Das Vorbild unserer heutigen Bausazbesprechung hat seit dem Amtsantritt des 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten leider eine traurige Aktualität erhalten – aber wir sind Modellbauer und keine politischen Kommentatoren …
Und deshalb beschränken wir uns auf die Vorstellung der neuesten F-35A „lightning II“ im Maßstab 1:72 von Revell.
Aber keine Angst: Wer befürchtet hatte, es könnte sich um die x-te Wiederauflage des Italeri-Bausatzes von 2019 handeln, kann sich entspannt zurücklehnen:
Unsere F-35A ist aus brandneuen Formen entstanden – aber der Reihe nach…
Immer noch ein Ärgernis, aber wohl bald „Schnee von gestern“ – die unpraktische Schüttbox:

Auf der Rückseite gibt es einige rudimentäre Informationen zum Vorbild, einen kurzen Blick auf den Inhalt sowie Hinweise zu den Farben und Werkzeugen:

Hat man die Faltschachtel einmal ausgeschüttet, präsentieren sich die einzelnen Spritzlinge in Plastiktüten verpackt:

Und was dann so hervorgeholt wird, weiß auf den ersten Blick zu überzeugen:
Was hier gefällt ist die einfache Konstruktion von Rumpf und Tragfläche!
Die einzelnen Paneele sind ganz ordentlich dargestellt – allerdings erscheint mir auch hier boch „Luft nach oben“ … es fehlt einfach der letzte Touch „Knackigkeit“ beim Guss:
Der nächste Gussrahmen mit dem Rumpfunterteil:

Auch hier sind die Paneele ganz ordentlich wiedergegeben …
… aber leider auch hier fehlt so das letzte Quäntchen „Knackigkeit“ im Guss!
Die Fahrwerkteile sind ordentliche Hausmannskost – mehr leider auch nicht:
Der „Knüller“ (und zwar im negativen Sinne) sind diese Kleinteile:
Da helfen auch keine beschönigenden Worte: So etwas darf bei einem NEW TOOL aus dem Jahre 2025 einfach nicht mehr sein!
Die vier Steuerflächen sind wieder ganz ordentlich:
Der Spritzling mit Kabinenteilen, dem Waffenschacht, der Bereifung und weiteren Kleinteilen:

Der Waffenschacht ist sehr schön geworden:
Na also: Geht doch!
Aber dann geht´s leider gleich wieder weiter mit „Meckern“ – das Cockpit ist echt nicht mehr zeitgemäß detailliert: Die Wanne selbst etwas verwaschen, das Instrumentenbrett bar jeglicher Feinheiten und der Schleudersitz – na ja:
Den Vogel schießt jedoch der Humanoide ab:
Ganz ehrlich: DAS soll eine Pilotenfigur aus dem Produktionsjahr 2025 sein? Da waren die Airfix-Piloten der 1980er Jahre besser detailliert!
Weitere Details:
Am nächsten Spritzling finden wir dann die restlichen Teile für unsere F-35:

Und auch hier finden wir (leider) wieder was zum „Meckern“:
Die Innenseiten der Waffenschachtklappen sind übersät mit Auswerfermarken!
Bei geschlossenem Waffenschacht ganz ok – aber will man die Klappen geöffnet darstellen, hat man viel „Modellbauspaß“ beim Verspachteln!
So etwas erwarte ich bei einem NEW TOOL von 2025 nicht!
Der letzte Teileträger widmet sich der Bewaffnung der F-35 – und das sind schon eine ganze Menge an Teilen:

Die Pylone sind ganz ok:

Und die Abwurfwaffen bilden eine solide Basis – zumal die meisten im Rumpfschacht verschwinden werden:
Die gesondert in einer kleinen Plastiktüte verpackten …
… Klarsichtteile …
… sind gelblich eingefärbt – das soll wohl den Blendschutz darstellen:
Die Transparenz ist noch in Ordnung – aber ein Lupeneffekt ist deutlich zu sehen:
Hier sollte man vielleicht wirklich über eine Vakuhaube nachdenken!
Die Sensorenabdeckung ist auch wieder recht dick – geht aber in Ordnung:
Bauanleitung
Wie (leider) immer bei Revell enthält die Bauanleitung keinerlei Informationen zum Vorbild:
Dafür ist bei den Farben wieder fröhliches Mischen angesagt:
Eine Teileübrsicht darf natürlich nicht fehlen:
Die eigentliche Montage wird auf 16 Seiten leicht nachvollziehbar erläutert:
Für die drei Markierungsvarianten (USAF, Bundesluftwaffe, Koninklijke Luchtmacht) …
… liegt ein schmaler Decalbogen bei:
Neben den Hoheitsabzichen ganz unten liegen noch Decals für die Bewaffnung sowie für diverse Paneele am Flugzeug selbst vor.
Fazit
Hasegawa, Tamiya, Airfix, Italeri, Mistercraft – und seit Neuestem auch das Revell NEW TOOL. Man hat als Modellbauer also mehr als die Wahl.
Zugegeben: Ich habe nicht sonderlich viel Ahnung von der F-35 und erlaube mir deshalb auch kein Urteil in Sachen Vorbildtreue, Abmessungen etc.
Aber wovon ich Ahnung habe, ist die Beurteilung der Spritzgussqualität!
Und hier hat man in Bünde definitiv eine Chance vertan: Die neue F-35 hätte der Knüller werden können – „hätte können“! Aber angesichts der vielen kleinen Nickeligkeiten beim Bausatz kann ich nur eine bedingte Kaufempfehlung aussprechen – man sollte zweimal prüfen, welchen Bausatz man bevorzugt!
Wie heißt es so schön auf der Revell-homepage?
„Der Modellbausatz richtet sich an passionierte Modellbauer, die keine Kompromisse bei Detailtreue und Qualität eingehen möchten. Mit über 200 präzisen Teilen kannst du ein Modell erschaffen, das nicht nur eine Herausforderung ist, sondern auch deine Fähigkeiten auf ein neues Level hebt.“
Diesem Statement möchte ich nichts hinzufügen …
Erhältlich bei Modellbau König.
Dr. Michael Brodhaecker, Lingen




















































