Unsere Vorstellung der „Dicken Bertha“ ist kein Adipösen-Bashing!
Die „Dicke Bertha“ war ein Belagerungsgeschütz des Ersten Weltkrieges und Takom hat uns hiervon eine 35fache Verkleinerung auf die Basteltische gelegt …
Kurzes Bertha Intro
Die Krupp 420 mm „Big Bertha“ war ein in der Vorkriegszeit entwickelter deutscher Belagerungshaubitze-Riese, der im Ersten Weltkrieg berühmt-berüchtigt wurde und als 42 cm kurze Marinekanone 14 L/12 bzw. M-Gerät bezeichnet wurde. Sie entstand auf Initiative der kaiserlichen Armee und der Firma Krupp AG in Essen als Antwort auf die damals als unbezwingbar geltenden belgischen und französischen Festungen. Technisch handelte es sich um eine Minenwerfer-Haubitze mit einem Kaliber von 420 mm, deren Barrellänge im Verhältnis zur Kaliberlänge L/12 rund 5 m bis 6,72 m betrug. Die gesamte Waffe wog in Feuerstellung etwa 42,6 t, weshalb sie nicht als einfaches Feldgeschütz einzustufen war. Zum Transport wurde die „Big Bertha“ in fünf Lasten zerlegt und mit motorisierten Zugmaschinen oder Eisenbahntransporten zur Einsatzstelle gebracht, wo sie innerhalb weniger Stunden wieder zusammengesetzt werden konnte. Sie verschoss massive Granaten von bis zu etwa 810 kg Gewicht, die bei entsprechender Fuseinstellungen Beton und Erdreich durchdringen konnten, bevor sie detonierten. Die Mündungsgeschwindigkeit lag bei etwa 426 m/s, und die maximale Reichweite betrug rund 9,3 km – große Entfernungen für diese Zeit, wenn auch nicht spektakulär im Vergleich zu späteren Artilleriesystemen. Die Feuerrate war mit etwa acht Schuss pro Stunde aufgrund der Größe und des Aufwands beim Nachladen gering. Im Einsatz zu Beginn des Krieges im August 1914 trugen zwei der ersten M-Geräte entscheidend zur schnellen Eroberung der belgischen Festungen bei, darunter Liège und Namur, und sorgten für Schrecken bei den Verteidigern. Insgesamt wurden vor und im Krieg etwa ein Dutzend dieser Haubitzen gebaut und an verschiedenen Frontabschnitten eingesetzt, etwa auch gegen russische Festungsanlagen. Trotz ihrer Gewalt verlor die „Big Bertha“ im weiteren Kriegsverlauf an Bedeutung, da moderne Betonwerke widerstandsfähiger wurden und die Mobilität der Artillerie zur Schlüsselanforderung wurde. Der populäre Spitzname „Big Bertha“ verbreitete sich schnell, nicht nur in Deutschland, sondern auch bei den Gegnern, und bezeichnete später oft auch andere deutsche Großgeschütze, obwohl er technisch nur für das M-Gerät korrekt ist.
Box-Art/Verpackung
In dem Stülpkarton sind insgesamt sechs hellgraue Spritzlinge, zwei Ketten und zwei Polycaps zu finden, dazu die DIN-A5-Bauanleitung und ein DIN-A5-Blatt mit Bemalungshinweisen. Alles wurde jeweils in eine eigene Folie verpackt, was mir ganz und gar nicht gefällt!
Die Box-Art zeigt eine Bertha in Feuerstellung mit einem Soldaten darauf. Dieser ist aber nicht enthalten!
Die Spritzlinge
Sie sind groß – sehr groß –, aber am Ende ergibt es eine dicke „Bummbumm“, insofern sollte man sich nicht wundern, was einem da entgegenlacht. Aber alles ist sehr sauber gespritzt und die Niete, mit denen das Gerät übersät ist, sind genauso scharf wiedergegeben wie die kleinen Haken und die sehr dünn gegossenen Leitern:






Leider gibt es nur ein Geschoss, das mitgeliefert wird. Das ist sehr schade, denn es ist auch noch zweigeteilt, genau wie das Kanonenrohr:
Na ja, ein gedrehtes Metallrohr hätte das dann auch Schlagstockcharakter. Interessant sind die Räder, die mit einer Art Schuhen zur besseren Geländegängigkeit versehen werden.
Zubehör
Es werden zwei kleine Ketten sowie Polycaps für die Achse zur Horizontalausrichtung des Geschützes mit geliefert:
Bauanleitung
Die Bauanleitung liegt in DIN A5 quer in Schwarz-Weiß vor. Für die Bemalung liegt eine separate, farbig gedruckte Anleitung im Format DIN A5 bei. Trotz der großen Teile sind es 27 Bauschritte, die nötig sind, um das Geschütz fertigzustellen. Leider sieht die Bauanleitung nur den Bau in Feuerstellung vor. Ich hätte es gerne auch als fahrbereite Version hinter einem WW1-Traktor gesehen, aber nun gut, man kann nicht alles haben. Die einzelnen Bauschritte sind dafür alle sehr einfach, groß und auch für Anfänger verständlich. Auf dem Deckblatt gibt es ein paar Informationen über das Geschütz und auf Seite 1 Sicherheitshinweise:
Seite 2 zeigt die Spritzlinge und was sich alles in der Box befinden sollte:

Von Seite 3 bis Seite 14 geht es dann um den eigentlichen Bau:
Wie bereits erwähnt, gibt es dazu noch ein Faltblatt mit den Tarnschemen für jeweils unbekannte Einheiten:
Da sind auch ein paar wirklich schöne Tarnmuster dabei. Das muss man unseren Urvätern lassen, die hatten Ideen, was Tarnung betrifft. 🙂
Fazit
„Big Guns for Big Boys“ ist hier die Devise. Es ist TAKOM zu verdanken, dass sich das Unternehmen nicht nur um moderne und WW2 Waffen kümmert, sondern sich auch denen aus dem Krieg, der bekanntlich alle Kriege beenden sollte (HUST HUST), widmet. Die „Dicke Bertha” ist sehr gut umgesetzt und sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene werden keinerlei Probleme haben, das Gerät zu bauen. Es wird dann auch der Hingucker in der Vitrine werden. Die farbenfrohen Tarnungen tun ihr Übriges, um aufzufallen. Hier gibt es nichts zu meckern, also volles Rohr ähhhh Punktzahl!
Rating: 10 von 10
Erhältlich ist die „Dicke Bertha“ leider momentan nirgends online!
Sascha Müller, Modellbaufreunde Lingen





















































































