Junkers Ju 88 A-8 Paravane in 1:48 von ICM # 48230

ICM wäre nicht ICM, wenn man sich nicht laufend Gedanken machen würde, wie man neben Neuausgaben auch vorhandene Bausätze noch einmal wieder auffrischen könnte. Jüngstes Ergebnis ist bezüglich der Ju 88 die Ausgabe zur Version A-8, die im Grunde eine A-4 mit verstärkten Tragflächen- und Nasenvorderkanten und dort befestigten Profilen als Sperrballonabweiser und -kabelschneider ist …..
Das Deckelbild zeigt eine Ju 88 bei einem entsprechenden Einsatz, der fliegerisch sehr riskant und daher unbeliebt war. Auf einer Deckelseite sind die drei Lackierungs- und Markierungsalternativen farbig nebeneinander dargestellt:
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Im Karton haben wir einen sicher zusammengepackten Beutel mit den Spritzästen; darin auch der Klarsichtast in einer eigenen Verpackung. Weiterhin den Decalbogen und die Bauanleitung:
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Wir hatten hier schon die erste Ausgabe der Ju 88 A-5 aus der mittlerweile umfassenden Serie von Ausgaben durch ICM vorgestellt:
https://www.kitreviewsonline.de/die-brandneue-ju-88-a-5-von-icm-im-massstab-148/

Weiterhin hatten wir die Variante D-1 …
https://www.kitreviewsonline.de/junkers-ju-88-d-1-in-148-von-icm-48240/

… und das Mistelgespann mit der Ju 88 vorgestellt, die beide ebenfalls auf der A-4-Ausführung beruhen:
https://www.kitreviewsonline.de/icm-mistel-s1-schulausfuehrung-mit-bf-109-und-ju-88-in-148-48101/

Die Qualität des Grundbausatzes speziell in der A-4 Version ist daraus ersichtlich. Es ist der beste Bausatz in diesem Maßstab, der auch von Hasegawa, Revell und Special Hobby in Lizenz herausgegeben wurde. Die Ausstattung mit dem Ballonabweiser/Kabelschneider ergibt sich aus einem neuen und zusätzlichen Spritzast H, der die Teile für den Abweiser und seine Befestigungsstreben enthält. Dies ist er:
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Am Ast sind zum einen die Befestigungsstreben an der Rumpfspitze und den Tragflächen enthalten, die den Abweiser bzw. Kabelschneider auf Abstand und fest halten:

Weiterhin gibt es in zwei Teilen den Abweiser, der das angeflogene Ballonkabel zu den abdeckten Schneidflächen führt:
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Alle Teile an diesem Ast sind wie die bereits bekannten Bausatzteile sehr sauber ausgeführt und haben entsprechende Details, da wo sie hingehören. Die Sonderausrüstung ist damit insgesamt auf dem hohen Niveau des bisherigen Bausatzes ausgeführt. In 1:48 gibt es dazu keine Alternative in Spritzguss.

Der Decalbogen enthält die großen Markierungen und auch die farbigen Rumpfbänder und die Propellerhaubenringe. Daneben sind die Skalen für das Instrumentenbrett, die Gehflächenmarkierungen und sehr viele kleine Markierungen und Wartungshinweise enthalten. Der Druck macht einen sehr guten Eindruck:
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Die Bauanleitung beginnt wie üblich mit einer kurzen historisch-technischen Einführung und den Farbhinweisen aus dem ICM-Programm und für die Farben von Tamiya und Revell:
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Es folgen die Übersichten über die Spritzäste mit Markierung der nicht benötigten Teile auf drei Seiten:

Der Zusammenbau beginnt dann bei den Rumpfhälften, bei denen gleich am Anfang einige genau beschriebene Bohrungen für die Trägerstreben bzw. Abstandshalter am Bug anzubringen sind:
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Der Rumpf mit seinem Innenleben steht dann im Mittelpunkt des weiteren Zusammenbaus:

Bevor dann zusammen mit Leitwerken und Rudern In den Baustufen 31 und 32 wieder Bohrungen für die Abweiserkonstruktion anzubringen sind:
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Der weitere Zusammenbau entspricht dem bei der A-4-Ausführug und ist in kleinen Baustufen genau beschrieben:

Erst ganz zum Ende kommen in den Baustufen 107 und 108 wieder spezifische Hinweise für die A-8-Ausführung mit der Abweiserkonstruktion:

Hier gibt es auch wieder die Vorlagen für die selbst auszuschneidenden Papiermasken.

Die drei Lackierungs- und Markierungsalternativen folgen sodann in Vier-Seiten-Ansichten auf jeweils einer Seite der DIN-A4 großen Anleitung. Die Grundlackierung ist jeweils in RLM 70 und 71 als Segmentanstrich auf den Oberseiten und einer schwarzen Unterseite für Nachteinsätze bzw. im seinerzeit üblichen Hellblau RLM 65. Die erste Möglichkeit ist eine Maschine mit den schwarzen Unterseiten von der 5. Staffel des Kampfgeschwaders 30. Sie hat ein paar rote Farbklekse in Form der Geschwaderwappen mit rotem Schild und der roten Maschinenkennung. Sie ist also eine „Kurfürst“:
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Mit der zweiten Maschine bleiben wir beim Kampfgeschwader 30, dem „Adlergeschwader“. Hier gibt es eine Ju 88 mit den RLM 65 Unterseiten der 7. Staffel. Der Maschinenkennbuchstabe ist in Weiß, dazu gibt es passend weiße Ringe auf den Motorhauben und dem Hinterrumpf und das Gruppenwappen diesmal mit gelbem Schild:
ICM-48230-Ju-88-A-8-Paravane-32 Junkers Ju 88 A-8 Paravane in 1:48 von ICM # 48230Für die dritte Möglichkeit kommen wir zum Kampfgeschwader 51 „Edelweiß“, dass entsprechend dann auch das Geschwaderwappen ziert. Auch hier gibt es den Standardanstrich mit der hellblauen Unterseite, aber zur Abwechslung gelbe Motorhauben und einen entsprechenden Ring um den Hinterrumpf:
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Insgesamt ist diese Auswahl eher unspektakulär, aber auch typisch. Die großen Kampffliegerasse mit den umfangreichen Bilanzen am Seitenleitwerk flogen wohl nicht so gerne mit dem Abweiser, jedenfalls gibt es dazu keine mir bekannten Fotobelege.

Mit diesem Bausatz gibt es also eine hochinteressante und im Original seltene Variante, für die es in diesem Maßstab kein besseres Angebot gibt. Wer also noch keine Ju 88 gebaut hat, ist hier bestens versorgt, wer schon eine gebaut hat, kann hier optisch erheblich auf anderen Pfaden wandeln. Eine sehr sinnvolle Ergänzung hat ICM hier ausgeliefert!

Demnächst erhältlich bei Modellbau König.

Hermann Geers, Wietmarschen