Bei diesem Set macht schon das Deckelbild ganz viel Lust auf die Entdeckung des Inhalts. Acht Figuren in unterschiedlichen Posen und Bekleidungsausrichtungen. Davon zwei sitzende Besatzungsmitglieder, mit oder ohne Schwimmwesten, in Galauniform oder auch dem dünnen Overall, dicke oder dünnere Jacke. Einfach viel Abwechslung!
Auf der Rückseite befinden sich wieder die Bau- und Bemalungsanleitungen. Alles ist hier ineinander verschachtelt und mit den Farbhinweisen ergänzt:
Der Inhalt ist auf den ersten Blick gemessen an der Größe der Standardschachtel geringfügig:

Insgesamt sind es drei kleinere Spritzäste, die alle Teile für die acht Figuren enthalten und schon auf den erste Blick (wieder) eine deutlich bessere Ausführung als bei den letzten Neuheiten von MiniArt erkennen lassen:

Doch zunächst mal zu den Figuren, die dargestellt werden können.
Figur A und B sind jeweils stehende Piloten mit Schwimmweste, die gut zueinander passen und in ein Gespräch vertieft sein könnten:
Figur C ist in lässiger Pose dicker angezogen und passt neben nahezu jedes Luftwaffenflugzeug:

Figur D kommt dann ganz anders her. Wohl ein General im Großen Dienstanzug mit langem Ledermantel, mit Koppel und mit dem riesigen Luftwaffenschwert/Fliegerschwert. So könnte er an der Ju-52 eines Feldmarschalls als Begrüßungskomitee stehen. Diese Figur fällt dann unter den Bereich „Command Staff“:

Figur E ist wieder lässig dargestellt in Lederjacke mit einer Hand im „Kohlenkeller“, ohne Auszeichnungen auf der Jacke oder am Hals:

Zu den sitzenden Piloten/Besatzungsangehörigen: Figur F sitzt recht brav angeschnallt herum. Könnte ein Schüler bei der Einweisung durch einen Fluglehrer sein, oder auch ein Heckschütze in Bf-110 oder Ju-87, oder Beobachter in einem Bomber/Aufklärer rechts neben dem Piloten:

Der sitzende Pilot mit Schwimmweste aus Figur G ist sicherlich universell verwendbar:

„Command Staff“ in etwas lässigerer Form ist dann wieder Figur H mit einem Offizier im langen Ledermantel, der sich gerade eine Zigarette angezündet hat und das Feuerzeug – sehr ähnlich einem Zippo – noch angezündet hat. Diese Figur ist die einzige mit einem Ritterkreuz; ist gut so, bei manchen Herstellern könnte man ja meinen, dass ein jeder so einen „Dödel“ bekommen hatte:

Beginnen wir mit den Spritzästen, in diesem Falle mit dem Ast C:

Hier gibt es die beiden sitzenden Piloten und die stehende Figur C. Beginnen wir mal mit der stehenden Figur, bei der sich bei der Front- und Heckansicht sehr gute Details für den Anzug und den Faltenwurf und ebenso bei der Ausrüstung zeigen. Die Angüsse sind recht großformatig, Spritzgrate sind allerdings nicht sichtbar:
Die sitzenden Figuren sind nur aus der frontalen Ansicht wichtig, die Rückseite wird ja mit dem Sitz verklebt und ist kaum sichtbar:
Auch hier ist die Ausführung der Oberflächen gut gelungen. Bei wieder kräftigen Angüssen sind einige wenige und kleine Spritzgrate vorhanden, die eher etwas ärgerlich als problematisch sind.
Die Köpfe können für Spritzgusserzeugnisse auch mit guten Details überzeugen. Hier ja vielfach vergrößert dargestellt, können nach Grundierung und finaler Lackierung je nach individueller Fähigkeit sehr ansehnliche Ergebnisse erzielt werden:
Weiter geht es mit dem Ast D. Hier geht es um die drei stehenden Figuren A, B und E bei denen nur noch insgesamt ein Arm, die Köpfe und ein wenig Ausrüstung zu ergänzen ist:

Die Details und Oberflächen sind hier ebenfalls für die Möglichkeiten aus dem Spritzgussverfahren gut bis sehr gut gelungen. Die Nacharbeit ist an den Figuren aus diesem Ast nur geringfügig notwendig:
Der wahre Wert der Ausführung zeigt sich auch hier erst so richtig nach Grundierung und Lackierung:
Die Köpfe und die einzelne Pistolentasche können ebenfalls überzeugen:
Der dritte Ast E bringt uns dann die Figuren in den langen Mänteln, die wohl den Teil „Staff“ abdecken. Diesen Herren sollte man nicht unter den Mantel schauen – muss man ja auch nicht:

Hier geht es in der Ausführung leider wieder etwas zurück, da die Mäntel an einigen Stellen wohl mit Spachtel aufgefüllt und verschliffen werden müssen:
In den Rückansichten sind die dicken Angüsse sehr präsent:
An den kleineren Teilen dieses Asts sind auch wieder ärgerliche Gussgrate zu erkennen:
Fazit
Jaa! MiniArt verabschiedet sich mit diesem Set wieder von den gröbsten Schwächen der Ausführung bei Spritzgussfiguren aus den letzten vorherigen Ausgaben. Also Bewegung in die richtige Richtung!!
Dieses Set kann man auch in Kenntnis der beschriebenen notwendigen Nacharbeiten uneingeschränkt empfehlen. Es gehört in Zusammenstellung, Umfang und Ausführung für mich zu den besten Sets aus Spritzguss für Luftwaffen(piloten)figuren. Unbedingt zuschlagen, wenn Figuren im Flugzeug oder für eine kleine oder auch größere Vignette benötigt werden. Auch mehrere Sets können für eine längere Modellbauaktivität Verwendung finden.
Erhältlich bei Modellbau Universe.
Hermann Geers, Wietmarschen




























