Testreihe: Pinselsets DETAIL und BASIC von Revell # 39560/39561

Nach der ausführlichen und wie wir finden sehr objektiven Vorstellung der beiden neuen Pinselsets BASIC und DETAIL von Revell folgen nun drei weitere persönliche Eindrücke dieser Malwerkzeuge …
Sascha Müller, Lingen

Die feinen Pinsel aus dem Detail-Set sind gar nicht mal so schlecht – da ich wirkilich viel mit Pinsellackierung arbeite, finde ich neue Pinsel immer interessant und bin froh, wenn ich diese neuen Produkte testen kann.
Zunächst mal:
Es handelt sich um Synthetikfasern!
Das sollte man bei der Beurteilung der Qualität berücksichtigen!
Verpackt sind die Pinsel in Sets zu je vier Stück:
Revell-39560-Pinsel-Michael-Brodhaecker-4 Testreihe: Pinselsets DETAIL und BASIC von Revell # 39560/39561
Ich habe gleich mal losgelegt und Farbe in´s Spiel gebracht. Die Pinsel liegen wegen ihrer Stielform gut in der Hand und nehmen die Farbe gut auf.
Aber: Die Synthetikfasern reagieren auf andere Pinselreiniger als den von Revell mit dem Verlust von Härchen! Warum weiß ich auch nicht: Möglich, dass andere Pinselreiniger einfach zu „scharf“ sind – meine billigen China-Pinsel haben da keine Probleme: Die fransen halt nur aus.
Aber ansonsten finde ich die neuen Pinselsets von Revell ganz gut – nur der Preis ist etwas happig für vier Pinsel.

Mich hat die Herkunft der Pinsel interessiert und mit ein bisschen Hin-und-Her von Barcode in Kombination mit KI konnte ich etwas über den Produzenten der Revell-Pinsel herausfinden
(Wobei ich der Fairness halber betonen möchte – das sind alles nur Vermutungen!):

Dass die neuen Revell Painta Professional Pinsel ausdrücklich mit „Konex Gold“ beworben werden, ist bemerkenswert: Da der Hersteller Mesko aus Franken Inhaber der Marke „Konex“ ist, spricht viel dafür, dass entweder …

– Revell die Fasern direkt von Mesko bezieht
oder
– Revell bei der Herstellung der Pinsel eine Lizenz auf die „Konex“-Fasern durch Mesko hat
oder
– Mesko selbst der OEM-Hersteller der Pinsel im Auftrag von Revell ist.

Aber (und das ist wichtig!): Einen offiziellen Beleg dafür, dass Mesko in die Fertigung der neuen Revell-Pinsel involviert ist, konnte ich allerdings nicht finden!

Sebastian Geers, Wietmarschen:

Als ausgemachter Fantasy-Figurenmaler habe ich alle vier Pinsel des BASIC-Sets mit allen möglichen Farben (Contrast Colors, Washes, Metallics, normale Acrylics und Spezialfarben wie Blood und Grünspaneffekte) getestet.
Die Pinsel erfüllen ihren Zweck – aber die Spitzen fangen jetzt schon an, sich zu verbiegen und die Farbe dauerhaft aufzunehmen.

Auf den Photos etwas schlecht zu sehen: Das Führungshaar ist schon schief, der Rest ein bisschen:

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Und hier sieht man schon deutlich die grüne Verfärbung:
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Für diesen Preis sind die Pinsel absolut nicht zu empfehlen: Es ist nur eine Frage von Stunden, bis sie für eine normale Bemalung unbrauchbar werden. Für Contrast Colors und Washes sollte es dann noch länger reichen – dafür aber sind fast 30 Euro definitiv zu viel Geld: Dafür reichen auch billigere Sysnthetikpinsel völlig aus!
Und für ca. 30 Euro, die die Sets kosten, bekommt man schon vier Kolinsly Echthaarpinsel und die sind wirklich sehr gut und von der Qualität fast mit Rafael oder Windsor & Newton vergleichbar!

Hier habe ich eine Minatur mit den Pinseln von Revell bemalt:
Revell-39560-Pinsel-Sebastian-Geers-1 Testreihe: Pinselsets DETAIL und BASIC von Revell # 39560/39561Wie gesagt: Es funktioniert mit den neuen Revellpinseln, aber für die gebotene Qualität sind sie definitiv zu teuer.

Dr. Michael Brodhaecker

Als „kreuz-und-quer“-Bastler (Flugzeuge, Autos, Schiffe, Figuren – was gerade gefällt) und bekennender „Bausatz-Zusammenkleber“ ohne künstlerisch-handwerkliche Ambitionen nutze ich für gröbere Pinselarbeiten meist günstige Synthetikpinsel aus Discounterläden – sind diese „aufgebraucht“, kommen sie weg und es werden neue angeschafft.
Nicht wirklich „nachhaltig“, aber damit kann ich leben!
Allerdings benutze ich für meine Figurenbemalung (28mm historisch) dann doch die guten alten Springer-Pinsel bzw. die Nachfolgeprodukte (wenn man das so schreiben kann) von Zahn-Pinsel: Die haben eine exzellente Qualität und halten die Form auch nach vielen Stunden des Bemalens!
Glücklicherweise habe ich noch viele Detailpinsel von Springer und Zahn!
Aber natürlich war ich neugierig, was die neuen Revell Painta Professional zu bieten haben …

Vorweg ein Bekenntnis: Ich bin beileibe kein Pinselfachmann und mein beschränktes technisches Wissen habe ich mir in endlosen Gesprächen mit Frau Springer auf der Spielwarenmesse angeeignet – meine noch beschränkteren Fähigkeiten beim Bemalen habe ich mir bei befreundeten Figurenmalern im Laufe der Jahre abgeguckt.
Jetzt aber zu den Pinseln von Revell …
Die Verpackung der Pinselsets hat uns Sascha schon weiter oben gezeigt. Jeder der vier Pinsel des BASIC- und DETAIL-Sets verfügt über eine kleine Schutzkappe:
Revell-39560-Pinsel-Michael-Brodhaecker-6 Testreihe: Pinselsets DETAIL und BASIC von Revell # 39560/39561Für Qualitätspinsel eigentlich nichts Besonderes – aber es wird bei Revell extra erwähnt!

Der Stiel der Pinsel ist „ergonomisch“ geformt:
Revell-39560-Pinsel-Michael-Brodhaecker-5 Testreihe: Pinselsets DETAIL und BASIC von Revell # 39560/39561Das wird ebenfalls bei Revell ausführlich beschrieben:
„Der 3-Kant-Stiel ist mehr als ein Design-Detail. Er liegt stabil in der Hand, verhindert das Wegrollen vom Tisch und unterstützt ermüdungsfreies Arbeiten – besonders bei längeren Lackiersessions. Gerade bei Feinarbeit (Cockpit, Figuren, Panel-Linien) hilft die sichere Führung, präziser und ruhiger zu bleiben. Das spürst du oft schon nach wenigen Minuten.“
(https://revell.com/pages/painta-professional-brushes)

OK: Dreikantstiel und Schutzkappe sind nichts wirklich Neues – aber es ist verständlich, dass diese Features bei einer Neuheitenbewerbung besonders hervorgehoben werden.

Was mir beim Malen mit den Pinseln allerdings negativ auffiel, ist die Diskrepanz zwischen Revells Aussage:
„Die Painta Professional Serie setzt auf hochwertige Synthetikfaser […]. Sie nimmt die passende Farbmenge auf, gibt sie gleichmäßig ab und behält die Spitzenform besser bei wiederholtem Gebrauch.“
Das ist der Anspruch, der auch den realtiv hohen Preis rechtfertigen soll – aber zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffen hier leider Welten!
Siehe das vorliegende Detailbild meiner Pinselspitze nach gerade einmal einer halben Stunde Einsatz:
Revell-39560-Pinsel-Sebastian-Geers-2 Testreihe: Pinselsets DETAIL und BASIC von Revell # 39560/39561Die Spitze hat sich definitiv leicht gebogen und nach einer weiteren intensiven Erprobung sah das Ganze dann so aus:
Revell-39560-Pinsel-Ted-9 Testreihe: Pinselsets DETAIL und BASIC von Revell # 39560/39561DAS nenne ich NICHT „Sie [die Pinselspitze] behält die Spitzenform besser bei wiederholtem Gebrauch“!

Dieser Umstand ist auch mein Hauptkritikpunkt:
Im Vergleich zu meinen nun wirklich hochwertigen Springer- und Zahnpinseln sind die Painta Professional qualitativ doch um Stufen niedriger anzusiedeln!
Und das bei einem Preis von 7 Euro pro Pinsel bzw. 29 Euro pro Pinselset!

Die Pinsel sind insgesamt nicht schlecht und allemal besser als so mancher Discounterpinsel – aber zu einem Stückpreis von 7 Euro erwarte ich als Kunde mehr als nur „nicht schlecht“!

Wäre das 4er-Set für (sagen wir) 15 Euro zu haben, könnte man es für Anfänger, die erste Schritte in Richtung „Profi“ unternehmen wollen, durchaus empfehlen.
Aber bei 28 Euro?
Da empfehle ich persönlich eher die Rafael-PInsel oder Winsor & Newton-Pinsel.

Wer sich dennoch selbst ein Bild von den neuen Revell-Pinseln machen möchte – erhältlich bei Modellbau König als BASIC– und als DETAIL-Set.

Sebastian Geers / Sascha Müller / Dr. Michael Brodhaecker