Das Geländestartgestell ZELL III von Scale Planes hatten wir bereits letztes Jahr vorgestellt und wir waren doch recht beeindruckt von der Qualität des Bausatzes – nun legt man bei Scale Planes etwas sehr Dioramenfreundliches auf: Splitterschutzwände …
Kurzes Intro
Militärpersonal wird sie kennen, Zivilisten wohl eher nicht: Splitterschutzwände gab es schon im Zweiten Weltkrieg, damals allerdings eher in Form von Erdwällen, die um abgestellte Flugzeuge oder auch Camps errichtet wurden. Um sich die Arbeit zu erleichtern und die Wände mobil zu halten, wurden Boxen aus Wellblech gefertigt, die wahlweise mit Sand oder Beton gefüllt wurden. So konnten die Einheiten sie bei Verlegung ganz einfach wieder abbauen und einpacken. Bekannt wurden diese Wände durch Vietnam-Filme oder Tagesschau-Berichte während Desert Storm.
Box-Art/Verpackung
Okay, viel Box-Art gibt es nicht, außer einem kleinen Sticker mit einem Phantom-Diorama, in dem die hier vorliegenden Splitterschutzwände verbaut wurden:

Ein Kreuz zeigt an, dass es sich um die Version 1/48 handelt. Nach dem Öffnen der Box und dem Entfernen des Verpackungsmaterials …

… finden sich 13 3D-gedruckte Wandelemente, ein DIN-A5-Zettel mit Sicherheitshinweisen und eine Visitenkarte für die Bauanleitung:
Die 3D-Drucke
Die Teile aus dem 3D-Drucker kommen ohne jegliches Stützkorsett aus und sind somit direkt fertig, um sie farblich an das Diorama anzupassen und zu verbauen:

Hier wurde sorgfältig gearbeitet, denn die einzelnen Segmente lassen sich ohne Kleber zusammenschieben – und das ohne großen Kraftaufwand und bombenfest:

Einzig ein Endstück ist etwas lockerer und bleibt nur schwer am Platz. Das ist aber später auf dem Diorama kein Thema mehr. Wichtig ist, dass die Elemente von unten ineinandergeschoben werden. Das ist auch logisch, denn von oben funktioniert es nicht. Da es sich um ein Stecksystem aus 2er-, 1er- und Endstücken handelt, können die Wände beliebig kombiniert und verlängert werden:
Das ist wirklich eine durchdachte Lösung. Auffällig ist, dass die Teile scharf wiedergegeben sind und sogar die Schraubenköpfe nachgebildet sind:
Da die Schutzwände mit Sand oder Beton gefüllt wurden, wurde eine Decke eingezogen, damit man hier nicht auch alles auffüllen muss. Das spart Material – sehr gut!

Bauanleitung
Ich war etwas überrascht, dass es eine Bauanleitung gibt, da das System eigentlich selbsterklärend ist, auch wenn man es noch nicht in den Händen hatte. Aber mit ein paar Bildern, einer Übersicht der Baugruppen und weiteren Informationen wird man gut an die Hand genommen:
Fazit
Scale Planes is back – und das mit einem Produkt, das sich viele Dioramenbauer schon sehnlichst gewünscht haben. Es ist eine einfache, aber effektive Lösung, um einen Splitterschutzwall um sein Flugzeug zu bauen. Hier kann man sogar die Länge und den Verlauf selbst bestimmen, indem man weitere Teile hinzufügt oder weglässt. Das funktioniert durch das Stecksystem und es ist verwunderlich, dass noch niemand zuvor darauf gekommen ist. Auch die Qualität der Elemente stimmt, angefangen von der Dicke der Bleche bis zu den Schraubenköpfen ist alles maßstabsgerecht wiedergegeben. Das System ist natürlich erweiterbar und es gibt, wie ich sie nenne, „Starter-Sets“. Man merkt, dass man sich bei der Recherche Mühe gegeben hat. Es gibt das System nicht nur in 1/48, wie hier besprochen. Nein, die Wände liegen auch für die Maßstäbe 1/144, 1/72 und 1/32 vor. Wieder einmal ist es Scale Planes gelungen, mich mit einem so einfachen Produkt zu überraschen, das aber so vielen Modellbauern eine Freude machen wird.
Rating: 10 von 10
Erhältlich direkt im online-shop von Scale Planes.
Sascha Müller, Modellbaufreunde Lingen
























