Kit-Archäologie: Leopard Tank in 1:76 von Airfix #A206V

Der britische Traditionshersteller Airfix widmete sich in den 1970er Jahren mit vielen Bausätzen im (für kontinentaale Modellbauern etwas „schrägen“ Maßstab 1:76) den Militärfahrzeugen. So kam 1970 der „Leopard Tank“ in die Händlerregale …
Kurzes Leopard Tank Intro
Der Leopard 1 ist ein deutscher Kampfpanzer der zweiten Generation. Er wurde ab den frühen 1960er-Jahren von Krauss-Maffei entwickelt. Das Fahrzeug wiegt je nach Version etwa 40 bis 42 Tonnen. Als Hauptbewaffnung dient eine 105-mm-L7A3-Zugrohrkanone. Zusätzlich besitzt er zwei 7,62-mm-Maschinengewehre zur Verteidigung. Die Besatzung besteht aus vier Soldaten: Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer. Angetrieben wird der Panzer von einem MTU MB 838 CaM 500 Dieselmotor. Der Motor leistet rund 830 PS und sorgt für hohe Beweglichkeit. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Straße beträgt etwa 65 km/h. Das Fahrwerk nutzt eine Drehstabfederung mit sieben Laufrollen pro Seite. Die Panzerung ist relativ leicht und auf Mobilität statt Masse ausgelegt. Auf schwere Verbundpanzerung wurde beim Leopard 1 bewusst verzichtet. Er verfügt über ein für seine Zeit fortschrittliches Feuerleitsystem. Die Reichweite liegt mit Zusatztanks bei bis zu 600 Kilometern. Der Leopard 1 wurde international genutzt und in vielen Varianten modernisiert.
Box-Art/Verpackung
In der Stülpbox befinden sich vier grüne Spritzlinge, eine grüne Ober- und Unterwanne, Gummiketten, Decals, eine Bauanleitung und ein typischer Airfix-Fan-Club-Flyer:

Alles ohne lästige Plastikverpackung! Auf der Box-Art ist ein Leopard zu sehen, vermutlich auf dem Testgelände, in voller Fahrt durch die Botanik. Das sieht ansprechend aus!

Die Spritzlinge
Die Teile sind gut gespritzt, was für damalige Verhältnisse nicht üblich war. Aber man sieht den Teilen definitiv ihr Alter an. Alle Details sind angespritzt, ob Schaufel oder Hacke, und das teilweise sehr grobschlächtig:
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Schmerzhaft ist, dass der Turm mittig geteilt wurde, was eine fette Naht verspricht, die verschliffen und verspachtelt werden muss:

Positiv ist jedoch, dass das Kanonenrohr einteilig gespritzt ist:
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Gummiketten
Traditionell liegt die Kette als Gummikette vor, was für frühere Verhältnisse typisch war:
Airfix-A206V-1-76-Leopard-Tank-24 Kit-Archäologie: Leopard Tank in 1:76 von Airfix #A206VUnd die ist überraschenderweise sehr gut gelungen. Die Kettenglieder mit den Gummidämpfern sind sehr gut wiedergegeben. Auch von innen wurde alles sehr gut modelliert:

Für ihr Alter scheint sie noch gut in Form zu sein, aber das wird sich zeigen, ob das auch beim Zusammenschweißen so bleibt.

Decals
Die Decals stammen vermutlich aus eigener Herstellung. Sie sind sehr verwaschen und unscharf gedruckt:
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Die „42” für die Gewichtsangabe ist nicht einmal mittig im gelben Kreis platziert. Weia!

Bauanleitungen
Die Bauanleitung ist etwas größer als ein DIN-A4-Blatt, drei Mal gefaltet und passt so in die längliche Schachtel. Sie ist in Schwarz-Weiß gedruckt und da es sich um nur wenige Teile handelt, führen insgesamt nur fünf Bauschritte zum fertigen Leo:

Schritt fünf kümmert sich um die eintönige NATO-Oliv-Färbung und die Position der Decals. Alles in allem ist dies eine Anleitung, mit der auch Anfänger problemlos zurechtkommen werden!

Fazit
Classic Tank und Classic Bausatz vereint. Der Leopard 1 ist uns in der Kindheit mit Sicherheit irgendwann einmal bei einem Manöver oder Tag der offenen Tür begegnet. Damals wollte man als Kind natürlich so einen Panzer in seinem Kinderzimmer im Regal stehen haben. Heute ist der Bausatz nur noch etwas für Nostalgiker. Er ist für Anfänger super geeignet und alle, die in der Vergangenheit schwelgen wollen, dürfen sich gerne an dem Bausatz austoben. Man sollte aber keine zu hohen Erwartungen an die Details haben!

Rating 5 von 10

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Sascha Müller, Modellbaufreunde Lingen