haben nur wenig Trägerfilm:

Faden
Ein wenig beige/weißer Faden rundet das Zubehör ab:

3 Metallachsen unterschiedlicher Länge liegen ebenfalls bei:

Bauanleitung
Die 23-seitige Bauanleitung im DIN-A4-Format ist in Vollfarbe gestaltet und umfasst neben den Bauschritten auch einen Schritt für die Bemalung und das Setzen der Decals:

Die Bauschritte sind gut detailliert und einfach gehalten. Sie sollten Anfänger wie Fortgeschrittene nicht überfordern. Bereits während des Baus gibt es Bemalungshinweise für einzelne Teile. Die Farbangaben beziehen sich auf die Farbpalette des Herstellers. Leider werden keine Masken für die Scheiben mitgeliefert:
Auf der vorletzten Seite geht es um die Farbgebung und das Anbringen der Decals:
Am Ende gibt es noch eine Übersicht der Spritzlinge:
Fazit
„Slotcar Racing im LKW-Style“ – so würde ich das Set hier nennen. Ein wunderschöner Wrecker aus dem Jahr 1973 wird uns hier als Wiederauflage von Heller geliefert. Leider sind die Teile etwas in die Jahre gekommen, sodass man etwas Zeit und Mühe aufwenden muss, um alles so zu versäubern, dass am Ende ein ansehnliches Modell entsteht. Aber die Mühe wird sich lohnen, denn dieser Ami-Wrecker sieht wirklich cool aus. Nicht nur das Deckbild suggeriert den amerikanischen Way of Life. Ich freue mich schon darauf, das Modell in die Hand zu nehmen. Dank der verständlichen Bauanleitung dürften auch Anfänger keine Probleme mit dem Zusammenbau bekommen.
Rating: 6 von 10
Erhältlich bei Modellbau Universe
Sascha Müller, Modellbaufreunde Lingen

























































