Kit-Archäologie: Ford Escort XR-3 in 1:25 von Matchbox #40381

An seinem Gang in den Modellbaufundus und zugleich in die unbeschwerte Bastelzeit seiner Jugend lässt uns Dominik Weitzer teilhaben …
Als jugendlicher Modellbauer gab es verschiedene Modelle, die ich mit meinem Taschengeld kaufte. Nun war es damals (so in den 80ern) mit Internet sowieso nichts und zusätzlich zu dem Bausatz noch Farben leisten können war schon eine Herausforderung. So geschah es, dass bei mir viele Modelle entweder mit der selben Farbe lackiert wurden oder, was mehr der Fall war, unlackiert zusammengebaut wurden. Irgendwann habe ich die Modelle in den Anfangszeiten von ebay verkauft. Heute kommt es dann öfter vor, dass ich mich an diese Modelle erinnere und wieder haben möchte. Meistens erinnere ich mich an das Schachtelbild – und genau dieser Modellbausatz muss es dann sein. Das gestaltet sich oftmals schwierig …werden zum Teil doch horrende Summen für die Kits aufgerufen.

Deshalb war ich mehr als glücklich, dass der Ford Escort mehr oder weniger wieder auftauchte und ich ihn über einen Freund über den letzten Revell-Werksverkauf ergattern konnte.

Basiert dieser zu matchbox umgelabelte Bausatz (KitNr.40381) in der Auflage von 1992 – sofern ich dem Datum der Bauanleitung trauen kann – auf einer Ausgabe von 1981 (#7371), habe ich damals die Kamei-Version (#7265) mit schicken Spoilern und anderen Felgen gebaut. Aber ich beschäftige mich mit dem vorliegenden.

Was mich als erstes „störte“ war ein völlig aus der Art geschlagenes Schachtelformat. Nicht passend zu den Stülpkartons wie es die Revell-USA Bausätze haben, auch nicht passend zu den flachen, unpraktischen Revell-Kartons ist dieser Matchbox-Bausatz in einem noch unpraktischeren Karton, der so von den Maßen gar nicht ins Lager passen will. Ich habe kurzerhand die Spritzlinge herausgenommen und in einen normalen Stülpkarton verfrachtet. Passt doch! Also manche Wege sind unergründlich, warum ein zu großer, unförmiger Karton genommen wird…. In der Schachtel findet sich nicht zu viele Teile:
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Eine Bauteileangabe habe ich nicht gefunden, es sind nachgezählt 41 Teile plus vier Gummireifen. Diese sind auf drei weißen und einen Spritzling mit Klarsichtteilen verteilt. Alle Spritzlinge und die Gummireifen waren ordentlich verpackt. Karosserie und Klarteile separat, das lobe ich mir. Natürlich noch Bauanleitung und einen Satz Decals.

Die Karosserie ist präzise gespritzt:

Durch die Dachreling bzw. Regenrinne vermeidet sich hier ein Gießgrat. Standardmäßig findet sich ein Gießgrat auf der Oberseite der Kotflügel vorne und beidseitig an der Kante der Heckklappe hinten. Da der Escort in diesen Bereichen abgerundet ist, lassen sich diese recht einfach entfernen.

Da die meisten Gießgrate dazu noch an den Stoßstangenecken zu finden sind, habe ich mir die genauer angeschaut und glücklicherweise keine gefunden! Das finde ich sehr gut:
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Allgemein gefällt mit die Qualität des verwendeten Kunststoff sehr gut. Das erinnert mich sehr an meinen Ersten, den ich gebaut habe. Der Kunststoff wirkt massiv und stabil, man kann nicht hindurchschauen wie es heute bei Neuauflagen ab und zu der Fall ist. Die Bauteile haben eine sehr schöne Oberfläche, gestochen scharfe Details, was man am Amaturenbrett sehr schön erkennen kann:
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Decals liegen für die Anzeigen nicht bei. Aber da sie schön erhaben sind, ist es problemlos möglich, das ganze Amaturenbrett schwarz zu lackieren und mit einem Zahnstocher die Zahlen wieder frei zu legen. Wer dann noch etwas Weißleim (oder Klarlack) über die Instrumente legt, der bekommt ein schön wirkendes Instrument.

Fischhäute konnte ich nur an den Felgen erkennen:
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Was mir nicht gefällt sind die Klarsichtteile. Sie verdienen den Begriff nicht:
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Da die Reifen auch aus den alten Spritzformen kommen, haben diese noch die „Dunlop Sport D8“-Beschriftung und ein entsprechend gutes Profil. Vom Durchmesser sind sie zierlich, ob eine Nachrüstung der Räder Sinn macht, muss jeder für sich entscheiden:
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Bevor ich zur Bauanleitung komme gibt es noch Decals….an ihnen erkennt man doch deutlich, dass der Bausatz schon dreißig Jahre alt ist. Ich gehe davon aus, dass diese nicht mehr verwendet werden können:
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Die Bauanleitung im Anschluss lässt keine Geheimnisse offen. Gut und übersichtlich wie einst – schwarz-weiß, Papier vergilbt. Das erinnert mich noch mehr an meine Jugend.

Keine wilden Mischungsverhältnisse, man benötigt nur sieben Standardfarben aus dem Revell-Programm, um den Ford Vorbildgetreu bemalen zu können:

Mein Fazit und abschließende Worte:
Der Bausatz ist durchgehend sauber und präzise gegossen. Die Gießgrate an der Karosserie sind unproblematisch, nur wenig Fischhäute hab ich an zwei Felgen erkennen können. Störend ist die Qualität der Scheiben, die Räder wirken nach heutigen Maßstäben geradezu winzig. Mir gefällt zudem noch der gut gestaltete Motorraum, was heute auch nicht mehr so selbstverständlich ist.

Das die Qualität der Decals zumindest bei meinem Bausatz wohl nicht zu gebrauchen sind ist dem natürlichen Alterungsprozeß geschuldet. Ich kann ihn durch die Einfachheit bedenkenlos empfehlen.

Ich bin sehr froh, dass es diese Wiederauflagen gibt – auch wenn selbst diese schon dreißig Jahre alt ist. Sie war erschwinglicher als die ersten Auflagen und gebaut sieht man das Alter dann sowieso nicht an. Ich freue mich auf den Bau und damit ein Rückkehr in meine Jugend.

Dominik Weitzer, Modellbaustammtisch Recklinghausen