Mercedes-Benz 300 SL  in 1:24 von Revell # 05614

Diesmal liegt uns zur Besprechung ein klassischer Mercedes auf dem Tisch, der weltweit einen sehr guten Ruf hat und mittlerweile zu den teuersten europäischen Oldtimern gehört: der Mercedes-Benz 300 SL „Flügeltürer“ aus dem Hause Revell …
Zur Geschichte des Originals

Was soll man über diesen Klassiker schreiben? Ich nehme an, dass nicht nur Autokenner dieses Fahrzeug kennen, deshalb mag ich mal keinen Mainstream schreiben, sondern Fakten, die wahrscheinlich nicht in Erinnerung sind.

Produziert wurde der werksintern W198 genannte Mercedes-Benz zwischen 1954 bis 1963. Die Produktionszahlen sind mit 1400 Coupes und 1858 Roadstern angegeben. Der SL gehörte seinerzeit zu den teuersten Fahrzeugen. Ein SL wurde für 29.000 D-Mark angeboten. Ein Käfer kostet damals 4.400 D-Mark.

Mit seinen Flügeltüren hebt er sich mit diesem herausragenden Detail von der Masse bis heute ab. Aber ist denn bewusst, dass die Flügeltüren praktisch aus der Not heraus gebaut wurden? Auf Grund seine Gitterrohrrahmenkonstruktion unter der formschönen, aufgesetzten (nicht selbsttragenden!) Karosserie waren die Einstiege so hoch, dass man hier etwas ungewöhnliches geschaffen hatte. Der Rahmen war mit nur 82 kg sehr leicht. Die Karosserie konnte gegen einen geringen Aufpreis aus Leichtmetall hergestellt werden, was übrigens nur 29-mal angewendet wurde. Dem entsprechend sind diese Modelle heute sehr gesucht. Die Gewichtsersparnis lag dann bei 80 Kilogramm. Fahrbereit wog der 300 SL nur leichte 1295 Kilogramm. Wie viel leichter das einzige 1955 aus GfK gebaute Modell wiegt, habe ich nicht recherchiert. Wenn man beim Hersteller fragt, kann man das wahrscheinlich in Erfahrung bringen. Denn dort ist er zu finden.

Bei der Technik möchte ich auf das Reihen-Sechszylinder-Triebwerk eingehen. Der 300 SL wurde seinerzeit schon mit einer fortschrittlichen Einspritzanlage ausgestattet, welche im zu einer Leistung von bis zu 177 kW (rund 240 PS) aus 3 Liter Hubraum verhalfen. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit fantastischen 235 Km/h angegeben – wobei Mercedes „nur“ 209 Km/h angab -, was in den 1950er trotzdem sehr schnell war. Das bringen seine Rennsportgene mit, auf denen der 300 SL entwickelt wurde. Um dieser Geschwindigkeit Herr zu werden, wurde erstmals ein Bremskraftverstärker bei einem Serien-Pkw eingebaut.

Als klassisch mag man ihn in silbermetallic bzw. silbergrau halten. Die Farbe wurde als Standardfarbe gewählt. Bestellte der Kunde nichts Anders, bekam er Silbergrau. So wurden 1/3 alles Flügeltürer silbergrau ausgeliefert. Das Blau auf dem Karton scheint nicht ungewöhnlich, wurden am Ende 49 (!)Farben erhältlich.  Es standen 12 verschiedene Blautöne in den Listen, welche sich auf 87 Fahrzeuge verteilten.

Geschichte zum Bausatz

Der Mercedes SL geht an sich auf eine lange Bausatzgeschichte zurück. Neben Airfix, Gunze Sangyo, Heller, Heller-Humbrol, IMAI, Italeri und auch Tamiya, brachte Revell den Mercedes-Benz 300 SL erstmals 1986 mit der Bausatznummer #7132 auf den Markt (diesen spreche ich am Ende der Vorstellung an in Wort und Bild). Auch damals entschied man sich für ein blaues Modell auf dem Karton, währen andere benannte Hersteller das Silbergrau wählten. Interessanterweise ist das auch die einzige alte Ausgabe des 300 SL! Somit liegt und hier die zweite Ausgabe des Mercedes-Benz 300 SL auf dem Tisch.

Wer nun denkt, dass es hier eine Kooperation wie (fast üblich in dieser Zeit) mit Italeri gab, liegt falsch. Italeri erfreut die Modellbauwelt mit einer einteiligen Karosserie. Die Türen bleiben dort geschlossen. Der Heller-Bausatz hingegen, teilt sich die Form mit dem Revellpendant. So geht die Form auf das Jahr 1979 bei Heller zurück (Bausatznummer #712). Schaut man sich die Spritzlinge an, deuten die groß angegossenen Fahnen mit Modellbezeichnung eindeutig auf Heller hin. Die Geschichte abgerundet, wurde die Form für diesen Bausatz nun zum 9ten mal benutzt. Wie hat sie sich denn gehalten? Das erfahren wir im Weiteren.

Los geht es mit dem Modellbausatz

Wie immer, schaue ich mir zuerst den Karton an. Ich mag diese neue Aufmachung gerne leiden. Dem Kaufinteressenten wird gezielt das Modell schmackhaft gemacht:
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Die Teileanzahl wird mit 161, die Modelllänge wird 19 cm angegeben. Wir haben wieder den Aufdruck „Build + Paint“ auf dem Karton, was den Beilagen zu verdanken ist. Dadurch hat man die Rückseite leider mit übergroßen Sicherheitshinweisen voll gekleistert und den Bausatzinhalt lediglich auf eine lange Kartonseite gedruckt. Informationen zum Original existieren keine. Ebenfalls, was das mit dem Aufdruck „140 Years Of Innovation“ auf sich hat. Das haben wir auch schon beim Mercedes-Benz 300 SL-24 kritisiert und darf gerne bei uns auf Kitreviewsonline erneut nachgelesen werden.
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Schütten wir ihn also auch gleich auf den Tisch. Was erwartet uns?

Wir haben 3 weiße, einen verchromten, einen klaren Spritzling, die Karosserie und 4 Reifen im Karton, ein umfangreicher Decalbogen, die Bauanleitung und die Tüte mit Farben, Kleber und Pinsel vervollständigen den Inhalt. Die Verglasung ist in einer separaten Tüte verpackt, was Beschädigungen verhinderte. Ebenfalls stelle ich fest, dass sich keine Teile abgelöst haben:
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Ein Blick auf die weißen Gießäste

Ich muss sagen, dass sich die Form augenscheinlich gut gehalten hat. Hat da vielleicht Heller nachgeholfen? Wir haben ja gelesen, dass die Form ursprünglich Heller verantwortlich zeigt, wie auch diverse weitere Ausgaben zwischen der Revellschen Erst- und der jetzigen Ausgabe. Die Details an den Teilen sind wirklich akzeptabel und recht gut zu sehen. Ich finde hier sehr wenig Fischhäute. Formentrennnähte konnte ich an der Karosserie ausmachen. Ansonsten halten die sich sehr in Grenzen. Das gefällt mir sehr gut. Was mir nicht so gefällt: die Karosserie lässt ein Stück ihres „Front- und Heckblechs“ am vollverkleideten Unterboden. Da kannste wieder schön abkleben und lackieren (schauen Sie doch mal in die Bauanleitung, Bauabschnitt 17). Wenn wir schon mal abkleben, dann auch gleich die Flügeltüren innen (Bauabschnitt 40/41):
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Die verchromten Teile

Die Chromschicht sieht fett aus. Jedoch auch hier bewerte ich es als geringe Kantenschwächen wie bei den weißen Spritzlingen. Selbstverständlich sind die Angüsse an Stoßstangen immer einen Extrablick wert. Aber das sind wir ja gewohnt. Hier sehe ich zumindest keinen Formversatz:
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Zu den Radkappen mag ich anmerken: die waren serienmäßig immer in Wagenfarbe lackiert. Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen bestätigt bekommen habe, wurde hier bei Mercedes-Benz jeder Deckel von Hand mit einer Schablone lackiert. Seinerzeit wurde das bei allen hochklassigen Mercedes so gemacht:
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Dem geschuldet, muss man sich schon entscheiden, welche Farbe lackiert werden mag. Revell legt hier blaue Decals bei (51).

Zur Verglasung

Wie geschrieben, konnte ich keine Beschädigung feststellen. An den Rändern meine ich ein wenig Verzug zu erkennen. Sind diese doch stärker gewölbt und auch etwas dicker gegossen, mag es verschmerzbar sein. Die Details an den Scheinwerfergläsern und Rückleuchten sind völlig in Ordnung:
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Zur Karosserie muss ich leider ein wenig mehr schreiben …

Wie weiter oben geschrieben, muss ein Teil des Unterbodens mit lackiert werden. Das heißt auch, dass es bei der Bearbeitung Zusammenstöße der Karosserie mit dem Boden gibt. Das habe ich mal zusammengesteckt. Hier stelle ich mir die Frage: wie soll ich das denn machen? Ich lackiere ein Auto immer vor dem Zusammenkleben. Hier helfen nicht einmal die langen Stoßstangenecken, die wesentlich weiter unten sitzen:

Obendrauf gibt es noch Formtrennnähte zu bearbeiten (im Verlauf der vorderen Radverbreiterungen zur A-Säule und der Hinteren zu den Rückleuchten runter) und nein: das ist keine Anhängerkupplung hinten. Das ist ein Anguss 😊:
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Zwei Sinkstellen sehe ich eben leider auch auf den vorderen Radverbreiterungen zwischen Radkasten und Kotflügelentlüftungsgitter:
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Wenn man schon am Schleifen ist, würde ich die Kofferraumkanten nachritzen und den Deckel der Karosserie anpassen. Dieser fällt im hinteren Bereich ein wenig höher aus:

Zugute halte ich, dass der Unterboden nahtlos in die Karosserie passt. Würde man das gesamte „Ding“ vor dem Lackieren zusammenkleben, scheint sich die Nacharbeit an den Klebekanten doch in Grenzen zu halten.

Kommen wir zu den Reifen

Tja. Da möchte ich lieber Bilder sprechen lassen? Ne. Ein zwei Worte dazu. Keine Reifenaufschrift, Trennnähte radial wie im Kreis rundherum auf den Flanken – zum Glück nur auf einer Seite – und überschüssiges Material an einer „Kante“ des Profils. Da haste auch was zu tun und die Einbaurichtung ist schon durch die Trennnähte vorgegeben. Eine Alternative an dieser Stelle würde ich bevorzugen. Die passen irgendwie mal gar nicht zu dem ansonsten ordentlichen Bausatz:
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Die Decals bilden für mich persönlich immer das Highlight bei den Wiederauflagen. Hier finden sich wieder einmal mehr zahlreiche Decals für den Motorraum, das Armaturenbrett oder den Sitzen. Fantastisch! Der Druck ist sehr gut. Insbesondere das zeitgenössische Polster gefällt mir hier sehr:
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Richtig cool. Jedenfalls sind viele viele kleine Details dabei. So sind die Knöpfe für die Einstiege (13/16) oder die Entlüftungen am Unterboden (55/56), Schaltkulisse für den Schalthebel (12) wie auch diesen netten „Augenbrauen“ (49/50) vorhanden. Letztgenannte sind die Entlüftungen, hinten auf dem Dach. Dann fragte ich mich, was denn 45 und 46 sein soll. Das sind tatsächlich die Umrandungen für die Rückleuchten! Man, das würde ich dann doch lieber an den Kanten der Glasteile bemalen. Aberwer es denn mag: feel free! Jede Menge Decals, die sich komplett durch die Bauanleitung durchziehen. Auch der dreidimensionale Eindruck gefällt: schauen Sie sich mal die Schriftzüge (42) und Sterne (10, 47) an. Klasse. Was ich beim jüngeren 300 SL-24 gelobt hatte, ist hier wieder „astrein“ ausgeführt: die Fantasiekennzeichen. Ja, wir wissen, es ist ein 300er, ein SL oder ein W189. Spätestens beim Blick auf die Kennzeichen sind wir im Bilde. Oh man, wie mich das immer nervt. Ich muss das echt mal therapeutisch behandeln lassen:

Als Beigabe zu diesem Bausatz haben wir 6 Grundfarben, den Kleber und einen Pinsel im Karton. Die Grundfarben sind hinten auf dem Karton verzeichnet mit dem Hinweis, dass weitere Farben zur Bemalung der Bauanleitung zu entnehmen sind:
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Im Klartext heißt das: insgesamt werden 18 Farben benötigt. Zwei Farbtöne werden dabei gemischt. In der abgebildeten Bauanleitung weiter unten, ist das zu ersehen. Gut ist, dass jede Farben 50 zu 50 gemischt werden soll. Ich möchte die benötigten Farben wieder anschreiben:

01, 07, 09, 51, 55, 89, 90, 91, 94, 99, 301, 302, 331, 382, 730, 731

Zum Mischen werden über dies noch benötigt: 94, 378

Darf ich auf die Farbe 55 „Lichtgrün“ hinweisen? Ich habe die Bauanleitung mindestens zwei Mal durchgeschaut, bis ich entdeckt habe, wo diese benötigt wird. So. Selber herausfinden 😀

Als Letztes schauen wir noch in die Bauanleitung. Wie üblich ist diese bunt gedruckt. Wie eingangs geschrieben, findet sich keinerlei Information zum Fahrzeug oder der Bedeutung der 140 Jahre in der Bauanleitung:
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Die Aufteilung ist gewohnt: Arbeitshinweise, die benötigte Farben mit den Mischverhältnissen, eine Bauteileübersicht und dann der Aufbau:

Über die 49 Bauabschnitte hinweg, finden wir eine sehr detaillierte Bemalung und das Anbringen der Decals. Bei den Sitzen bleibt die Wahl zwischen braun oder Decal. Man wäre verrückt, diese Decals nicht aufzubringen. Jedoch muss man sich eine Farbe für die Karosserie aussuchen, die mit den Musterfarben harmoniert. Die Karosseriefarbe benutzen wir auch bei den Felgen (Bauabschnitte 8, 9, 21, 22) sowie an den Radkappen, da die Decals dann nicht mehr passend wirken. Die Bauanleitung ist generell gut zu studieren um sich bewusst zu werden, wo die Karosseriefarbe überall zum Einsatz kommt (Unterboden, Amaturenbrett …). Ich weise darauf hin, dass die lenkbare Vorderachse mittels „Verschweißen mit Schraubendreher“ bewerkstelligt wird (Bauabschnitt 10 & 11):

Die Erstauflage schiebe ich hier noch gerne ein.

Weil es mich interessiert hat, was sich änderte, besorgte ich mir die Erstausgabe von 1986 mit der Bausatznummer #7132. Also möchte ich am Ende noch die Revellsche Erstausgabe zeigen:
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Der Karton ist genau so groß, wie die neueste Ausgabe. Aber wie damals „State oft he Art“ war, sind auf dem Karton Informationen zum Original aufgedruckt. Dann zeigt und der Karton noch das Prototypmodell neben den benötigten Farben und Angaben, was uns der Bausatz bietet. Hier zeigt der Vergleich ebenfalls, dass nur 5 Basisfarben aufgedruckt sind, die im Gegensatz zu 13 benötigten Farben laut Bauanleitung stehen. Wird heute noch so gemacht. Das war es auch schon mit dem Karton. Der Kartonboden ist nicht bedruckt, da der damals noch zweiteilig gefertigt wurde:

Der Inhalt ist identisch, was den Kunststoff und Reifen angeht. Die Reifen zeigen an den Flanken keine Trennnähte. An den Kanten der Lauffläche finden sich auch ein paar wenige Überstände und auch hier haben wir keine Reifenaufschrift:
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Natürlich unterscheidet sich die Erstausgabe an der Bauanleitung und den Decals. Der Decalbogen erinnert ebenfalls an Heller, auch wenn Revell aufgedruckt ist. Da lässt sich kein Hehl daraus machen. Die Hellerherkunft ist 1986 deutlich sichtbarer als in 2026. Da muss man sich dann schon ein wenig besser auskennen:
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Aber hallo! Es ist noch ein Draht beigelegt von dem ich ausging, dass der vielleicht unbeabsichtigt in den Karton gefallen ist. Dem ist nicht so. Auf der ersten Seite der Bauanleitung ist der Draht über den Decals als Beilage „M = Draht“ eingedruckt:
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Ich habe die Bauanleitung richtig lange studieren müssen, um den zu finden. Warum? Weil die Bauanleitung einfach überfrachtet ist. Den Draht nutzen wir dann schließlich im Bauabschnitt 2: damit werden Federn an der Vorderachse dargestellt:
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In der Ausgabe von 2026 fehlen diese dann komplett:
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Als Letztes stelle ich noch die Bauanleitung vor. Da muss ich schreiben: was der Modellbauende in 2026 vorgelegt bekommt ist eine enorme Verbesserung! In 2026 wurstelt sich der Modellbauende in 49 Bauabschnitten durch, bis das Modell auf den Rädern steht, in der Erstausgabe sind es lediglich 8! Dafür musste damals keine Farben gemischt werden :D.

Zum Beispiel beinhaltet der Bauabschnitt 1 Bauteile, die 2026 in 7 Bauabschnitten angegangen werden. Bauabschnitt 2 teilt sich neuerdings in 6 Bauabschnitte auf. Wenn ich mir dann den Bauabschnitt 3 anschaue, findet der sich in 2026 bunt verteilt auf den weiteren Bauabschnitten wieder. Hier hat Revell einen richtig guten Job gemacht, um den Aufbau des Mercedes-Benz zu vereinfachen.

Bei der Erstausgabe wäre ich dazu geneigt, die Bauanleitung zu kopieren und wirklich alles abzuhaken, was erledigt ist. Ich habe ja schon viele alte Bausätze in den Fingern gehabt und gebaut. Aber so komprimiert kenne ich es nicht. Bitte schön:

Die benötigten Farben auch hier gelistet: 4, 8, 16, 30, 31, 37, 75, 80, 90, 91, 99, 302, 394.

2026 entschied sich Revell also auch zu einem anderen Blaufarbton :D. Das gelistete „Arktisblau“ 394 wich Ultramarinblau „51“. Das ist auch schnell erklärt: 390er Nummern sind Car-Metallicfarben, die Revell leider nicht mehr im Programm hat:
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Das beendet dann auch die Bausatzvorstellung mit einem zusätzlichen kurzen Blick 40 Jahre zurück.

Bleibt noch mein Fazit übrig

Das der Bausatz bei Revell erst die zweite Auflage ist, hat mich doch überrascht. Der Bausatz hat sich meines Erachtens gut gehalten. Die Karosserie ist hier der Knackpunkt beim Aufbau durch die gemeinsame Front wie Heck mit dem Unterboden. Hier erwarte ich ordentliche Anpassungsarbeiten. Der Bausatz an sich hat viele Teile, aber auch viele kleine Teile, was ja nicht unbedingt schlecht ist. Es ist unabdingbar, dass man die Bauanleitung gut durchschaut und sich mit dem Aufbauen und der Farbgebung vertraut zu machen. Er ist mit Level 5 angegeben, was ich weder an der Teileanzahl noch Komplexität herunterspielen kann. Mal eben gebaut ist dieser nicht.

Wenn man sich darauf einlässt, hat man sicher eine gute Alternative zu dem noch ein wenig teureren Tamiyabausatz.

Positiv für mich sind jedenfalls wieder die Decals. Diese sind wieder sehr gut gearbeitet und vielfältig. Sehr gut.

Bei diesen „Build + Paint“-Bausätzen ist es für mich eigentlich schade, dass die Bausätze nicht ohne die Basisfarben, Pinsel und Kleber auf den Markt gebracht werden. Denn meiner Meinung, könnten die Bausätze dann locker 7-10 Euro günstiger sein. Sind wir mal ehrlich: der Level-5-Modellbauende hat doch sicher sein eigenes Material zu Hause und dieses hier fliegt im besten Fall in die Ecke, wenn nicht in die Tonne. Sowieso dann, wenn noch weitere 14 Farben benötigt werden. In „Anfängerbausätzen“ ist da seine scharmante Beigabe. Bei Level 5 überflüssig.

Wenn sich nun noch jemand bei Revell einen Ruck gibt und den Modellbauenden mit ein paar Details zum Fahrzeug informiert, wäre ich doch sehr entzückt! Besonders dann, wenn auf dem Karton auffällig mit „140 Years Of Innovation“ quasi geworben wird. Zumindest diese Frage gehört beantwortet. Ich hatte das schon an anderer Stelle geschrieben.

Erhältlich bei Der Sockelshop.

Christian Weitzer, Modellbaustammtisch Recklinghausen