Als Bausatzsammler bekomme ich immer wieder von Modellbaukollegen ältere Kits geschenkt oder für einen smbolischen Preis angeboten – so erging es mir auch beim heutigen „Objekt der Begierde“: Für 5 Euro (die in die Spendendose für die Kinderkrebshilfe wanderten) war der Bausatz mein …
Und natürlich wird er hier auf unserer Seite vorgestellt, bevor er dann auf meinem Basteltisch liegt – ich entschuldige mich jetzt schon bei den Designern und bei Airfix für das, was ich mit meiner Mittelmäßigkeit daraus „verbreche“!
Zum Original
Der Vauxhall C-10 entstand 1910 und war dazu ausersehen, während der „Prinz Heinrich-Fahrt“ des gleichen Jahres einen der vorderen Plätze zu belegen und so das Kaufinteresse für Vauxhall-Fahrzeuge auf dem Kontinent zu erhöhen.
Die 1908 in´s Leben gerufene und 1911 zum letzten Mal ausgetragene „Prinz Heinrich-Fahrt“ entstand als eine Art „Grand Prix“ für Automobile und verdankt ihren Namen dem technikbegeisteten Bruder des deutschen Kaisers. Teilnehmen konnten ausschließlich in Serie produzierte Fahrzeuge mit vier Sitzplätzen – was den „alltagstauglichen“ Aspekt dieser Fahrten in den Vordergrund stellte!
Der „Prince Henry“ getaufte Typ nahm an der 1900 Kilometer langen Prinz Heinrich-Fahrt des Jahres 1910 teil und die drei in´s Rennen geschickten „Prince Henry“ wurden vor allem für ihre Zuverlässigkeit und robuste Konstruktion gelobt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 104,6 km/h (bei immerhin drei Passagieren!) konnte der „Prince Henry“ auch in dieser Kategorie überzeugen.
Aufgrund der „Publicity“ der drei Fahrzeuge während der Rundfahrt stieg die Nachfrage nach diesem Fahrzeug rapide und Vauxhall produzierte zwischen 1911 und 1914 insgesamt
Der Bausatz
1971 zum ersten Mal erschienen, stammt unser Kit aus der zweiten (und bislang letzten!) Auflage aus dem Jahre 1978 – vielleicht erbarmt sich ein Verantwortlicher bei Airfix und bringt uns diesen Klassiker im Maßstab 1:32 wieder in die Händlerregale?
Verdient hätte es dieser wirklich schöne Bausatz allemal – wie ich gleich zeigen werde …
Das Erste, was auffällt ist die praktische Stülpbox:
So kann man die Spritzlinge und die bereits gebauten Komponenten problemlos wieder zurücklegen …

Auf den Seitenlaschen finden sich Hinweise auf die Farben und Werkzeuge:

Und ähnlich, wie die Verpackung es schon vermuten lässt, ist auch der Inhalt von einer, wie ich finde, mehr als akzeptablen Qualität – zumal angesichts der Tatsache, dass der Bausatz schon 55 Jahre alt ist!

Im Einzelnen – der Spritzling mit der Bodenplatte, den „Sesseln“ für die Passagiere und den Teilen für das geschlossene Verdeck:

Die Rahmenteile nebst Fahrer:
Die beiden Kotflügel:
Der Rahmen mit den Karosserieteilen und dem offenen Verdeck:

Die Karosserie ist zweiteilig ausgeführt:
Die Klebenähte werden größtenteils durch das heckseitige Reserverad sowie die Motorhaube verdeckt – dennoch ist ein wenig Anpassungsarbeit angesagt!
Der Gussrahmen für die seitlichen Kühler und jede Menge Kleinteile:
Und nun der Teileträger für den restlichen Rahmen, Radaufhängungen und zwei Speichenräder:
Die Reifen bilden den letzten der weißen Spritzlinge:
Der transparente Spritzling mit der sehr klaren Windschutzscheibe:
Und hier nun einige Detailaufnahmen, die die oben angedeutete sehr gute Qualität des Spritzgusses belegen:
Für einen Bausatz von 1971 gibt es da nichts zu Meckern – und der Bau gerät durch die sehr gute Qualität der Teile zum Spaziergang!
Sogar für einen Flugzeugbauer wie mich!
Die Bauanleitung beginnt mit einer mehrsprachigen historischen Einführung …
… bevor die eigentliche Montage in zahn Bauschritten erläutert wird:

Ganz am Ende findet sich eine Bemalungsanleitung – die dort angegebenen Airfixfarben gibt es leider in dieser Form nicht mehr – aber Äquivalente sollten einfach zu finden sein:
Man beachte auch die beiden unten links abgedruckten Kennzeichen – diese sollen ausgeschnitten und aufgeklebt werden!
Fazit
Ein wirklich toller Bausatz, den man auf alle Fälle nicht „links liegen lassen“ sollte, wenn man sich für historische Autos (im doppelten Wortsinn!) interssiert: Neben dem nostalgischen Charme solcher Kits besticht Airfix´ Prince Henry auch durch eine aufgrund der sehr guten Teilequalität unkomplizierte Montage.
Dr. Michael Brodhaecker, Lingen













