Ein Bugatti, ja, kann man machen. Aber: Muss es nahezu zeitgleich das gleiche Fahrzeug sein wie das Modell von Heller? Fraglich…
Die beiden Varianten kamen auch 1992 etwa zeitgleich auf den Markt. Ob das jetzt ein schöner Supersportwagen ist oder eher eine Designsünde der frühen Nullerjahre ist, mag jemand anderes anders sehen als ich. Fraglos bemerkenswert war es der schnellste Sportwagen seiner Zeit.
Vorneweg ein großes Lob, Revell scheint die immer wieder hervorgebrachte Kritik an den Verpackungen ernst genommen zu haben, der Bugatti kommt im Klappkarton, der das Bauprojekt über die gesamte Bauphase begleiten kann, Schutz vor Staub und Schmutz bietet, wenn das Projekt ruht und dabei alle Teile leicht verfügbar und risikolos beherbergt.
Beim Öffnen des Deckels bekommt man ein prall gefülltes Paket zu sehen, das erst mal überblickt werden will: Karosserie, 8 Gußrahmen, ein Klarteilrahmen machen laut Revell 148 Teile aus. Das sind immerhin gut anderthalb mal so viele Teile wie beim EB110 von Heller (hier zu Dominiks Besprechung)

Nun, normal würde man sagen, ja klasse, kann losgehen. Aber leider gibts dennoch einige Wehmutstropfen. Die Karosserie weist im bereitgestellten Modell noch deutlich starke Rückstände an Trennmittel auf – so viel, dass es sichtbar ist und abgewischt werden muss.
Leider sind mehrere der Gußrahmen nicht in der sonst ja schon hohen Qualität ausgeführt, die bei den Eigenentwicklungen üblich sind: Ungewöhnlich viel „Flash“ und Kratzer an den Klarteilen vermiesen den sonst ja wirklich guten Eindruck.

Positiv dagegen die Ausführung der Felgen, hier war der Guss absolut in Ordnung:

Auch sehr erfreulich und üppig – der Decalbogen:

Die als Decal ausgeführte Nebelschlussleuchte (oder das 3. Bremslicht?) ist kein Klarteil, ich denke aber nicht, das dass negativ auffallen wird.
Die Reifen sind mit Herstellerrelief und gut ausgeführt:

Leider ist damit wieder kein wirklich vorbehaltslos gutes Modell eines ikonischen Fahrzeugs verfügbar, sowohl Heller als auch Revell weisen erhebliche Nachlässigkeit in der Ausführung auf.
Die Anleitung führt Revelltypisch in 80 Baustufen zum Erfolg, durchgehend farbig gedruckt. Der Download ist hier verfügbar
Besser als das Hellerkit ist diese Wiederauflage trotzdem. Möglicherweise sind in den Kits der endgültigen Auslieferungen die genannten Mängel auch beseitigt.
Verfügbar z.B. bei Bessere Preise.
Karsten Schulz
Modellbaustammtisch Recklinghausen
